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Amtswechsel:  Der Lenggrieser Alfred Schmeide (li.) ist Nachfolger von Karl Murböck aus Wegscheid und damit als Kreisbrandrat oberster Feuerwehrmann im Landkreis.

Amtsübergabe im Tölzer Kurhaus: Karl Murböck hört auf

Alfred Schmeide übernimmt Feuerwehr-Führung im Landkreis

Zeitenwende bei den Freiwilligen Feuerwehren im Landkreis: 18 Jahre lang stand Karl Murböck an der Spitze der Floriansjünger als Kreisbrandrat und als Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbands. Am Dreikönigstag übergab er das Amt an Alfred Schmeide.

Bad Tölz-Wolfratshausen– Proppenvoll war es im Tölzer Kurhaus, als sich die Floriansjünger aus dem Landkreis am Sonntag zur traditionellen Versammlung an Dreikönig trafen. Wichtigstes Thema war heuer der Amtswechsel. Neuer Kreisbrandrat wird wie berichtet Alfred Schmeide. Auch er stammt aus Lenggries.

Kreisbrandrat Karl Murböck, der heuer 63 Jahre alt wird, leitete die Versammlung ein letztes Mal. Landrat Josef Niedermaier, oberster Dienstherr der Feuerwehren im Landkreis, wird Murböck an Lichtmess, also Samstag, 2. Februar, im Landratsamt offiziell verabschieden. Bereits im vergangenen Jahr hatte der Berufsschullehrer und Vater von vier Kindern aus Wegscheid für seine großen Verdienste das Ehrenkreuz in Gold des Deutschen Feuerwehrverbandes erhalten.

In seiner Rede ging Murböck unter anderem auf die Wahl zu seinem Nachfolger im vergangenen Jahr ein. Am 18. Juni hatten sich im Sitzungssaal im Landratsamt Kreisbrandinspektor Alfred Schmeide aus Lenggries und Kreisbrandmeister Josef Limm aus Münsing zur Wahl gestellt. Das Ergebnis war denkbar knapp: Auf Limm entfielen 27, auf Schmeide 28 Stimmen. Dieses hauchdünne Ergebnis wurde von Murböck am Sonntag so kommentiert: „Gut, dass die Anzahl der Wahlberechtigten damals ungerade war, sonst hätte eventuell noch der Würfel entscheiden müssen.“

Kreisbrandrat Karl Murböck (re.) am Sonntag letztmals die traditionelle Dreikönigsversammlung der Landkreis-Feuerwehren im Tölzer Kurhaus.

Da Schmeide, der an der Feuerwehrschule in Geretsried tätig ist, bisher schon Kreisbrandinspektor für den südlichen Bereich war und zudem für den Nordbereich Christian Sydoriak ausschied, mussten für beide Nachfolger gefunden werden. Die neuen Kreisbrandinspektoren sind der Tölzer Kommandant Wolfgang Stahl (Bereich Süd) und der Eglinger Kommandant Erich Zengerle (Bereich Nord). Außerdem wurde der Kreisfeuerwehrverband neu gewählt. Schriftführer bleibt für weitere sechs Jahre Georg Lettner, Kassier ist Stefan Kießkalt, und Hans Ostermünchner aus Greiling wird künftig zusammen mit Bürgermeister Hubert Oberhauser aus Egling die Kasse prüfen. Zuvor hatte Kießkalt noch berichtet, dass man beim Verband nach einem kleinen Überschuss im vergangenen Jahr heuer mit 22 000 Euro Einnahmen und Ausgaben rechnet.

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Vor der großen Danksagung hatte Murböck wie immer über das Wichtigste im abgelaufenen Feuerwehrjahr berichtet, also von großen und kleineren Bränden. Unter anderem berichtete er von dem Maibaum in Eurasburg, der nach einem Blitzschlag im April Feuer gefangen hatte, sowie von traurigen Begebenheiten wie tödlichen Unfällen und von technischen Hilfeleistungen.

Bei den 58 Freiwilligen Feuerwehren im Landkreis sind zusammen mit den Jugendlichen 3245 Männer und 167 Frauen aktiv. Sie wurden in den vergangenen zwölf Monaten insgesamt 2221 Mal alarmiert. Dabei gab es 18 Groß- und 48 Mittelbrände. 159 Personen konnten gerettet werden, es waren aber auch 21 Tote zu beklagen. Die Aktiven selbst blieben von schweren Verletzungen verschont.

Ein Anliegen war es Murböck, der in seiner Danksagung an Landrat Josef Niedermaier und die anwesenden Bürgermeister die Ausstattung der Feuerwehren im Landkreis mit „gut bis sehr gut“ bezeichnete, auf die noch nicht abgeschlossene Tetra-Alarmierung hinzuweisen. „Vor allem im Stadtbereich von Bad Tölz muss nachgebessert werden“, forderte er. Für die Zukunft würden die Probleme weniger beim Nachwuchs an sich als bei dessen Heranführung an Führungspositionen liegen. Murböck, der auch für die CSU kommunalpolitisch aktiv ist, sagte: „Die Feuerwehr muss ihre Stellung in der Gesellschaft deutlich herausstellen und erhält dadurch eine gewisse politische Dimension.“

Zum Abschluss überreichte Landrat Josef Niedermaier Alfred Schmeide eine neue blaue Uniformjacke. Für Murböck und seinen Nachfolger gab es großen Applaus. (Karl Bock)

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