Große Diskussionen gibt es im Heilbrunner Rat wegen der geplanten Sanierung der Stallauerbachbrücke.
+
Große Diskussionen gibt es im Heilbrunner Rat wegen der geplanten Sanierung der Stallauerbachbrücke.

Aus dem Gemeinderat

Weiter Ärger um Brückensanierung in Bad Heilbrunn

  • Felicitas Bogner
    VonFelicitas Bogner
    schließen

Die Sanierung der Stallauerbachbrücke hält den Heilbrunner Rat auf Trab. Die Wirtsfamilie aus der Ramsau regt im Rat nochmal eine Behelfsbrücke an.

Bad Heilbrunn - In der jüngsten Gemeinderatssitzung war das auf 2. August verschobene Sanierungsvorhaben mit Vollsperrung der Straße zwischen Heilbrunn (Bauhof) und Ramsau erneut Thema. Im Mittelpunkt stand die wirtschaftliche Betroffenheit des Gasthaus’ Ramsau. Denn: Von Heilbrunn aus muss man 15 Kilometer Umweg fahren, um die Ramsau zu erreichen. Aber auch andere Anlieger ärgern sich über den umständlichen Umweg und über die – mangelhafte – Kommunikation der Gemeinde. Hier räumte Bürgermeister Thomas Gründl (CSU) in der Sitzung ein: „Die Pläne sind nicht neu, aber wir hätten die Anlieger per Schreiben informieren sollen.“

Trotz Terminverschiebung der Sanierung befürchtet Wirtsfamilie finanzielle Einbußen

Auf Bitte der Wirtsfamilie Mertens hat die Gemeinde die Sanierung bereits um drei Wochen verschoben (wir berichteten). Trotzdem befürchten die Gastronomen hohe finanzielle Einbußen und baten das Gremium um erneute Prüfung einer Behelfsbrücke, über die der Verkehr rollen könnte. Diese Option wurde allerdings schon vergangenes Jahr abgelehnt – mit Blick auf die Kosten. „Wir hatten mit 70 000 Euro gerechnet. Trotzdem haben wird das damals ausschreiben lassen“, erinnerte Gründl. Man habe die Hoffnung gehabt, vielleicht doch ein günstigeres Angebot zu bekommen. „Das wirtschaftlichste lag aber bei 92 000 Euro. Bei allem Verständnis: Das kann ich vor den Bürgern nicht rechtfertigen.“

Wirtsfamilie regt im Gemeinderat noch einmal Behelfsbrücke an

Auch andere Alternativlösungen habe man abgeklopft. „Eine halbseitige Sperrung der Brücke klappt nicht, dafür ist schlichtweg zu wenig Platz.“ Und der Vorschlag von Josef Schwaller (CSU) , den Feldweg zwischen Reindlschmiede und Ramsau als Umfahrung zu nutzen, wurde ebenfalls geprüft und als untauglich befunden, so Gründl. Er versicherte aber, dass die beauftragte Firma über die missliche Lage des Gasthauses Bescheid wisse, und ihm zugesichert habe, die Arbeiten – so weit möglich – zu beschleunigen. „Wir haben damals den Beschluss einstimmig gefasst und jeder, der hier sitzt, muss das irgendwann auch mal verantworten können“, meinte CSU-Rat Oliver Hanke. Daraufhin konterte Kilian Spindler (Grüne): „Wenn sich die Sachlage ändert, dann kann man den Beschluss definitiv nochmal anschauen.“ Hanke entgegnete: „Es hat sich aber nicht geändert, dass wir es nicht anders lösen können, als mittels Sperrung.“

Wegen Behelfsbrücke: Angeregte Diskussion im Heilbrunner Rat

Ausnahmesweise bekam auch die Wirtsfamilie in der Sitzung Rederecht. Uwe Mertens betonte, dass sich die Lage seit der ursprünglichen Entscheidung sehr wohl geändert habe. „Durch die erheblichen Auswirkungen der Pandemie ist die Situation für uns komplett anders. Ich verstehe den Beschluss – aber zu einer Zeit vor Corona.“ Seine Familie habe „mit staatlicher Unterstützung eine Viertelmillion Euro aufgenommen, um den Betrieb aufrecht zu erhalten“, so der Vater von Wirt Benedikt Mertens. „Wenn die Hälfte der Gäste nicht mehr kommt, dann schaffen wir das nicht.“ Mertens appellierte eindringlich, ins Gespräch mit der beauftragten Firma zu gehen, „ob man nicht eine Behelfsbrücke für ein bezahlbareres Geld auftreiben könne“. Norbert Deppisch (Grüne) war skeptisch. Zwar sprach er sich klar für die erneute Aufnahme der Diskussion aus, die Zeit sei aber zu knapp. Eine Behelfsbrücke könne ja nicht von heute auf morgen geliefert werden. Gründl zeigte auch die juristischen Schranken auf: „Vergaberechtlich können wir keine erneute Ausschreibung machen. Aber ich habe nichts dagegen, wenn sich die drei Bürgermeister mit dieser Firma nochmal zusammensetzen und erneut darüber diskutieren, wo man hier etwas verbessern kann.“ In der kommenden Woche soll nun ein Gespräch mit der beauftragten Firma stattfinden. „Dann zeigt sich, ob man den Gemeinderat erneut zu einer Sitzung einladen muss, um einen neuen Beschluss zu fassen“, schloss Gründl die Diskussion und versicherte: „Mir ist es auch am liebsten, dass alles so schnell wie möglich geht, dann werde ich weniger lang von den Bürgern geschimpft.“

Bad-Tölz-Newsletter: Alles aus Ihrer Region! Unser brandneuer Bad-Tölz-Newsletter informiert Sie regelmäßig über alle wichtigen Geschichten aus der Region Bad Tölz – inklusive aller Neuigkeiten zur Corona-Krise in Ihrer Gemeinde. Melden Sie sich hier an.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare