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Ein Gemeindemitarbeiter stellt eine Barrikade an der Einfahrt zur Bahnhofstraße auf. Autofahrer kürzen hier gerne von Langau kommende Richtung Tölz ab.

Gemeinde reagiert prompt

Wegen gefährlichem Schleichweg: Heilbrunner Ehepaar wird im Sitzungssaal laut

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Die eigentlich gesperrte Heilbrunner Bahnhofstraße missbrauchen Autofahrer schon lange als Schleichweg. Ein Anwohner-Ehepaar wird deshalb im Gemeinderat laut. Ein Auftritt, der sofort Wirkung zeigt.

Bad Heilbrunn – Reaktionen von Gemeinderäten auf Bürgeranliegen brauchen in der Regel ihre bürokratische Zeit – meist Wochen, oft auch Monate. Richtig schnell ging es nun in Bad Heilbrunn: Die Gemeinde ließ am Mittwochvormittag eine Barrikade an der für Autofahrer gesperrten Bahnhofstraße aufstellen – ungefähr 15 Stunden nach der Sitzung, in der ein Anwohner-Ehepaar laut wurde.

Martha und Michael Kolb stören sich schon lange daran, dass die Bahnhofstraße trotz Sperrungsschild als Schleichweg missbraucht wird – vor allem von Autofahrern, die von der Langau kommend Richtung Tölz abkürzen wollen. „Das Schild ignoriert jeder“, sagte der sichtlich verärgerte Michael Kolb im Sitzungssaal. Seine Frau schob nach: „Ich halte mir am Tag 15 Mal die Hände vors Gesicht, weil fast wieder ein Radler zusammengefahren worden ist.“

Die Bahnhofstraße ist, seitdem die Kreisstraße TÖL 5 im Jahr 1981 um zirka 100 Meter verlegt wurde, für den Verkehr gesperrt. Geöffnet ist sie nur für Anlieger und als Teil des Bodensee-Königssee-Wegs für viele Radler. Außerdem nutzen Kinder aus dem Ortsteil Oberenzenau die Straße für den Schulweg. Um sie und um alle anderen Passanten hat Michael Kolb Angst: „Da fahren manche mit 60 Sachen durch. Und sie versuchen durch den Abkürzer sogar, einen Sattenschlepper zu überholen. Das ist der Wahnsinn.“

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Die Grünen-Gemeinderäte Norbert Deppisch und Bernd Rosenberger sprachen die Gefahr laut Kolb bereits an. Bis Mittwoch ohne Wirkung. Auch Anfragen bei Polizei und Straßenbauamt hätten keinen Erfolg gebracht. Martha Kolb forderte: „Die Gemeinde muss mehr tun, als ein Schild aufzustellen.“

Noch vor den Gemeinderäten ergriff Geschäftsleiter Andreas Mascher das Wort: „So etwas kann die Gemeinde nicht regeln“, sagte er. Man müsse die Straße umwidmen, um einen Poller im Boden verankern zu können – und das sei ein langwidriger bürokratischer Akt, für den auch ein Beschluss des Gemeinderats benötigt würde.

Unter anderem Karolina Waldmann (Freie Wähler) plädierte für eine schnelle, temporäre Lösung, zu der es am nächsten Tag dann auch kam. Von der Barrikade war Martha Kolb „erstaunt. Damit hätte ich nie gerechnet“, sagte sie. Kolb freute sich über die schnelle Reaktion der Gemeinde, aber man müsse die Entwicklung abwarten: „Es sind trotzdem schon wieder Autos durchgefahren.“

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