Jeden Abend wird ein neues Video auf die Tragpfeiler der Tölzer Isarbrücke projiziert.
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Jeden Abend wird ein neues Video auf die Tragpfeiler der Tölzer Isarbrücke projiziert.

Endspurt beim digitalen Adventskalender

24 Türchen, 24 Kulturschaffende, 24 Kunstwerke unter der Isarbrücke

Der digitale Tölzer Adventskalender ist ein kleines Meisterwerk. Moderne Medien zeigen 24 Künstler und somit die kulturelle Vielfalt des Oberlands. Und alles unter der Tölzer Isarbrücke.

Bad Tölz – Für die Zuschauer bleibt der Kalender auf der neuen Internetseite www.isarstreetart.de erhalten. Der Zuschauer zuhause am Bildschirm denkt unwillkürlich: Wie lange hat man diese Menschen und ihre Kunst nicht mehr gesehen? Die Bananafishbones (7. Türchen) raten zum Beispiel, sich sieben Tage die Woche nicht aufzuregen. Das Tölzer Marionettentheater (4. Türchen) beschwört Zauberhaftes in der Vorweihnachtszeit. Ganz besondere Stimmung herrscht bei den Bildern der Goaßlschnalzer (13. Türchen) am Kalvarienberg, die die bösen Geister austreiben.

Die knapp einminütigen Videoclips werden abends ab 18 Uhr auf die Wände unter der Isarbrücke projiziert und sind dann auch im Internet auf www.bad-toelz.de zu sehen, auf Instagram unter #isarstreetart und auf Facebook. Drei Künstler unter der Leitung des Tölzers Axel Berger haben deshalb dieser Tage immensen Stress und freuen sich auf ruhige Feiertage. Über 300 Arbeitsstunden von jedem stecken seit Ende November in dem Kunstprojekt. „Es gab zwar ein Budget, aber wir freuen uns über jede Spende“, sagt der Graffitikünstler.

Am 24. Dezember ist symbolische Übergabe zurück an die Jugendlichen, für die die Wände eigentlich da sind (wir berichteten). „Wir sind dankbar, dass wir so kurzfristig die Fläche haben konnten“, betont Berger. Zusammen mit Flo Beyer und Flo Scheitler produziert Berger die allermeisten Videos selbst, inklusive Musikauswahl, was ihm manches Kopfzerbrechen bereitet.

Dass auf den Wandflächen nichts mehr von der Stadtsilhouette und dem Adventskalender übrig bleiben wird, sieht Berger nüchtern. „Das gehört zu dieser Kunst, dass sich alles verändert. Ich hab’ aber schon so viele Ideen – von anderen und mir – gesammelt, dass es etwas Neues geben wird“, macht er neugierig. Es bleibt die Hoffnung auf einen Sommer, in dem die Künstler wieder vor ihren Fans auftreten können.  (bib)

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