+
Berichteten von ihren Erfahrungen: Schulleiterin Maria-Anna Grimm (li.), Bundestagsabgeordneter Alexander Radwan (Mi.) sowie Roman Haehl (Lehrer Holzkirchen) mit den Praktikantinnen (v. li.) Zeina Fadaly, Sanma Bokr, Sara Sheref, Sandra Hany und Farida Shaarawy. 

FOS/BOS

Ägyptische Praktikantinnen: Nur mit dem Bairisch war’s schwierig

Etwa einen Monat lang arbeiteten fünf ägyptische Praktikantinnen im Landkreis – unter anderem bei der Sparkasse. Sie machten gewaltige Fortschritte.

Bad Tölz-Wolfratshausen – In nahezu perfektem Deutsch berichteten die 17 und 18 Jahre alten Frauen aus Ägypten in der Tölzer Fachoberschule von ihren Erfahrungen. „Der erste Eindruck war, dass hier alles sehr ruhig und klein ist“, sagt Sanma Bokr (18). Es sei kein Vergleich zu ihrer Heimat Alexandria, der zweitgrößten Stadt Ägyptens. Die jungen Frauen besuchen dort eine deutsche FOS – die einzige im ganzen Land. Ähnlich wie in Deutschland müssen die Schülerinnen ein Pflichtpraktikum leisten. Und dafür reisten die Fünf extra nach Oberbayern. Den Kontakt vermittelte der Bundestagsabgeordnete Alexander Radwan, der sich im Rahmen seines Amts um die arabische Welt kümmert. Über die IHK hatte er die Praktikumsplätze gefunden. „Wir wollen auch eine zukünftige Zusammenarbeit mit der Deutschen Schule in Alexandria“, sagte Radwan. „Und hoffen, noch mehr Betriebe zu finden, die sich dazu bereit erklären, eine der Praktikantinnen aufzunehmen.“

Sichtlich Gefallen haben die Mädchen an ihren vorübergehenden Arbeitsstellen gefunden. „Die Leute in meinem Betrieb sind sehr freundlich“, sagt Sandra Hany (17), die bei EagleBurgmann in Wolfratshausen Erfahrungen sammelte. Etwas Probleme gab es zuerst nur mit der bairischen Sprache. „Am Anfang habe ich nichts verstanden“, sagt Sanma. Auch beim Essen mussten sich die jungen Frauen ziemlich umstellen. „Wir dürfen kein Schweinefleisch essen“, erklärt Farida Shaarawy (17). Begeistert war sie dafür von den „bunten Lebkuchenherzen“, während Sanma von den großen Brezen schwärmt.

An der Deutschen Schule der Borromäerinnen – ein katholischer Orden – wird ab dem Kindergarten Deutsch unterrichtet. Obwohl es sich um ein katholisches Institut handelt, hat es auch viele muslimische Schülerinnen. Unterrichtet werden dort nur Mädchen. In der neunten Klasse entscheiden sich die Schülerinnen für Gymnasium oder FOS. Mittlerweile besuchen die fünf Ägypterinnen die 12. Klasse und machen bald ihren Abschluss. Danach wollen alle studieren: Sara Sheref (17) belegt beispielsweise Kunst an der German University in Kairo. Zeina Fadaly (17) „möchte gerne hierbleiben und BWL studieren“.

FOS/BOS-Leiterin Maria-Anna Grimm findet „Auslandskontakte generell wichtig“. Dem Austausch mit Ägypten steht sie allerdings etwas skeptisch gegenüber. „Es wird schwierig sein, Schüler zu finden, die in dieses Land fahren wollen, da es ein Krisengebiet ist.“

Tamara Scheid

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Auf dem Summer Village ist grade richtig viel los!
Auf dem Summer Village ist grade richtig viel los!
Löwen-Fanclub: Sepp Mayr löst „Záto“ Schwerdtner ab
Es gab schon Momente im Leben eines Löwen-Fans, in denen eine Mitgliederversammlung für größere Begeisterung gesorgt hat. Denn als sich der Löwen-Fanclub Isar-Loisach im …
Löwen-Fanclub: Sepp Mayr löst „Záto“ Schwerdtner ab
Eine Brücke zwischen Deutschen und Flüchtlingen bauen
Zu einem ganz besonderen Kabarett wird an diesem Samstag, 22. Juli, nach Benediktbeuern eingeladen: Zu Gast ist der Syrer Firas Alshater.
Eine Brücke zwischen Deutschen und Flüchtlingen bauen

Kommentare