Alkohol
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Nach ein paar Bierchen setzte sich ein Heilbrunn noch ans Steuer.

Fünf Monate Bewährungsstrafe

Trunkenheitsfahrt von Heilbrunner (32) endet beinahe im Gefängnis

  • vonRudi Stallein
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Deutlich zu viel getrunken hatte ein Heilbrunner, als er sich ans Steuer seines Wagens gesetzt hatte und wenig später in eine Polizeikontrolle geriet. Jetzt stand der 32-Jährige vor Gericht.

Bad Heilbrunn/Wolfratshausen – Der Richter und der Angeklagte waren rasch einer Meinung. „Ich mach’ mir Sorgen“, sagte der Richter, als der Angeklagte Platz genommen hatte. „Ich mach’ mir auch Sorgen“, erwiderte der Mann, der binnen weniger Monate mehrmals unangenehm im Straßenverkehr aufgefallen war. „Dann sind wir ja beinand“, stellte der Richter zufrieden fest. Das kurze verbale Geplänkel sollte bedeuten: „So kann’s nicht weitergehen.“ Deshalb habe er auch inzwischen „mit dem Trinken aufgehört und mit dem Rauchen auch“, bekräftigte der 32-Jährige aus Bad Heilbrunn.

„Ein paar Bier und zwei Stamperl“, trank der Angeklagte

Wäre dieser Entschluss früher gereift, hätte er sich einigen Ärger ersparen können. Wegen fahrlässiger Trunkenheit wurde der Mann zu fünf Monaten Gefängnis auf Bewährung verurteilt. Als der Heilbrunner am 22. April dieses Jahres gegen 2.30 Uhr in Geretsried kontrolliert wurde, war der Mann mit knapp 1,5 Promille Alkohol im Blut hinterm Lenkrad gesessen. Nach der Arbeit habe er bei einem Freund gegrillt und getrunken. „Ein paar Bier und zwei Stamperl“, erinnerte sich der Beschuldigte. „Das fette Fleisch muss halt verdaut werden“, pflichtete der Richter in einem Anflug von Verständnis bei.

Da es nicht das erste Mal war, dass er unter dem Einfluss von berauschenden Substanzen im Straßenverkehr erwischt worden war, durfte er nicht auf gar zu viel Milde hoffen. Zwar war Verteidiger Jost Hartman-Hilter der Auffassung, dass bei der ersten Verurteilung seines Mandanten im Jahr 2017 in München Betäubungsmittel statt Alkohol im Spiel gewesen seien, weshalb sich die frühere Tat nicht strafschärfend auswirken dürfe.

Im September war der Mann ohne Führerschein erwischt worden

Da war Richter Helmut Berger anderer Meinung. „Wer umgefahren wird, fragt nicht, hast Du Alkohol getrunken oder Cannabis geraucht?“, erklärte er später in der Urteilsbegründung, warum er die Fahrt unter Drogeneinfluss aus dem Jahr 2017 als einschlägige Vorverurteilung wertete. Außerdem war der Angeklagte Anfang November dieses Jahres mittels Strafbefehl zu einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu je 40 Euro (gesamt 3600 Euro) verurteilt worden.

Der Grund: Der Mann war am 9. September 2020 in Bad Tölz ertappt worden, und zwar ohne Führerschein. Dieser Strafbefehl wurde in das neue Urteil einbezogen.

Er sei froh, dass er mit Rauchen und Alkohol aufgehört habe, beteuerte der Mann. Dass es ihm damit ernst ist, dokumentierte er durch zwei negative Testergebnisse des inzwischen begonnenen Abstinenzprogramms.

Richter Berger verurteilte den Heilbrunner zu einer Bewährungsstrafe von fünf Monaten. Als Auflage muss er 2000 Euro in Raten an den Verein Arbeit für Jugend zahlen. Zudem darf die Führerscheinbehörde dem Mann vor Ablauf von noch neun Monaten keine neue Fahrerlaubnis ausstellen. Damit muss der Verurteilte insgesamt eineinhalb Jahre auf seinen Führerschein verzichten.

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