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Hochwasser-Debatte: Mehrere kleine Rückhaltebecken schon in den Bergen, anstatt Großanlagen im Tal seien für den Hochwasserschutz sinnvoll, betonten die Landtagsabgeordneten der Freien Wähler Benno Zierer und Florian Streibl (v. re.), die FW-Ortsvorsitzender Konrad Specker in die „Reindlschmiede“ geladen hatte.

Umdenken beim Hochwasserschutz

Hochwasserschutz müsse schon in den Bergen angegangen werden. Darin waren sich die Besucher einer Veranstaltung der Freien Wähler (FW) einig.

Bad Heilbrunn– Beim Hochwasserschutz ist ein totales Umdenken angebracht. Dies kam bei einer Veranstaltung der Freien Wähler (FW) in der Bad Heilbrunner „Reindlschmiede“, zu der FW-Vorsitzender Konrad Specker die beiden Landtagsabgeordneten Florian Streibl und Benno Zierer geladen hatte, deutlich zum Ausdruck. Es bringe wenig, wenn jede Gemeinde für sich dort, wo ein Bach über die Ufer trete, einen Damm baue, weil dann das Problem nur verlagert werde, zumal durch den Klimawandel mit immer stärkeren Regenfällen zu rechnen sei. Die Herausforderung, darüber war man sich einig, müsse schon dort angegangen werden, wo das Hochwasser entstehe, nämlich in den Bergen.

Die beiden Abgeordneten hielten sich in ihren Ansprachen bewusst recht kurz, wobei beide betonten, Schutzmaßnahmen seien nur dann sinnvoll, wenn mehrere Gemeinden zusammenarbeiten, weil man in den Kommunen besser als in den Ministerien wisse, was sinnvoll sei und man auch vereint gegenüber der Politik mehr durchsetzen könne. Deshalb hatte Specker speziell die Betroffenen aus den Hochwassergebieten im südlichen Landkreis und aus dem oberen Loisachtal geladen, damit diese aus ihren Erfahrungen berichten, und die Parlamentarier die Anregungen in ihre Planungen aufnehmen können.

„Ziemlich falsch gelaufen“ ist nach Einschätzung von Specker die Vorgehensweise in Bad Heilbrunn, weil die Gemeinde zunächst ein Planungsbüro beauftragt und dann erst die Anlieger des Reindlbachs eingeschaltet habe. „Da seid’s ja immer noch auf einem guten Weg“, erklärte Zierer mit Hinweis auf andere Fälle, wo nur vom Schreibtisch aus geplant worden sei. Mit der Sicherung des Reindlbachs sei in Bad Heilbrunn das Problem noch keineswegs gelöst, warf Markus Spindler ein, da in der Gemeinde immer mehr Flächen versiegelt würden.

Weitaus größere und zudem sehr vielschichtige Probleme gibt es nach den Worten von Bürgermeister Georg Riesch in der Jachenau, weil man dort die höchsten Niederschläge im Landkreis habe, der Vertrag mit dem Energiekonzern Eon bezüglich Walchensee-Wasser die Handlungsfreiheit einschränke und auch die Bürokratie große Sorgen bereite. Denn das, was man in der Gemeinde für sinnvoll erachte, nämlich mehrere kleinere Rückhaltebecken schon in den Bergen zu errichten, werde vom Wasserwirtschaftsamt stets abgelehnt.

Kritik an der Behörde kam auch aus Arzbach. Xaver Willibald ärgerte sich, dass bei Hochwasser nie einer vom Weilheimer Amt vor Ort gesehen werde, um die tatsächlichen Schwachstellen zu begutachten. „Und wenn wir Gegenvorschläge bei den Planungen vorbringen, heißt es immer, wir Stänkerer würden die Sache nur verzögern“.

Die Notizblöcke der beiden Abgeordneten waren schnell mit den Kritikpunkten der Anlieger gefüllt. Sie versprachen, alles in den jeweiligen Gremien (Zierer ist Mitglied im für den Hochwasserschutz zuständigen Umweltausschuss) zur Sprache zu bringen und Verbesserungen durchzusetzen. Wolfgang Breitwieser

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