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Die Besten der Schule und ihre Gratulanten: (vorne, v. li.) Alina Mertel (Notendurchschnitt 1,57), Alexandra Pfluger (1,57), Christina Niedermühlbichler (1,08), Michaela Uebelacker (1,35) und Anna Bogner (1,46) sowie (Mitte, v. li.) Sophia Adlmaier (1,29), Martha Ehrtmann (1,03), Verena Frech (0,86), Theresa Näck (1,46) mit (hinten, v. li.) Schulleiter Andreas Stefan, Lenggries’ Zweiter Bürgermeister Franz Schöttl und Absolvent Daniel Härtl (1,50).

Abschlussfeier der FOS und BOS in Bad Tölz

„Bleibt selbst Eure kritischsten Betrachter“

305 Absolventen der Tölzer Fachober- und Berufsoberschule erhielten am Montag bei einem Festakt im Kurhaus ihre Abschlusszeugnisse. Die beste Leistung erzielte Verena Frech aus Lenggries – ihre Abiturnote beträgt außergewöhnliche 0,86.

Bad Tölz Verena Frech aus Lenggries ist nicht nur die Beste der Klasse F 13, sondern die erfolgreichste Schülerin in ganz Bayern. Insgesamt freut man sich an der Tölzer FOS und BOS heuer über 30 Jugendliche mit einem Einserabitur.

Soziologielehrer Markus Theil moderierte den Festakt im voll besetzten Kurhaus. Als Motto wählte er provozierend „Generation Selfie“. Die Jugend spiegle sich am liebsten selbst im Internet, nämlich als Selbstdarsteller auf Plattformen wie Instagram. „So werdet ihr gesehen“, stellte Theil klar. Als er aber die zehn Schulbesten auf die Bühne holte und nach ihren weiteren Wegen fragte, strafte dies das Klischee Lügen. Auf Verena Frech zum Beispiel wartet die Aufnahmeprüfung ins Maximilianeum für besonders begabte Studenten. Die Stipendiaten erhalten dort freie Kost und Logis für die Dauer ihres Studiums. Drei andere Schülerinnen werden die 13. Jahrgangsstufe beginnen. Die anderen Wege führen zur Polizei, ins Gesundheitsmanagement, in die Literatur als Autorin, ins Studium der sozialen Arbeit, zu Kinderosteopathie und nach Argentinien in den freiwilligen Dienst für benachteiligte Schulkinder.

Im voll besetzten Kurhaus lauschten die jungen Erwachsenen den Festreden und nahmen Glückwünsche entgegen.

Dreimal so groß wie an einem Gymnasium sei die Schülerzahl des Abiturjahrgangs der beruflichen Oberschulen, erklärte Schulleiter Andreas Stefan. 305 erhielten Abschlüsse: 233 das Fachabitur, 72 die Allgemeine Hochschulreife. Andreas Stefan bereitete die Jugendlichen darauf vor, dass „die wenigsten zehn Jahre nach der Ausbildung noch genau das machen, wofür sie ausgebildet wurden“. Bereitschaft zur Veränderung sei unerlässlich. Er mache sich aber „überhaupt keine Sorgen“. Außerdem dankte er für das tolerante Miteinander im Schulalltag.

Viel Applaus erhielt die herzlich formulierte Rede von Schülersprecherin Emily Maaß (F12), die die Lebensläufe der Absolventen in Kapitel eingeteilt hatte, beginnend mit dem Kindergarten. In Kapitel fünf, an der Berufsoberschule, wurde es „ernst“, aber die Jugendlichen konnten auch wertvolle Erfahrungen sammeln: „Wir lernten Zusammenleben, wie man weiterkämpft, wir erfuhren Hilfsbereitschaft. Niemand blieb zurück. In Lernteams blühten die Eigenschaften eines jeden einzelnen auf“, sagte Maaß. „Jetzt können wir Karriere machen. Kapitel sechs kann beginnen.“

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Schulleiter Andreas Stefan, die Sprecherin des Elternbeirats, Anne Wilhelm, sowie Zweiter Bürgermeister Andreas Wiedemann appellierten an die Jugendlichen, nicht in der „Generation Selfie“ stehen zu bleiben. „Bekennen Sie Farbe und mischen Sie sich ein!“, sagte Wilhelm. Der Staat lebe von der Gemeinschaft und nicht von „Ich-Menschen“, mahnte Wiedemann. Franz Schöttl, stellvertretender Bürgermeister in Lenggries, zeigte sich besonders erfreut, dass die beiden besten Schülerinnen, neben Verena Frech noch Martha Ehrtmann mit 1,03, aus Lenggries kommen. Er erinnerte die Abiturienten daran, die Ausbildungschancen und -qualitäten in den heimischen Betrieben wertzuschätzen. „Das ist keine Selbstverständlichkeit.“ Jene, die es in die Ferne ziehe, bat er, dem Isarwinkel treu zu bleiben. Theil, der unterhaltsam moderierte, riet allen Absolventen: „Bleibt selbst Eure kritischsten Betrachter. In Euch steckt so viel.“ (bib)

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