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Neben den Zeugnissen gab es auch Sonnenblumen für die Absolventen. 

Abschied von der Tölzer Realschule: Durchbeißen hat sich gelohnt

Bad Tölz – „Applaus, Applaus!“ – mit einer eigens umgedichteten Version des bekannten Lieds der „Sportfreunde Stiller“ verabschiedete sich die Gitarrengruppe der Tölzer Realschule von den diesjährigen Abschlussklassen.

Doch auch sonst fehlte es bei der Feier nicht an Beifall, und das aus gutem Grund: Alle Buben und Mädchen haben den Abschluss geschafft.

Schülersprecherin Maren Kluge sprach im Namen der Abschlussklassen zum Publikum: „Meine Vorstellung von der Schule wurde früh von einem Kinderbuch geprägt, von Pippi Langstrumpf.“ Diese stellt sich die Schule als Ort ohne Arbeit vor, wo es gratis Süßigkeiten gibt. „Was die Produktivität angeht, können wir froh sein, dass es in Wirklichkeit nicht so ist.“

Allen Schülern mit weniger guten Abschlussnoten machte Kluge Mut: „Tests und Schulaufgaben beurteilen nur einen Teil unserer Talente.“ An prominenten Beispielen wie Albert Einstein könne man sehen, dass Erfolg nicht allein von der Schulbildung abhängig sei. „Seid daher mutig wie Mann und Einstein. Und behaltet euch die Leichtigkeit einer Pippi Langstrumpf!“

Mahnendere Worte fand Schulleiterin Barbara Lottner. „Wissen ist Macht, nichts wissen macht aber nichts“ – diesem Motto dürfe man in Zeiten der schnellen Wissensbeschaffung via Internet nicht verfallen. „Die Fähigkeit, Zusammenhänge zu erkennen und so selbstständig zu denken, bleibt da auf der Strecke.“ Mit Blick auf die Abschlussklassen zog Lottner ein positives Resümee: „Manche zeichnen gerne ein negatives Bild von unserer Jugend, aber dem kann ich nicht zustimmen. Wobei so mancher erst in der letzten Sekunde verstanden hat, dass man zum Bestehen der Abschlussübungen auch lernen muss.“

Vize-Bürgermeister Andreas Wiedemann ermunterte die Absolventen zu Einsatzbereitschaft, wobei sie sich auch auf Umwege einstellen müssten. Auf die Tücken einer Baustelle, die das Leben nicht selten sei, seien die Schüler aber – auch dank der Bauarbeiten im Schulgebäude – gut vorbereitet. Elternbeiratsvorsitzende Traudl Fischer erinnerte an die anstrengenden Monate, die vor dem Abschluss standen. „Du schaffst das schon“, diese Worte hätten die Schüler in dieser Zeit oft gehört. „Dabei erhöht das oft den Druck.“ Mit dem Zeugnis hielten die Schüler nun jedoch den Beweis in Händen, dass es sich lohnt, sich „durchzubeißen“. „Jetzt gibt es in eurem Leben noch viel zu erreichen, also packt es an.“  mwh

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