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Unverbauter Fernblick: Auf dem Gelände des ehemaligen Gasthofs Post soll das Vier-Sterne-Hotel entstehen.

Heilbrunner Ortsmitte

Von Hotel-Projekt profitiert ganze Region

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Die Neukonzeption der Heilbrunner Ortsmitte stand im Mittelpunkt der Bürgerversammlung. Dabei geht es auch um die Ansiedlung eines Vier-Sterne-Hotels mit 100 bis 120 Zimmern. Von einem Restaurant, Spa- und Wellnesseinrichtungen mit Innen- und Außenpool, Seminarräumen und einer Tiefgarage mit 120 Plätzen war die Rede. Ist das realistisch? Der Tölzer Kurier hat bei Bürgermeister Thomas Gründl nachgefragt.

In Bad Tölz ließ sich kein Vier-Sterne-Hotel verwirklichen. Warum glauben Sie, dass es in Bad Heilbrunn klappen könnte?

Die Gemeinde befindet sich aktuell in einem Realisierungswettbewerb. Die positiven Entwicklungen in der Vergangenheit und die über die Gemeindegrenzen hinaus wirkende Aufbruchstimmung in Bad Heilbrunn haben schon einige Investoren auf unsere wunderschöne Gemeinde aufmerksam gemacht. Im Rahmen unseres Hotelprojekts ist uns wichtig, von unseren Experten aufzeigen zu lassen, was wirtschaftlich tragbar, für den Ort sinnvoll, aber vor allem für die Zukunft nachhaltig ist. Die zahlreichen Entwicklungsflächen im Gemeindebesitz sind für uns ein erheblicher Vorteil, derartige Projekte umzusetzen. Ein Grundstück ist bei der derzeitigen Immobilienlage schnell verkauft, wir legen jedoch Wert darauf, es an den geeigneten Partner zu verkaufen. Es ist eine spannende Aufgabe für uns, einen nachhaltig soliden und guten Betreiber zu finden – dann wiederum finden sich auch schnell interessierte Investoren. Die zentrale Lage unserer Gemeinde, die hervorragende Grundstückseigentumssituation und nicht zuletzt die gute Zusammenarbeit mit Gut Nantesbuch stimmen uns zuversichtlich, ein solches Projekt umsetzen zu können.

Die Nähe zu Gut Nantesbuch oder auch zu Roche in Penzberg ist für die Verwirklichung also hilfreich?

Hilfreich ist dies bestimmt, aber die Wirtschaftlichkeitsberechnung muss so ausgelegt sein, dass solch gute Partner nur ein zusätzliches „Zuckerl“ sind. Das Hotel muss in sich stimmig sein, ein Alleinstellungsmerkmal haben und erste Wahl für Gäste der Region sein.

Gab es bereits Interessenten für das Post-Grundstück aus diesem Bereich?

Wir hatten im Verlauf der vergangenen Jahre mehrere Anfragen. Diese haben sich in den letzten Monaten konkretisiert. Zunächst müssen wir als Gemeinde jedoch eine klare Vorgabe für die Rahmenplanung, Städteplanung und Ortsentwicklung erarbeiten. Diese Richtlinie wird bis Ende des Jahres vorliegen. Danach werden wir weiter prüfen, welche Partner uns als geeignet und nachhaltig erscheinen. Uns ist bewusst, dass ein Hotelprojekt eine große Herausforderung darstellt.

Sie haben gesagt, es ist leichter, einen Investor als einen Betreiber zu finden. Warum?

Ein solider, überzeugender Betreiber bildet die Basis für ein solches Hotelprojekt. Wenn dieser vorhanden ist, wird es immer Investoren geben, die sich trauen, darin zu investieren.

Welche Zielgruppe im Tourismus möchte man für Bad Heilbrunn gewinnen?

Die gesamte Region würde von einem schönen Vier-Sterne-Hotel profitieren. Ich glaube, dass unsere Gäste nicht primär überlegen, in welcher Gemeinde sie ihren Urlaub verbringen – sie entscheiden sich für unsere Region. Deren Attraktivität ist gegeben: Kunst, Kultur und Natur, Sport, Gesundheit und Wellness bis hin zum Kräuterschwerpunkt – all das decken wir ab. Dennoch muss ein solches Hotel immer ein prägnantes Alleinstellungsmerkmal haben. Warum soll der Gast gerade hier Urlaub machen? Hier müssen wir ansetzen, dieses Alleinstellungsmerkmal müssen wir weiter herausarbeiten. Nur dann kann dieses Projekt erfolgreich sein.

Was könnte denn dieses Alleinstellungsmerkmal sein?

Das Alleinstellungsmerkmal wird mit den Experten und durch den Realisierungswettbewerb erarbeitet werden. Zunächst müssen aber die Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit geprüft werden.

Blicken wir mal fünf Jahre in die Zukunft: Wie schaut dann die Ortsmitte aus?

Zunächst möchte ich mich vom Realisierungswettbewerb inspirieren lassen. Ein belebtes Ortszentrum mit Gewerbeflächen, einem Ärztehaus, einem Dorfplatz, Verbindungen nach Gut Nantesbuch, bezahlbarem Wohnraum für alle Lebenslagen und Barrierefreiheit bis hin zu eben einem Vier-Sterne-Hotel wären eine wünschenswerte Entwicklung. Unser Augenmerk liegt hierbei jedoch immer in der Nachhaltigkeit der Projekte. Ich bin überzeugt, dass wir zusammen mit unseren Experten eine gute Vorgabe erarbeiten werden. Das Ergebnis aus diesem Prozess wird in weiterer Folge mit den Bürgerinnen und Bürgern offen und konstruktiv diskutiert werden. Mir persönlich ist wichtig, dass diese die Möglichkeit haben, solch bedeutende Projekte mitzugestalten. Das ist meines Erachtens für eine gute und nachhaltige Ortsentwicklung unumgänglich.

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