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Mit viel Spaß bei der Sache sind die Aufbauhelfer, die das große Zelt fürs „Summer Village“ im Moraltpark errichten.

Zum Start des Festivals

30 Securitys und mehr Bauzäune auf dem „Summer Village“

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Das Festivalgelände des „Summer Village“ wird heuer erstmals komplett abgeriegelt. Um die Sicherheit zu gewährleisten, spielen Retter und der Security-Dienst außerdem vorher mögliche Szenarien durch.

Bad Tölz – Peter Frech erinnert sich noch an Zeiten, in denen er nicht jeden Rucksack öffnete und hineinschaute. Der Tölzer ist nicht nur Veranstalter des an diesem Donnerstag beginnenden „Summer Village“-Festivals, sondern auch Chef einer Security-Firma. Logisch, dass sich Frech gerade bei seiner eigenen Veranstaltung beim Thema Sicherheit keine Blöße geben will. Seine Mitarbeiter – 30 Kräfte sind bis Sonntagabend im Einsatz – sollen in jeden Rucksack schauen.

Stichprobenartige Kontrollen bei Großveranstaltungen sind Geschichte, sagt Frech. Spätestens seit ein Amok laufender Schüler am 22. Juli 2016 am Olympia-Einkaufszentrum (OEZ) in München neun Menschen tötete und Terroranschläge die Großstädte Europas erschüttern, haben die Vorsichtsmaßnahmen enorm zugenommen. Die Kosten für Sicherheitsmaßnahmen seien wegen der vielen Vorfälle seit 2016 um 20 bis 30 Prozent gestiegen, sagt Frech. „Daran orientiert man sich auch auf dem Land.“ Als Beispiel nennt Frech das große Open-Air-Konzert der Band „The Heimatdamisch“. Für den Abend in der Tölzer Marktstraße am 2. August hat Frechs Firma ein 70-seitiges Sicherheitskonzept erarbeitet.

Rucksackkontrolle: Heuer geht es strenger zu

Und auch auf dem „Summer Village“ geht es heuer strenger zu. Das Gelände im Moraltpark wird komplett mit Bauzäunen abgesperrt – zum ersten Mal auch von der Isarseite her. „So haben wir einen abgeschlossenen Bereich, den wir überwachen können“, sagt der Veranstalter. Und: Die Besucher müssten mit längeren Wartezeiten rechnen, wenn sie große Rucksäcke mitbringen. Im Gegensatz zu einem Konzert in der Münchner Olympiahalle könne man bei einem Familienfest in Tölz nicht sämtliche Taschen verbieten.

Frech hat bemerkt, dass die Menschen mehr Wert auf Sicherheitsvorkehrungen legen. An diesem Samstag sind Mitarbeiter von ihm im Olympiastadion bei Robbie Williams im Einsatz, zuletzt betreuten sie dort das Konzert von Andreas Gabalier. „Da haben wir ein sehr positives Feedback bekommen.“

„Es braucht nur ein Spinner einen Böller zu zünden.“

Dafür ist gute Vorbereitung wichtig: Am Dienstag, zwei Tage vor dem „Summer Village“, kamen Vertreter von Polizei, Feuerwehr und Ordnungsamt sowie Securitys und Sanitäter zu einer Generalbesprechung zusammen. Großzügige Rettungswege und genügend Notausgänge wurden festgelegt und mögliche Szenarien durchgespielt: Was kann passieren, wenn der Blitz genau dort einschlägt, wo Gasbehälter und Stromanschlüsse sind? Wo ist Brandgefahr? An welchen Ständen wird gegrillt?

Die Sicherheitskräfte richten ihr Augenmerk weniger auf natürliche als auf menschliche Gefahrenquellen: „Es geht um Störer – egal, ob sie politisch rechts oder links sind“, sagt Frech. „Da braucht nur ein Spinner im Zelt einen Böller zünden, und eine Massenpanik bricht los.“

Abgesehen vom Sicherheitsaspekt hat Frech heuer noch für etwas anderes mehr Geld ausgegeben – „für gescheite Toiletten. Die kosten das Dreifache, sind aber ein wichtiges Aushängeschild auf dem Gelände.“

Bands, Comedy, Akrobatik: Das ist alles geboten beim „Summer Village 2017“.

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