An der Lenggrieser Mittelschule sind diese Woche prinzipiell alle Schüler im Präsenzunterricht, weil dort durchgehend ein Mindestabstand von 1,50 Metern eingehalten werden kann.
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An der Lenggrieser Mittelschule sind diese Woche prinzipiell alle Schüler im Präsenzunterricht, weil dort durchgehend ein Mindestabstand von 1,50 Metern eingehalten werden kann.

Corona-Situation an Schulen

Alles negativ: Rektoren berichten von reibungslosem Auftakt der Selbsttests

  • Andreas Steppan
    vonAndreas Steppan
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An den Schulen sind jetzt Corona-Selbsttests vorgeschrieben. Schulleiter im Tölzer Land berichten von einem nahezu reibungslosen Auftakt.

Bad Tölz-Wolfratshausen - „Das Testen an sich ist problemlos abgelaufen“, berichtet Bernd Kraft, Rektor der Mittelschule Lenggries. Am ersten Tag sei in seiner Schule kein Test positiv ausgefallen. Lediglich aus einer Familie kam die Mitteilung, dass ein außerhalb der Schule durchgeführter Schnelltest positiv war. In zwei oder drei Fällen habe der Test wiederholt werden müssen, weil das Ergebnis ungültig war.

An der Lenggrieser Mittelschule sind diese Woche prinzipiell alle Schüler im Präsenzunterricht, weil dort durchgehend ein Mindestabstand von 1,50 Metern eingehalten werden kann. Auffällig war laut Kraft allerdings, dass von 250 Schülern rund 50 dem Unterricht fernblieben. Im Fall, dass die Eltern nicht mit einer Testung ihrer Kinder einverstanden sind, können sie diese vom Präsenzunterricht befreien. Der Schulpflicht müssen die Kinder dann im Homeschooling nachkommen.

Bärbel Weixner, Rektorin Lettenholzschule

Aus diesem Grund blieben auch an der Lettenholz-Grundschule in Bad Tölz „sieben oder acht“ Kinder daheim, wie Rektorin Bärbel Weixner erklärt. Diese Schüler bekämen nun Unterrichtsmaterialien zum Abholen, auf der Lernplattform oder per E-Mail. Generell wird an der Lettenholzschule in dieser Woche Wechselunterricht durchgeführt, das heißt, dass für etwa die Hälfte der 165 Kinder Präsenzunterricht angeboten wird.

Beim Testen selbst habe alles gut geklappt, berichtet Weixner. „Die Kinder waren aufgeschlossen, einige auch aufgeregt.“ Zum Glück habe kein einziger Test ein positives Ergebnis angezeigt.

In der Marie-Luise-Schultze-Jahn-Schule in Bad Tölz wird an diesem Dienstag zum ersten Mal ein Schnelltest durchgeführt. Laut Schulleiter Klaus Koch sind es hier aktuell 5 von 176 Schülern, die nicht zum Unterricht kommen, weil die Eltern nicht mit der Testung einverstanden sind. Koch hofft aber, dass sich die Aufregung insgesamt legt, sobald die Tests zum Schulalltag gehören.

Koch persönlich sieht in den Corona-Tests für Schüler eine „Chance, möglichst viel Präsenzunterricht zu ermöglichen und dabei noch sicherer zu machen“. Er erkennt darin auch keine Dramatik. „Die Tests sind nichts, was in größerer Art in die Psyche oder die physische Kondition des Kindes eingreift.“

Zu den Befürchtungen, ein positiv getestetes Kind könne sich vor der Klasse bloßgestellt fühlen, sagt er: „Die Mobbing-Situation können wir als Schule auffangen.“ Es sei pädagogisches Kerngeschäft, auf individuelle Bedürfnisse der Schüler und täglich neue Situationen einzugehen – ob ein Kind nun Bauchschmerzen habe, vielleicht auch mal in die Hose mache oder etwas anderes passiere. „In der Schule haben wir schließlich die Pflicht, die Kinder fürsorglich durch den Alltag zu begleiten und auf ihre Belange einzugehen.“

Bernd Kraft, Rektor Mittelschule Lenggries

Genauso wie an Kochs Tölzer Förderschule berichten die Rektoren der Lettenholzschule und der Mittelschule Lenggries, dass sie für den Fall eines positiven Ergebnisses das Vorgehen mit dem jeweiligen Schulsozialarbeiter abgesprochen hätten und das betroffene Kind nicht allein gelassen werde. „Dazu ist die Jugendsozialarbeit an Schulen da, dass sie so etwas auffängt“, sagt Weixner. Mehr als das, „was die anderen sagen“, beschäftigt Kraft, wie man einem Kind bei einem positiven Testergebnisses die eigene Angst nehmen könne, sagt er.

Klaus Koch ergänzt: Diejenigen Eltern, die es partout ablehnen, dass ihr Kind in der Schule getestet wird, hätten immer noch die Möglichkeit, den Test alternativ vorab bei einem Arzt, in der Apotheke oder im Testzentrum durchführen zu lassen.

Verstehen kann Koch den Wunsch mancher Eltern, den Schnelltest bei ihren Kindern lieber selbst zu Hause durchzuführen. Einen großen Kritikpunkt sieht er persönlich in der jetzigen Regelung aber nicht. „Es ist nun einmal so, dass es in der Gesellschaft verschiedene Ausprägungen von Zuverlässigkeit gibt.“

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