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Kommen und Gehen in der Innenstadt (von links oben im Uhrzeigersinn): In den bisherigen Räumen von „Bonita men“ öffnet bald das Modegeschäft Tredy; Bademoden Kaulberg schließt; die „Smartphone-Werkstatt“ an der Nockhergasse hat im Dezember eröffnet; „Hut und Tracht“ nimmt den Platz von „Mode und Tracht“ ein.

Tölzer Geschäfte-Karussell

Abschied und Neustart im Einzelhandel

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Für die einen ist der Standort Bad Tölz nicht mehr lukrativ genug – für die anderen das Ziel ihrer geschäftlichen Träume: Im Einzelhandel in der Stadt herrscht wieder einmal reges Kommen und Gehen.

Bad Tölz – Neue Läden öffnen, andere bauen um oder schließen: Die Tölzer Innenstadt ist ein begehrter Geschäftsstandort, an dem immer viel in Bewegung ist. Trotzdem: Für einzelne Läden hat sich ausgerechnetdie Marktstraße offenbar als unlukrativ erwiesen.

Für die Firma Kaulberg hat die Schließung ihres Ladens an der Marktstraße 49 einen klaren Grund: „Seit das Alpamare geschlossen ist, ist das Geschäft rückläufig“, erklärt eine Sprecherin des Unternehmens auf Anfrage. Mitte März sei daher Schluss mit dem Verkauf von Badeanzügen und -hosen in Bad Tölz. Der 1990 gegründete Hersteller von Unterwäsche und Bademoden hat seinen Sitz in Hirschaid (Kreis Bamberg) und betreibt noch zehn weitere Badeshops.

Nicht den gewünschten Umsatz machte offenbar auch das Textilgeschäft „Bonita men“ (Zielgruppe: Männer ab 40) in Bad Tölz. Die Filiale an der Marktstraße 12 hat Ende Januar geschlossen – „weil diese nicht mehr profitabel war“, so Unternehmenssprecherin Lena Wulfmeyer. Die Geschäftsaufgabe sei „im Rahmen unseres Reset-Programms“ erfolgt. Auf der Homepage des Dachkonzerns, der Tom Tailor Group, ist die Strategie nachzulesen: „konsequente Trennung von unprofitablen Aktivitäten und Regionen“.

Eine andere Modekette ließ sich nicht lang bitten, die frei gewordenen Räumlichkeiten zu übernehmen: Der Filialist Tredy will am 22. Februar eröffnen. „Damenoberbekleidung im mittleren Preissegment“ biete man den Kunden an, erklärt eine Sprecherin, und zwar in den Größen 36 bis 48. Obwohl es deutschlandweit etwa 150 Niederlassungen gibt, ist Tredy in Bayern noch nicht so bekannt. „Bisher findet man uns vorwiegend im Rheinland und in Niedersachsen“, so die Sprecherin. Und warum hat man sich nun Bad Tölz als neuen Standort ausgesucht? „Tölz spricht doch für sich“, antwortet die PR-Mitarbeiterin. „Die Fußgängerzone ist einfach nur toll.“

Das sieht Pankraz Schaberl genauso. „Wir sind alle bereits sehr gespannt auf unser neues Geschäft in der wunderschönen Marktstraße“, sagt er. Schaberl wird den Laden „Hut und Tracht“ führen, der Mitte März an der Marktstraße 25 anstelle des geschlossenen „Mode und Tracht“ eröffnen wird. Derzeit werde das historische Haus von grundauf erneuert.

Trotz der Namensähnlichkeit hängen Vorgänger und Nachfolger nicht miteinander zusammen. Den Laden „Mode und Tracht“ hatte Claudia Steuer 20 Jahre lang geführt, bevor sie im Herbst 2016 in Ruhestand ging. „Hut und Tracht“ ist dagegen mit einem gleichnamigen Geschäft in Holzkirchen verbandelt – beide gehören Regina Redel, Inhaberin des Trachtenhauses „Da Rädl“ in Feldkirchen-Westerham. „Hut und Tracht“ übernimmt laut Schaberl nun das Personal des bisherigen Tölzer Geschäfts, „und wir ergänzen es durch eine Mitarbeiterin aus Holzkirchen und mit mir“.

Die Ausrichtung werde nun „etwas jünger und traditioneller“, wobei man „die von den bisherigen Kunden geschätzten Marken“ weiterhin anbiete. Zum Sortiment werde auch eine große Auswahl handgefertigter Hüte gehören.

Etwas weiter unten in der Marktstraße werden Hutfreunde dagegen seit geraumer Zeit nicht mehr fündig. Laut einer Notiz an der Tür ist das Hutgeschäft Franz Xaver Hillerbrand an der Marktstraße 13 – nicht zu verwechseln mit dem Hutgeschäft Anton Hillerbrand an der Lenggrieser Straße – „aus gesundheitlichen Gründen“ geschlossen. Passanten stören sich immer wieder am ungepflegten Erscheinungsbild des Schaufensters, in dem auffallend viele tote Fliegen liegen.

Einen Neuanfang gibt es unterdessen ein wenig abseits der Marktstraße. Dort ist seit Ende 2016 das Geschäft „Smartphone-Werkstatt 24“ ansässig. Dort werden Smartphones und Tablets aller Marken sofort repariert. Unternehmensgründer Sascha Schmierentz wuchs im Raum Weilheim auf, zog 2011 nach München und begann dort, Handys zu reparieren, „erst am Küchentisch und ab 2012 im eigenen Büro“, wie er berichtet. Seither wurde daraus ein Unternehmen mit acht Mitarbeitern an den Standorten München, Weilheim und nun auch Bad Tölz.

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