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Der WhatsApp-Chat mit der 14-Jährigen begann ganz harmlos. Dabei blieb es aber nicht.

Vorwurf der Vergewaltigung

14-Jährige im Chat missbraucht? Junger Loisachtaler steht vor Gericht

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Ein 23-Jähriger aus dem Loisachtal muss sich seit Dienstag wegen Vergewaltigung sowie der Beschaffung und Verbreitung pornografischer Schriften vor dem Jugendschöffengericht verantworten.

Bad Tölz-WolfratshausenEs begann mit den Worten „Na, Süße“ in einem Whatsapp-Chat. Doch so harmlos blieb der Handy-Kontakt zwischen einem jungen Mann aus dem Loisachtal und einem 14-jährigen Mädchen nicht. Nun muss sich der heute 23-Jährige wegen Vergewaltigung sowie der Beschaffung und Verbreitung pornografischer Schriften vor dem Jugendschöffengericht verantworten.

Der Angeklagte, damals 20, nahm Ende 2017 mit mehreren Jugendlichen am Videospiel „Overwatch“ teil. Dabei erfragte er von einer Mitspielerin deren Handynummer – die er in der Folge für ziemlich üble Aktionen missbrauchen sollte. Schon bald nach der ersten Kontaktaufnahme lenkte er die Konversation mit dem damals 14 Jahre alten Mädchen aus dem Raum Nürnberg auf eine sexuelle Ebene. Wie aus dem 54-seitigen Chatverlauf hervorgeht, schickte er dem Mädchen mehrmals Fotos seines erigierten Geschlechtsteils und forderte es auf, ihm ebenfalls intime Bilder zu schicken.

Angeklagter soll Opfer (14) gedroht haben, ihr das Leben zur Hölle zu machen

Nur vorübergehend begnügte er sich mit einem Foto, auf dem sie nur BH trug. Im weiteren Verlauf des Chats, der sich über viele Stunden hinzog, nötigte der Beschuldigte das Mädchen, sexuelle Handlungen an sich vorzunehmen und ihm Bilder davon zu senden. Andernfalls werde er ihr „das Leben zur Hölle machen“.

Heute schäme er sich dafür, sagte der Angeklagte vor Gericht. Dass das Mädchen noch so jung gewesen sei, habe er nicht gewusst. Für die Teilnahme an dem Videospiel galt ein Mindestalter von 14 Jahren. „Ich habe geglaubt, dass sie 18 ist“, beteuerte er. Dagegen sprach nach Ansicht des Gerichts das Foto der Geschädigten. „Daraus hätten sie schließen können, dass Sie jünger ist“, sagte Jugendrichterin Friederike Kirschstein-Freund. Auch das Bekenntnis des Mädchens, ihre sexuelle Erfahrung beschränke sich auf den Sexualkunde-Unterricht in der Schule, sei ein deutliches Indiz gewesen, so die Richterin.

Mitspieler bestärkte Mädchen, sich der Mutter anzuvertrauen

Das Opfer hatte sich von den Drohungen des Angeklagten einschüchtern lassen. Es nahm die Rolle der „Sklavin“ an, die ihrem „Meister“ zu gehorchen hatte. Ein weiterer Mitspieler aus der Videorunde hatte geahnt, was ablief, und die 14-Jährige, die „ziemlich am Boden“ gewesen sei, darin bestärkt, sich ihrer Mutter anzuvertrauen und zur Polizei zu gehen. Laut dem Zeugen war dem Angeklagten schon damals das Alter des Mädchens bekannt.

Im Zuge der Ermittlungen fand die Kripo auf dem Handy des Beschuldigten einen zweiten Chatverlauf, der auf eine weitere sexuell motivierte Straftat hindeutete. Während seiner Lehre soll der junge Mann eine Auszubildende (18) durch Drohungen mehrmals zum Oralsex genötigt haben. Der Angeklagte erklärte jedoch, dieser Geschlechtsverkehr sei einvernehmlich gewesen, weil die Frau „Gefühle für mich hatte“. Druck habe er nur beim letzten Mal ausgeübt als die junge Frau ihm (wie nach ihrer Aussage schon zuvor einige Male) zu verstehen gegeben hatte, dass sie keine Lust mehr habe, seine Wünsche zu erfüllen. Zu dem vereinbarten Treffen kam es nicht mehr, weil just an dem Tag die Kripo mit einem Durchsuchungsbeschluss vor der Tür stand. Der Prozess wird fortgesetzt.  rst

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