Die überwiegende Zahl der Schüler hat die generelle Maskenpflicht in den ersten zwei Schulwochen nach Aussagen von Schulleitern problemlos eingehalten – hier ein Foto aus dem Gymnasium Miesbach.
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Die überwiegende Zahl der Schüler hat die generelle Maskenpflicht in den ersten zwei Schulwochen nach Aussagen von Schulleitern problemlos eingehalten – hier ein Foto aus dem Gymnasium Miesbach.

Bilanz nach den ersten Wochen

Bad Tölz: Abstand in der Schule, Enge im Bus

  • Franziska Seliger
    vonFranziska Seliger
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Abstand halten, Maske aufsetzen, Hygienekonzepte: Die erste Zwischenbilanz des Schuljahrs unter Corona-Bedingungen fällt gemischt aus.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Ein alles andere als gewöhnliches Schuljahr ist angelaufen: An den Schulen läuft seit 8. September zwar wieder in vollem Umfang Präsenzunterricht – doch Corona bestimmt auch hier den Alltag. Die Bilanz im Landkreis nach den ersten vier Wochen fällt gemischt aus. An der Südschule in Bad Tölz und der Mittelschule Dietramszell wurden wie berichtet je eine Klasse in Quarantäne geschickt, am Ickinger Gymnasium gar die gesamte elfte Jahrgangsstufe. Der Alltag mit Masken hingegen scheint insgesamt zu funktionieren.

Im Großen und Ganzen sind die Schulleiter im Tölzer Land mit ihren Schülern sehr zufrieden. An die Maskenpflicht, die während der ersten beiden Schulwochen nicht nur auf dem Schulgelände, sondern auch während des Unterrichts galt, habe sich die überwiegende Zahl der Schüler problemlos gehalten, wie sie berichten.

Die Akzeptanz bei ihren Schülerinnen sei „sehr, sehr hoch“ gewesen, bilanziert etwa Dr. Barbara Fischer, Stellvertretende Schulleiterin der St.-Ursula-Realschule Hohenburg. Unbedingt wollten ihr zufolge alle vermeiden, vom Präsenz- wieder in den Distanzunterricht zuhause wechseln zu müssen. Lediglich das Verhalten während der Pausen im Freien habe nach den Ferien einer gewissen „Eingewöhnungsphase“ bedurft, sagt Fischer. So hätten sich die Schülerinnen beispielsweise erst daran gewöhnen müssen, dass sie während des Essens ohne Maske von ihren Freundinnen Abstand halten müssen.

Ähnlich fällt die Bilanz von Alexander Göbel aus: Die zweiwöchige komplette Maskenpflicht „hat auf dem Gelände gut funktioniert“, bilanziert der Schulleiter des Tölzer Gabriel-von-Seidl-Gymnasiums. Die Schüler hätten sich „relativ brav an die Regeln gehalten“.

„Problematische“ Situation an den Bushaltestellen

Als „problematisch“ empfinde er bis heute die Situation an den Bushaltestellen. Sie lägen außerhalb des Schulgeländes und damit außerhalb des direkten Einflussbereichs der Schule. Hier stünden die Kinder oft ohne Maske und dicht gedrängt. Auch in den Bussen würden teilweise keine Masken getragen, wie er von den Busunternehmen erfahren habe. Dass die Masken angelegt sind, müssten zwar die Busfahrer kontrollieren – in der Praxis sei das aber nicht machbar, sagt Göbel und verweist außerdem auf Vorfälle – etwa in Frankreich –, bei denen Busfahrer von Passagieren angegriffen wurden, weil sie sie auf die Pflicht hingewiesen hatten.

Manfred Ilitz, Schulleiter an der Realschule in Schlehdorf, ist selbst schon zur Bushaltestelle gegangen, um seine Schüler zu ermahnen, an Masken und Abstand zu denken. In den Bussen allerdings, sagt Ilitz, könnten die Kinder aufgrund der Enge den Mindestabstand oft gar nicht einhalten. Ansonsten seien die ersten Wochen an seiner Schule aber „ganz gut gelaufen“. Statt herkömmlicher Mund-Nasen-Bedeckungen habe die Schule Klarsichtmasken für die Schüler angeschafft. Sie zu tragen, sei weit weniger anstrengend. Außerdem könne man durch sie die Mimik des Gegenübers sehen und ein Redner sei besser zu verstehen. „Es klingt sonst alles sehr dumpf“, sagt auch der Tölzer Gymnasiumsleiter Göbel. Anstrengend sei es für alle gewesen, den ganzen Schultag Masken zu tragen, sagen die Schulleiter.

Vorbereitungen für möglichen Distanzunterricht laufen

In einem Schreiben an den Tölzer Kurier berichtet eine Mutter aus Bad Tölz davon, dass ihre Tochter kollabiert sei, weil sie bei 26 Grad bei Sportübungen im Pausenhof Maske habe tragen müssen. „Meine Tochter hat keine Luft mehr bekommen“, klagt die Mutter, deren Tochter das Sonderpädagogische Förderzentrum Bad Tölz besucht.

Schulleiter Klaus Koch sagt, dass es an seiner Schule schon Kinder gäbe, die mit dem Tragen der Masken Probleme hätten. „Im Rahmen unserer Möglichkeiten haben wir auf diese Kinder noch mehr aufgepasst“, sagt Koch. Beispielsweise, indem man ihnen ermöglicht habe, die Masken öfter einmal abzulegen. Nachdem die generelle Maskenpflicht nun passé ist, konzentriere man sich an seiner Schule darauf, sich auf den Notfall – den Distanzunterricht – vorzubereiten. Hier gebe es noch einige Hürden zu meistern. So seien die vom Landratsamt zugesagten Leihgeräte für das Homeschooling noch nicht da.

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