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Liebe macht blind: Da die Laichwanderung der Frösche und Kröten beginnt, sollten Autofahrer derzeit an vielen Stellen besonders vorsichtig fahren.

Tierschutz

Vorsicht Autofahrer: Kröten wandern wieder

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Wenn es wieder wärmer wird, werden auch die Amphibien aktiv. „Frösche und Kröten beginnen dann ihre Laichwanderung“, sagt Eva Schmidt-Speer von den Amphibienhelfern in Lenggries.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Im Brauneckdorf wandern die Tiere vor allem an der Bundesstraße 13 in Richtung Hirschbachmündung. Dort wurden wie berichtet Tunnel installiert. „Wir müssen überprüfen, wie die angenommen werden“, sagt Schmidt-Speer. Eine weitere Stelle, an der vermehrt Amphibien über die Straße getragen werden müssen, ist an der Ortsverbindungsstraße zwischen Schloss Hohenburg und Mühlbach. Hier möchten die Grasfrösche und Kröten gern dem Auslauf des „Stallweihers“ aufwärts folgen, um zu den Hohenburger Weihern zu gelangen. Der Bachdurchlass unter der Straße ist aber für die Amphibien nicht passierbar, deshalb gibt es hier jedes Jahr Hunderte von toten Tieren, wie Schmidt-Speer mitteilt. Und das, obwohl viele Helfer genau an dieser Stelle im Einsatz sind, Zäune aufbauen und diese auch nachts kontrollieren, um die Tiere in Eimern über die Straße zu tragen. „Letztes Jahr waren es 8000 Tiere“, so Schmidt-Speer.

Damit die Amphibien, die unter dem Zaun durchschlüpfen, auch eine Chance haben, werden die Anwohner von Mühlbach gebeten, in der Zeit der Wanderung diesen Straßenabschnitt wo weit wie möglich zu meiden. Beispielsweise kann alternativ die Mühlgasse in Anger befahren werden. Besonders häufig wandern die Tiere in der Zeit zwischen 19 und 23 Uhr.

Die Autofahrer um Rücksicht bittet auch Monika Schotte von der Kreisgruppe des Bund Naturschutz (BN). Denn außer den Amphibien sind auch viele Helfer ab sofort wieder unterwegs, die den Tieren über die Straße helfen. „Wir wollen die Fahrer darauf aufmerksam machen, dass sie besonders im Bereich Stallauer Weiher und Sachsenkam vorsichtig fahren.“ Denn von dort habe sie oft die Meldungen der Helfer gehört, dass gerast werde. Die Freiwilligen sind mit Leuchtwesten, Lampen und Armblinkern ausgerüstet. Vor allem in regnerischen Morgen- und Abendstunden bei milderen Temperaturen bittet der BN darum, vorsichtig zu fahren und sich an die Geschwindigkeitsbegrenzungen zu halten. Blinklampen oder Warnschilder mit einem Froschsymbol weisen auf die Sammelgebiete hin.

Besonders starke Amphibienwandergebiete sind neben den genannten in Lenggries und am Stallauer Weiher Gut Meilenberg in Dorfen, Bergkramerhof, Ascholding, Harmatinger Weiher, Schwaigwall, Haidach, Achmühle, Beuerberg, Sachsenkam, Seestaller Weiher, Kochel, Walchensee und das vom Landesbund für Vogelschutz betreute Gebiet Eulenschwang und Moosham. Im ganzen Landkreis baut der BN zudem derzeit mobile Schutzzäune entlang der Straßen auf.

Seit über 25 Jahren betreut die BN-Kreisgruppe mit finanzieller Hilfe der Regierung von Oberbayern die Amphibienwanderung, so Schotte. Über eine halbe Million Tiere wurden in der Zeit über die Straßen getragen. An den derzeit 16 Einsatzorten sammeln jedes Jahr etwa 130 Helfer die Amphibien ein.

Weitere Informationen

Wer mithelfen möchte, aber beispielsweise nicht nachts Frösche fangen will, kann auch beim Zaunbau helfen, sagt Eva Schmidt-Speer. Interessierte können sich in Lenggries unter Telefon 0 80 42/24 95 melden. Für die anderen Einsatzorte im Landkreis ist die BN-Geschäftsstelle Ansprechpartner unter Telefon 0 81 71/ 2 65 71 oder per E-Mail an bad-toelz@bund-naturschutz.de.

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