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Langjährige Weggefährten in der gemeinsamen Krankenhausseelsorge (v. li.): Diakon George Papp, Marie Luise Perzlmaier (Kirchenvorstand), Bettina Emmrich (Heimleitung Josefistift), Michael Wild, Pfarrerin Kathrin Wild und Dekan Martin Steinbach.

Evangelische gemeinde

Abschied von einer „großherzigen Frau“

Voll besetzt war die evangelische Johanneskirche zum Abschied von Kathrin Wild. Die Seelsorgerin lässt sich nach zehnjährigem Dienst aus persönlichen Gründen beurlauben.

Bad TölzAls Seelsorgerin im Krankenhaus hat sie Verzweiflung, Trauer und Tod erlebt. Aber als Predigt für ihren Verabschiedungsgottesdienst am Sonntag wählte Pfarrerin Kathrin Wild die Hochzeit von Kana. „Jesus sitzt dort inmitten einer fröhlichen Gesellschaft“, und Freude werde im Christentum groß geschrieben, verdeutlichte sie. Jesu erstes Wunder – die Verwandlung von Wasser zu Wein – sei aber ohne Aufsehen passiert. „Gottes Wirken geschieht oft im Unbedeutenden“, sagte die Seelsorgerin und zog eine Parallele zu ihrem Wirken. Oft habe sie nicht wissen können, wie viel Trost ihre Worte Angehörigen bedeutet haben. Aber ihre Tätigkeit habe sie gelehrt, dass das Leben unvorhersehbar, kostbar und zerbrechlich sei.

Die evangelische Johanneskirche war zum Abschied der Seelsorgerin voll besetzt. Der Kirchenchor gestaltete den Gottesdienst feierlich mit. Wild lässt sich nach zehnjährigem Dienst aus persönlichen Gründen beurlauben, auch, um mehr Zeit mit der Familie verbringen zu können. Aushelfen will die 55-Jährige aber auch weiterhin.

Nach dem Gottesdienst wurde die Geistliche von Wegbegleitern verabschiedet. Humorvoll erinnerte Marie Luise Perzlmaier vom Kirchenvorstand an Wilds Amtsantritt: „Du kamst als blonde Preußin und hast für eine Aufhellung der fränkisch geprägten Männerwelt gesorgt.“ Wild sei für die Stelle der Krankenhausseelsorgerin wie gemacht gewesen. George Papp überbrachte die Grüße der katholischen Seelsorger. „Wir sind aufeinander angewiesen und näher beieinander, als es scheint“, sagte er. Dass Wild ganz den Menschen zugewandt war, hätten alle gespürt. Heimleiterin Bettina Emmrich vom Josefistift dankte für die Gespräche, die den Heimbewohnern gut getan hätten und nannte Wild eine „großherzige Frau“.

Dekan Martin Steinbach verriet, dass sich auf die Stelle der Seelsorgerin bisher nur Frauen beworben hätten. Es bestehe also die Chance, dass das weibliche Element im Team erhalten bleibe. (bib)

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