Die Leonardis-Klinik soll eine Sammelunterkunft für Asylbewerber werden. Dagegen regt sich Protest. 

Ehemalige Leonardisklinik

Unterschriften gegen Heilbrunner Asylbewerber-Unterkunft

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Seit Samstag werden in Bad Heilbrunn Unterschriften gegen die geplante Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber in der ehemaligen Leonardis-Klinik gesammelt. Initiator ist Lothar Hiese.

Bad Heilbrunn– Wie berichtet, sollen in der Klinik bis zu 90 Flüchtlinge einquartiert werden. Hiese hatte die Aktion Anfang Februar in einem Leserbrief in unserer Zeitung angekündigt. Am Samstag und Sonntag hat er nach eigenen Angaben 650 Umschläge mit seinen Unterlagen im Ortszentrum und im Ostfeld verteilt. Viele Bürger entdeckten sie beim Leeren des Briefkastens.

Hiese widerstrebt es, dass in der leer stehenden Klinik 90 Flüchtlinge untergebracht werden sollen. Derzeit leben in Heilbrunn knapp 50 Asylbewerber, verteilt auf verschiedene Wohnungen. „Eine Integration klappt über dezentrale Unterkünfte besser“, sagt Hiese. Er bemängelt zudem, dass für die Unterkunft kein 24-Stunden-Sicherheitsdienst zur Verfügung stehen wird.

„50 Heilbrunner haben schon unterschrieben“, sagt Hiese. Am kommenden Wochenende will er weitere Haushalte besuchen und die Unterlagen noch in Ramsau, Ober- und Unterbuchen, Ober- und Untersteinbach, Langau, Hochfeld, Hinterstallau, Reindlschmiede, Mürnsee sowie Ober- und Unterenzenau verteilen. Der Unternehmensberater investiert nach eigenen Angaben 2000 Euro in die Aktion.

Die Unterschriftenlisten liegen bei der Gemeinde, beim „Speckerbäck“ und bei Schreibwaren Soukup aus. Ablehnung, sagt Hiese, habe er nicht erfahren, allerdings habe er auch in keinem weiteren Geschäft angefragt.

Hieses Sammelaktion stößt im Rathaus auf Unterstützung. Auch Bürgermeister Thomas Gründl hatte sich in jüngster Zeit gegen die Einrichtung einer Gemeinschaftsunterkunft ausgesprochen. „Heilbrunn leistet seinen Anteil bei der Unterbringung von Flüchtlingen, aber nicht in diesem Ausmaß“, sagt der Bürgermeister erneut. Die Ängste, die jetzt in der Bevölkerung kursierten, seien nachvollziehbar.

Der örtliche Asyl-Helferkreis wusste laut Ingrid Spindler nicht, dass die Aktion an diesem Wochenende angelaufen ist, man hatte aber im Vorfeld mit Hiese Kontakt. Auch im Helferkreis teilt man die Bedenken. „Wir können es nicht leisten, hier 90 weitere Flüchtlinge zu betreuen“, sagt Spindler. Derzeit fühlten sich die Ehrenamtlichen allein gelassen. Spindler rechnet nicht damit, dass die Unterschriftenaktion erfolgreich ist, sprich, dass die Einrichtung der Sammelunterkunft dadurch verhindert wird.

Lothar Hiese will die Unterschriftenaktion am Freitag, 24. Februar, abschließen, und die Listen dann dem Bürgermeister, Landrat Josef Niedermaier, der Regierung von Oberbayern und der Staatsregierung vorlegen. „Bis jetzt“, sagt der Initiator, „haben auch alle Unterzeichner angekreuzt, dass sie sich zu diesem Thema eine eigene Bürgerversammlung wünschen“.

Die Aktion dürfte auch Thema beim Runden Tisch sein, der sich am morgigen Mittwoch trifft. Teilnehmer sind die Mitglieder des Helferkreises und die Pfarrer sowie Vertreter von Gemeinde und Landratsamt.

Weitere Informationen bei Lothar Hiese, E-Mail lothar.hiese@t-online.de

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