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Unerwünschtes Borstenvieh

Wildschweine auf dem Vormarsch

Lenggries - Wildschweine sind auf hiesigen Fluren auf dem Vormarsch. Das belegen Zahlen der Unteren Jagdbehörde. Noch sind die Zahlen nicht mit jenen anderer Landkreise zu vergleichen, aber die Jäger wappnen sich.

Heiner Schwab fürchtet den Schaden, den die Tiere im Erdreich hinterlassen. Er ist der Initiator des Projekts „Lenggriesa Acker“, bei dem über 40 Interessierte eigenhändig anbauen und natürlich auch ernten wollen. „Mit ihren Nasen können die Tiere die Grasnarbe durchbrechen, umso einfacher ist für sie natürlich ein Acker“, sagt Schwab. Sie würden die Erntefläche „regelrecht zerstören“. Ein Elektrozaun soll die Anbaufläche nun vor dem Schwarzwild schützen. Wildschweine können auf Flurflächen Schaden anrichten, der mehrere tausend Euro betragen kann , so Josef Hesslinger, Pressesprecher des Kreisjagdverbands.

Die beiden Wildkameras von Balthasar Bauer, Jagdpächter in Gaißach, haben schon Gruppen von drei, fünf und sieben Tieren aufgenommen. Auch der Heilbrunner Jäger Florian Krinner bestätigt, dass es insgesamt 30 Tiere rund um das Hofgut Letten gibt. „In Oberbuchen sind sie massiv“, sagt er.

Die Anzahl der Tiere steigt an. „Im Jagdjahr 2014/15 hatten wir 31 Abschüsse“, liest Franz Steger, Leiter der Unteren Jagdbehörde aus seiner Statistik vor. „Heuer wurden 51 Stück gemeldet.“ Im Nachbarlandkreis Starnberg seien in einem Jahr bereits bis zu 500 Wildschweine geschossen worden. Laut Vollrad von Poschinger, Sachverständiger in Forst- und Jagdfragen, hat sich die Schwarzwildpopulation im Landkreis Garmisch-Partenkirchen innerhalb eines Jahres verdreifacht.

„Eine Bache kann zweimal im Jahr jeweils bis zu acht Frischlinge werfen“, sagt Jäger Bauer. Schwarzwild dürfe zwar das gesamte Jahr über geschossen werden, aber: „Die Tiere sind sehr schlau und nur nachts aktiv“, erklärt er. „Der Bestand ist hier im Landkreis Gott sei Dank noch nicht so groß“, sagt Hesslinger. „Aber wir sind um jedes Wildschwein froh, das wir nicht haben.“ Die Population solle so gut wie möglich begrenzt werden.

Den Jägern hilft seit 2015 eine Internetkarte, in der Beobachtungen dokumentiert werden. Projektleiter Max Peter Montgelas vom Bayerischen Jagdverband verweist auf die über 800 Nutzer von „BJVdigital“. „Die Seite ist nach den Bedürfnissen der Jäger gestaltet.“ Auch speziell ausgerüstete Jagdhunde sollte es zukünftig geben, rät von Poschinger. Das sei die einzige wirksame Maßnahme gegen ein Überhandnehmen von Wildschweinrotten.

Birgit Botzenhart

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