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Am Kriegerdenkmal wurde ein Kranz niedergelegt und der Gefallenen gedacht.

Veteranenverein Bad Heilbrunn feiert 150-jähriges Bestehen

Die Schrecken des Krieges als Mahnung für den Frieden

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Unter großer Beteiligung zahlreicher Vereine aus dem Dorf und aus den Nachbargemeinden hat der Heilbrunner Veteranen- und Reservistenverein am Sonntag sein 150-jähriges Bestehen gefeiert. Zu dem Gottesdienst unter freiem Himmel im Adelheidpark waren auch zahlreiche Bürger gekommen.

Bad Heilbrunn – Pfarrer Pater Karl Bopp ging in seiner sehr guten Predigt auf die Themen Gott, Religionsfrieden und die Bedeutung der Versöhnung ein. Am Anfang zitierte er die Inschrift auf einer Gedenktafel in der Heilbrunner Kirche aus dem Jahr 1909, auf der zu lesen ist: „Mit Gott für König und Vaterland“. Bopp unterzog sie einer kritischen Betrachtung. „Weder im jüdisch-christlichen Glauben noch im Islam ist Gott ein Kriegsgott“, sagte der Geistliche. Wenn in der Bibel oder im Koran von Gewalt die Rede sei, müsse man diese Zeilen immer im ursprünglichen historischen Kontext betrachten. „Mit solchen Gewalttexten muss man vorsichtig umgehen“, sagte Bopp. Es handle sich nicht um den Willen Gottes, sondern vielmehr gehe es darum, dass der Mensch aus diesen Texten etwas lerne.

Wer sein Handeln durch Gott legitimiere, so Bopp weiter, sei oft besonders radikal. Er warnte davor, den Schöpfer zum „Kollaborateur für die eigenen Interessen“ zu machen. Der Mensch könne selbst entscheiden, wann er Gewalt anwende – und das müsse stets eine Einzelfall-Entscheidung sein, die sorgsam getroffen werde, sagte Bopp auch im Hinblick auf die allgemeine Weltlage. Nicht Gewalt und Terror hätten das letzte Wort, sondern „Gott, der Frieden schafft“.

Die Heilbrunner Veteranen stellen sich heute in den Dienst des Friedens. Das sei eine „höchst notwendige Gedächtniskultur“, so Bopp. „Nur wer sich bleibend erinnert, wie Kriege entstanden sind, kann sie künftig verhindern.“ Dazu sei es notwendig, sich mit seinen Feinden zu versöhnen. Das sei aber oft ein langer Weg, und natürlich könne es auch unter Freunden zu Meinungsverschiedenheiten kommen, sagte der Salesianerpater. Deshalb sei es umso wichtiger, verantwortungsbewusst miteinander umzugehen. Zum Schluss zitierte Bopp ein chinesisches Sprichwort: „Wenn du verstehst, dass andere anders sind als du, fängst du an, weise zu werden.“ Dann wurde die neue Fahne des Vereins geweiht. Die Musikkapelle Heilbrunn umrahmte die Messe feierlich.

Nach dem Gottesdienst gedachten die Teilnehmer am Kriegerdenkmal den Gefallenen aller Kriege. Der lange Festzug zog dann zurück zur Turnhalle. Die Heilbrunner Veteranen freute sich sehr über die große Teilnahme. Gekommen waren laut Vorstand Friedrich Bauer aus Bad Heilbrunn Vertreter von Trachten-, Schützen- und Burschenverein sowie von den vier Feuerwehren und natürlich die Musiker von Kapelle und Trommlerzug. Von auswärts waren Veteranen aus Tölz, Bichl, Fischbach, Gaißach, Geretsried, Königsdorf und Lenggries gekommen sowie Vertreter der Reservisten-Kreisgruppe Oberland und vom Kreisverbindungskommando (KVK) der Bundeswehr.

Bürgermeister Thomas Gründl hob in seiner Festansprache in der Turnhalle hervor, wie wichtig es sei, die Schrecken der Kriege nicht zu vergessen. Laut Veteranen-Vorstand Bauer hat der Verein derzeit 102 Mitglieder. Bauer ließ unter anderem die Geschichte des Vereins Revue passieren und sprach über aktuelle Herausforderungen der Bundeswehr.

Auch Florian Völler, Kreisvorsitzender des Volksbunds der Deutschen Kriegsgräberfürsorge und Schriftführer der Reservistengruppe der Bundeswehr im Oberland, mahnte die Bedeutung des Friedens an: „Dieser ist in dieser Welt nicht selbstverständlich.“

150 Jahre Veteranen- und Reservistenverein Bad Heilbrunn

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