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Ein Raum im Heilbrunner Pfarrheim dient den Jugendlichen als Treffpunkt.

Treff im Pfarrheim Bad Heilbrunn

Platz für die Jugend

In Lenggries und Bad Tölz gibt es einen Jugendtreff, in dem Schüler ihre Freizeit verbringen können. So etwas fehlt in Bad Heilbrunn. So haben sich die Mädchen und Burschen einfach selbst einen Raum geschaffen.

Bad Heilbrunn – Einem Gerücht zufolge treffen sich Jugendliche in Bad Heilbrunn immer an der Grundschule, sodass die Schulleiterin sogar Aschenbecher aufgestellt hat – einen anderen Platz gebe es ja nicht. Solche Gerüchte stimmen meist nur zur Hälfte, und so ist es auch in diesem Fall. Es ist aber was dran.

„Rauchen und Trinken ist auf dem Schulgelände verboten“, stellt Rektorin Gabriele Weinelt-Bauernfeind klar. Es sei aber richtig, dass sich Jugendliche nachmittags an der Schule treffen. „Sie können sich bei uns aufhalten, und der Hartplatz darf bespielt werden“, sagt Weinelt-Bauernfeind. Allerdings unter der Bedingung, dass gewisse Regeln eingehalten werden. Ihr sei wichtig, immer mit den Jugendlichen im Gespräch zu bleiben. „Das ist unsere Aufgabe.“ Da eine dieser Regeln besage, dass an der Schule nicht geraucht werden darf, gebe es auch keine Aschenbecher, sagt die Rektorin. „Nur Mülleimer.“

Es komme immer wieder vor, dass sich Jugendliche irgendwo im Dorf treffen, bestätigt auch Bürgermeister Thomas Gründl. „So wie früher auch.“ Im Winter sei das allerdings schwierig, weswegen Jugendliche vor geraumer Zeit mit Plakaten in seinem Büro im Rathaus standen. „Sie haben sich einen Jugendtreff gewünscht.“

Gründl fand es erst schwierig, geeignete Räume zu finden und die Beaufsichtigung zu regeln – trotzdem wurde in Bad Heilbrunn eine Lösung gefunden. Dank des Engagements von Streetworkerin Tini Schwarm und Pfarrer Karl Bopp, sagt der Bürgermeister. Es zeigte sich nämlich, dass es im katholischen Pfarrheim einen Raum gibt, den die Jugendlichen nutzen können.

„Er wird sporadisch von unseren Pfarreigruppen belegt“, erklärt Pfarrer Bopp. Da sich die Heilbrunner Jugendlichen dort aber am Wochenende treffen, komme man sich da nicht in die Quere. Ihm sei auch wichtig, damit „bewusst ein Zeichen zu setzen, dass Jugendliche bei uns einen Platz haben“.

Bei dem Jugendtreff handelt es sich um eine selbstverwaltete Gruppe. Die über 18-jährigen Mitglieder müssen dafür geradestehen, wenn etwas passiert. „Minderjährige müssen eine Einwilligung der Eltern mitbringen“, sagt Bopp.

Aktuell sind es etwa zehn Mädchen und Buben im Alter von 14 bis 19 Jahren, die sich samstags zwischen 16 und 21 Uhr treffen. Dabei ist Josef Waldherr (16), der froh ist, dass die Kirche den Raum zur Verfügung stellt. „Um uns bei jemandem daheim zu treffen, sind wir zu viele. Und man mag ja auch mal ohne die Familie sein“, sagt er. Im Jugendtreff spiele man Kicker, Karten, Tischtennis oder Dart. Manchmal essen die Freunde auch miteinander.

Es gab eine Probephase von sechs Monaten, die kürzlich abgelaufen ist. Gemeinderat Markus Spindler, einer von drei Jugendbeauftragten, stattete dem Jugendtreff nach der Probezeit einen Besuch ab und berichtet von einer gut gelösten Situation. „Es läuft sehr gut“, sagt er. Der Jugendtreff darf Pfarrer Bopp zufolge daher weiter im Pfarrheim unterkommen. Im Sommer wolle man aber wahrscheinlich wieder auf den Fußballplatz, sagt Waldherr.

Insgesamt haben Jugendliche in Bad Heilbrunn nicht viele Möglichkeiten sich zu treffen, sagt der 16-Jährige. „Nur den Fußballplatz.“ Auch Fritz Linecker, ein Bürger aus Heilbrunn, vermisst einen Ort, an dem sich Jugendliche immer treffen können, so wie im Jugendcafé in Bad Tölz, das jeden Nachmittag geöffnet hat. So etwas wäre auch in Bad Heilbrunn schön, sagt er. „In der Tennishalle könnte man so etwas zum Beispiel machen.“

Bürgermeister Thomas Gründl hält die Idee für schwer umsetzbar, da die Tennishalle in Privatbesitz ist. Außerdem „wurde der ideale Treffpunkt gefunden“. Bernd Rosenberger, der nach der Wahl in den Gemeinderat erklärt hatte, sich als Vater von fünf Kindern besonders für die Jugendlichen einsetzen zu wollen, zeigt sich ebenfalls zufrieden mit den Möglichkeiten, die Heranwachsende im Dorf haben.

Fußballverein und Feuerwehr, den Stockschützen- und den Sportplatz nennt Rosenberger als wichtige Treffpunkte für Mädchen und Buben. Darüber hinaus sei aber auch wichtig, dass Jugendliche die Gelegenheit haben, etwas auszuprobieren und bestimmte Sachen auch mal selbstständig auszumachen – ohne dass sie beobachtet werden. „Wir haben uns früher auch einfach verabredet.“

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