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AfD enttäuscht, SPD geschockt: So kommentierten die Kandidaten das Ergebnis am Wahlabend

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Von: Andreas Steppan, Carl-Christian Eick, Veronika Ahn-Tauchnitz

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Thomas Neumeier gibt in Bad Heilbrunn seine Stimme unter den Augen von Wahlvorsteher Ludwig Bergmann ab. © arp

Ernüchterung, Jubel, Schock, Frust, und Bangen: So breit gefächert war das Gefühlsspektrum der Landtags-Direktkandidaten im Stimmkreis am Wahlabend. Das sind ihre Reaktionen:

Martin Bachhuber (63), CSU: „Mit 38 Prozent habe ich mein Ziel, eine 4 vorne stehen zu haben, verpasst. Gut, man könnte sagen, dass ich gegen zwölf Herausforderer kein schlechtes Ergebnis eingefahren habe. Wir haben einen motivierten und aktiven Wahlkampf gemacht. Generell liege ich aber auch im Abwärtstrend der CSU. Meine Erwartungen waren etwas höher, das gebe ich zu. Aber morgen geht es weiter.“

Hans Urban (40), Bündnis90/Die Grünen: „Das ist ein historischer Wahlsieg. Wir sind klar die zweitstärkste Kraft in Bayern. Das ist die Folge, wenn man Haltung bewahrt und konsequent bei den Sachthemen – Stichwort Flächenfraß und Verkehrswende – bleibt. Auch mit meinem Erststimmenergebnis bis ich sehr zufrieden. Ich danke den Wählerinnen und Wählern und unter anderem der Grünen Jugend im Landkreis für die Unterstützung. Wir haben gemeinsam ein super Ergebnis erreicht, so kann es weitergehen.“

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Florian Streibl (55), Freie Wähler: „Das Ergebnis ist super für uns. Ob die Freien Wähler an der künftigen Regierung beteiligt sein werden, wird sich zeigen. Es liegt an der CSU, ob sie ein bürgerliches oder buntes Bündnis möchte. Ich glaube aber schon, dass wir, also die Freien Wähler, auf eine Regierung zusteuern.“ Und zur Frage, ob er für ein Ministeramt bereit stehen würde: „Ich hatte in der Familie mal einen Ministerpräsidenten. Daher weiß ich, was mit einer solchen Aufgabe verbunden ist.“
Anne Cyron (63), AfD: „Der freie Fall der CSU war seit Wochen deutlich sichtbar und der Absturz nur das Ergebnis der letzten Wochen. Die CSU hat es seit langer Zeit versäumt, eine gründliche Analyse für das Schwinden des Wählervertrauens durchzuführen. Man hat es sich selbst schön geredet in der Hoffnung, dass der traditionsbewusste bayerische Wähler doch wieder sein Kreuzchen bei der CSU machen würde. Zum Ergebnis der AfD: Mein persönliches Ergebnis ist mir noch nicht bekannt. Von einem Ergebnis 11 Prozent plus für die AfD war ich ausgegangen – meine Enttäuschung über das vorläufige Wahlergebnis kann ich jedoch nicht verhehlen.“

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Robert Kühn (35), SPD: „Ich persönlich und wir sind natürlich geschockt über das Ergebnis der Wahl und das Abschneiden der SPD. Bitter ist, dass die AfD vor uns liegt, wie es auch schon bei der Bundestagswahl war. Wir haben alles dazu getan, ein bestmögliches Ergebnis zu erzielen, aber es hat augenscheinlich nicht gereicht. Ich selbst bin jedoch ein zuversichtlicher Mensch – beim nächsten Wahlkampf werden wir wieder kämpfen. Wir sind die älteste Partei Deutschlands und werden weiterhin eine starke Stimme sein. Wir haben eine massive Wahlschlappe eingesteckt, jetzt heißt es Zähne zusammenbeißen, eine Nacht drüber schlafen und nach vorne schauen.“

Fritz Haugg (48), FDP: „Wichtiger als mein Erststimmenergebnis ist mir, dass am Ende die 5,0 Prozent stehen, denn weitere fünf Jahre außerparlamentarische Opposition wären eine große Belastung für die FDP. Bei 4,9 Prozent wäre ich enttäuscht, dass wir umsonst so viel Arbeit investiert haben. Im Vergleich zur Bundestagswahl ist der große Unterschied, dass die Freien Wähler auf Bundesebene keine große Rolle spielen, bei der Landtagswahl aber um ein ähnliches Wählerpotenzial konkurrieren wie wir.“  ast/va/cce/sw

Elmar Gehnen (62), Linke: War für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

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