Einfühlsam: Julia Pöckl und Leonhard Schwarz an der Gitarre.

Konzertabend

Weltgeschichten und Kreißsaal-Lieder in Bad Heilbrunn

Die Riehe „Musikalisches Bad Heilbrunn“ wagte einen Blick in die Weltgeschichte - und in den Kreißsaal.

Bad Heilbrunn Die Reihe „Musikalisches Bad Heilbrunn“ begann am Samstagabend mit zwei lokalen Musikgrößen, nämlich Julia Pöckl aus Fall und Christian Jungwirth aus Bichl. Letzterer errang 2015 beim Liedermacher-Festival in Geretsried den zweiten Platz.

Die beiden Konzerthälften teilten sich die Liedermacher jeweils. Leonhard Schwarz begleitete Pöckl mit der Gitarre, die sie auch selbst beherrscht. „Aber der Leonhard spielt so wunderbar“, schwärmte sie. Er unterstützt die 26-Jährige, ihre Lieder bühnenreif zu machen. Pöckls Lieder tragen den Titel „Weltg’schicht’n“. Sie handeln von Erlebnissen auf ihren weltweiten Reisen von Asien bis Südamerika. Und dabei hat Pöckl immer ganz viel Gefühl im Gepäck.

Auf der Bühne waren ihr die Erinnerungen anzusehen, und sie schaffte es, ihr Publikum in die Momente hineinzuversetzen. „Lamas und Reh’“ stammt von ihrer Anfangsphase, es entstand am Ende ihrer Ausbildung zur Tourismusfachfrau, alles war möglich. Es gebe „koa richtig oda foisch, Hauptsach’, d’ Leidenschaft dafür stimmt“. Schwarz gab allen gesanglichen Stimmungen die perfekt passende Gitarrenbegleitung.

Authentischer Liedermacher: Christian Jungwirt aus Bichl.

An ganz andere Orte nahm Jungwirth sein Publikum mit. Der Bichler, allein mit Gitarre, schrieb gleich drei Lieder, die von der Geburt seines Kindes berichten. Direkt und einfühlsam zugleich nahm der Liedermacher das Publikum mit in den Kreißsaal. Schon in seinem Lied über die Eheringe besang er das große Vertrauen zwischen ihm und seiner Frau. Nicht jede Frau mag es vermutlich, wenn sie in den Wehen geschildert wird. Aber Jungwirth ging es um den Kern des Menschseins. So schilderte er im dritten Lied, „Bumperlgsund“, seine Ängste vor den Untersuchungen am Neugeborenen. Damit verlieh er womöglich jenen Vätern eine Stimme, die darüber nie sprechen könnten.

Jungwirth verblüffte auch. Zwischen seinen Liedern stellte er sein Gedicht „Jesus“ vor. Wer traut sich so was heutzutage noch auf der Bühne? Die Pointe ist stark: Jungwirth stellt Gott die immer selbe Frage, warum er so viel Leid in der Welt zulasse. Und Jesus antwortet: „Des wollt i di a grod frog’n.“ Die Unterschiede der Künstler machten den Abend so reizvoll.

Initiatorin Rosi Rieker von der Bad Heilbrunner Gästeinformation, die nach eigenen Worten „alles macht, was mir so einfällt“, freut sich heuer auf acht weitere Konzerte. Darunter sind der Italiener Pippo Pollina am 20. Juni sowie Rita Kapfhammer und David Ameln mit klassischen Opernduetten am 1. Juli. 

Birgit Botzenhart

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