Beate Zschäpe: Verteidiger fordern maximal zehn Jahre Haft

Beate Zschäpe: Verteidiger fordern maximal zehn Jahre Haft
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Mit 100 Gramm Marihuana war ein 34-jähriger Tölzer erwischt worden.

Amtsgericht

100 Gramm Marihuana auf Irrwegen unterwegs

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Der Angeklagte gab den Unschuldigen. „Das Päckchen habe ich nicht bestellt. Damit habe ich nichts zu tun“, beteuerte der 34-jährige Tölzer, dem die Staatsanwaltschaft zur Last legte, knapp 100 Gramm Marihuana übers Internet erworben zu haben. Das Gericht verurteilte ihn am Ende zu 5600 Euro Geldstrafe.

Bad Tölz/Wolfratshausen– Das Rauschgift befand sich in einer Postsendung, die Anfang August vorigen Jahres in Nürnberg sichergestellt worden war. Weil sich der Adressaufkleber gelöst hatte, wurde das Paket geöffnet. Darin fand man neben einem „grün-braunen Gemisch von würzigem Geruch“ auch die Adresse des Bestellers. Absender war ein Autohaus in Sachsen, was auf ein Geschäft im sogenannten Darknet schließen lässt. Der Fall landete bei der Kripo in Weilheim, die Anfang Januar dieses Jahres die Wohnung des Angeklagten durchsuchte. Dabei fielen den Ermittlern weitere 2,9 Gramm Marihuana sowie 0,9 Gramm Amphetamine in die Hände. Diesen Punkt der Anklage räumte der Tölzer ein, weil Leugnen zwecklos gewesen wäre.

Allerdings will er „das Marihuana von einem Spezl bekommen“ haben, dem auch das Amphetamin gehörte, welches „noch von Silvester da lag“. Wenn man eins und eins zusammenzähle, ergebe sich ein Bild, sinnierte Richter Helmut Berger. Ihn konnte der Angeklagte, der schon mal in Jugendjahren mit Drogen auffällig geworden war („ich habe natürlich eine Vorgeschichte“), mit seiner Einlassung nicht überzeugen.

„Die Frage ist doch: Gibt’s irgendjemand anderen, der als Besteller in Frage kommt. Ist jemand da, der das Paket abfängt?“, fragte Berger in seiner Urteilsbegründung. Dafür fand das Gericht keine Anhaltspunkte. „Dann bleibt mir nichts anderes übrig“, begründete der Richter seine Entscheidung. Er verurteilte den Tölzer zu 160 Tagessätzen zu je 35 Euro.

Die Staatsanwaltschaft hatte eine Haftstrafe von sechs Monaten und zwei Wochen beantragt, sowie eine Zahlung von 1500 Euro als Bewährungsauflage.

rst

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