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Mancherorts gibt es im Landkreis schon Waldkindergärten. Jetzt soll ein weiterer zwischen Bad Heilbrunn und Benediktbeuern geplant.

Geplante Kooperation

Waldkindergarten für zwei Dörfer

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Kinder aus Benediktbeuern und Bad Heilbrunn sollen ab Herbst 2018 in einen gemeinsamen Waldkindergarten gehen können. Träger des Projekts ist das Albert-Schweitzer-Familienwerk, das bereits Einrichtungen in Lenggries und Wackersberg betreibt.

Von Tobias Gmach

Bad Heilbrunn/Benediktbeuern – Der Gemeinderat Bad Heilbrunn ist sich einig: Ein Waldkindergarten wäre eine gute Sache. Einstimmig sprachen sich die Mitglieder in der Sitzung am Dienstagabend dafür aus, ein gemeinsames Projekt mit der Gemeinde Benediktbeuern grundsätzlich zu unterstützen. Kein Wunder: Die 120 Plätze der Tagesstätte am Wörnerweg sind alle besetzt. Laut Bürgermeister Thomas Gründl hat die Fachklinik eine Umfrage unter Mitarbeitern gestartet. Einige von ihnen kommen von auswärts zur Arbeit und würden ihre Kinder gerne in Heilbrunn unterbringen, sagt Andreas Mascher, Geschäftsleiter der Gemeinde.

Eingeladen zur Sitzung in Heilbrunn war Heiner Koch. Der Königsdorfer ist Geschäftsführender Vorsitzender des Albert-Schweitzer-Familienwerks, das bayernweit kleine, überschaubare Einrichtungen für Kinder und Jugendliche schafft und unterstützt – zum Beispiel die offenen Ganztagsschulen in Tölz und Icking, oder eben die Waldkindergärten Lenggries und Tölz/Wackersberg.

So einer soll nun auch zwischen zwei Orten im Loisachtal entstehen. Koch sei parallel von der Gemeinde Bad Heilbrunn sowie von einer Elterninitiative aus Benediktbeuern angesprochen worden. Sein Vorschlag: kooperieren und damit Kapazitäten und Kosten aufteilen. „Ein Waldkindergarten lohnt sich erst ab 18 Kindern“, sagte Koch und erklärte anhand eines Films über die Einrichtung in Oberfischbach (Wackersberg) kurz das Grundkonzept. Die Kinder seien zu jeder Jahreszeit draußen, würden die Natur entdecken sowie Tiere und Pflanzen kennenlernen. Ein Alternativangebot solle es sein – in Zeiten, in denen Lebensräume durch Bebauung und Verkehr immer mehr eingeschränkt würden.

Hannah-Sophie Kock gehört zu den engagierten Eltern aus Benediktbeuern. Ihr erstes Kind ist gerade zweieinhalb Jahre alt, aktuell ist sie schwanger. Die ehemalige Isarrangerin hat das Projekt im Klosterdorf mit Gleichgesinnten im Jahr 2016 angeregt. „Die Kinder wären emotional ausgeglichener“, sagt sie. Im Waldkindergarten sei es nicht so eng und laut wie in Tagesstätten.

Ausschließlich im Freien sind die Kleinen im Waldkindergarten aber nicht: Als Unterschlupf zum Aufwärmen und zur Schulvorbereitung soll wahlweise ein Bauwagen oder ein Raum in einem Bauernhof dienen. Diese Optionen sollen nun zwischen Heilbrunn und Benediktbeuern diskutiert werden. Kock ist froh, dass das Projekt „eine Eigendynamik annimmt und die Eltern nicht mehr so viel machen müssen“. Sie wünscht sich ein klares politisches Ja noch vor Weihnachten. Schließlich müsse man im Februar mit den Anmeldungen beginnen.

Zu einer „wohlwollenden Unterstützung“ hatte sich der Benediktbeurer Gemeinderat bereits im Dezember 2016 bereiterklärt. Und nun eben auch der Heilbrunner. Drei bis vier Pädagogen sollen eine Gruppe mit 20 bis 22 Kindern täglich zwischen 8 und 13.30 Uhr betreuen, sagte Referent Heiner Koch. Die Gebühren wird man noch festlegen müssen. In Lenggries zahlen die Eltern pro Monat 180 Euro. Die laufenden Kosten, die die Kommunen für eine Gruppe und ein Jahr noch stemmen müssten, kalkulierte Referent Koch auf rund 15 000 Euro. „Die würden sich die Gemeinden teilen.“ Alles, was darüber liege, übernehme das Albert-Schweitzer-Werk.

Bliebe noch die Frage des Standorts. Gut wäre ein Platz am Steinbach, meinte Koch. Dass Bauwagen oder Ähnliches als Zentrum geografisch genau zwischen Heilbrunn und Benediktbeuern sein sollten, liegt auf der Hand. Die beiden Kommunen seien in Gesprächen, sagte Bürgermeister Thomas Gründl. Wenn der Waldkindergarten 2018 starten soll, müssen sie schon bald zu einem Konsens kommen. Anschließend muss das Schweitzer-Werk beim Landratsamt eine Genehmigung beantragen.

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