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Er setzt auf frisches Bio-Gemüse aus der Region: Sebastian Girmann auf einem Feld von Hofgut Letten. 

Versorgergemeinschaft 

„BioTop“ ist jetzt Genossenschaft

Bad Heilbrunn - Nun ist es amtlich: „BioTop-Oberland“ ist als Genossenschaft eingetragen. Die Versorgergemeinschaft, die sich Anfang des Jahres gegründet hat, will den direkten Bezug zur landwirtschaftlichen Produktion wieder herstellen.

Gartenbauingenieur Sebastian Girmann, der das Projekt mit vier Gleichgesinnten in Bad Heilbrunn betreut, war lange auf der Suche nach der passenden Gesellschaftsform. „In der Genossenschaft sind unsere Bedürfnisse optimal abgedeckt“, sagt der 29-Jährige. Ihm war wichtig, dass das Mitbestimmungsrecht der Mitglieder festgelegt ist. Außerdem wollten sich viele finanziell an dem Projekt beteiligen, „damit jedem ein Teil gehört“, so Girmann.

Bei einem offenen Infoabend will Girmann das Projekt nochmal vorstellen. „BioTop“ ist die erste solidarische Landwirtschaft im Landkreis. 90 Haushalte holen sich inzwischen wöchentlich Gemüse von den Verteilstationen im Landkreis. Sie kaufen es dabei nicht portionsweise, sondern finanzieren über ihre Beiträge das Jahresbudget des Projekts. Die Ernte wird also untereinander aufgeteilt. So trägt der Gärtner das Risiko des Anbaus nicht alleine.

Die Idee dahinter: Die Mitglieder bekommen frisches Bio-Gemüse aus der Region und wissen aufgrund transparenter Strukturen genau, wo ihr Gemüse herkommt. Sie können sich bei Mitgärtnertagen an der Arbeit beteiligen und mitbestimmen, was angebaut wird. Ein Anteil der Genossenschaft kostet 150 Euro. „Man kann mit einem oder mehreren Anteilen etwa reines Fördermitglied sein“, sagt Girmann. Wer zusätzlich einen wöchentlichen Ernteanteil beziehen will, zahlt als Single 42 Euro oder für einen normalen Anteil 68 Euro.

Laut Girmann wären 150 Mitglieder nötig, damit sich das Projekt wirtschaftlich trägt. Erstmals ist die Genossenschaft aber nicht darauf angewiesen. „Das ganze Team arbeitet im Moment noch umsonst. Auf lange Sicht können wir das aber natürlich nicht leisten.“

Bis Girmann und seine Gleichgesinnten eine Genossenschaft gründen konnten, war es ein weiter Weg. „Wir müssen bestimmte Formalien erfüllen und haben recht aufwendig eine Satzung erarbeitet.“ Dafür sei die Geschäftsform nun wasserdicht, und die Versorgergemeinschaft kann langfristig bestehen.

Übrigens baut „BioTop“ auch im Winter Gemüse an. „Diese Woche haben wir Feldsalat aus dem Gewächshaus“, sagt Girmann. Das muss dank speziellem Vlies nicht beheizt werden. Außerdem lagert die Genossenschaft noch Kürbisse, Kartoffeln und Kraut.

Beim Infoabend will Girmann auch das Ergebnis einer Mitgliederbefragung verkünden und die Anbauplanung fürs neue Jahr besprechen. „Pak Choi ist bei vielen nicht gut angekommen, Karotten und Kartoffeln sind dafür sehr beliebt“, so Girmann. Gewünscht seien außerdem noch mehr alte und ausgefallene Gemüsesorten, etwa Kohlrüben oder rote Kartoffeln.

Mehr über das Projekt erfahren Neuinteressierte und Mitglieder am Mittwoch, 16. Dezember, im Tölzer Gasthaus-Gewölbekeller, Bahnhofstraße 2. Beginn ist um 19 Uhr.

Susanne Weiß

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