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Hoffen auf viele Spender (v. li.): Klaus Bruckschlegl und Bernd Soffer von den Isarwinkler Radsportfreunden, Raiffeisenbank-Vorstandsmitglied Manfred Klaar und Christian Haas, Leiter der Kindersportschule beim TV Lenggries.

Raiffeisenbank im Oberland

Alles oder nichts beim Crowdfunding

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Jeder leistet einen kleinen finanziellen Beitrag, damit eine große Investition gelingt: So funktioniert das sogenannte Crowdfunding, das seit einiger Zeit in aller Munde ist. Die Raiffeisenbank im Oberland will das Prinzip nun nutzen, um gemeinnützige Projekte zu ermöglichen.

Bad Tölz-Wolfratshausen– „Was einer allein nicht schafft, das schaffen viele miteinander“: So definiert Manfred Klaar, stellvertretender Vorsitzender der Raiffeisenbank im Oberland, den modernen Begriff Crowdfunding. Genau dieses Grundprinzip liege auch dem Genossenschaftsgedanken zugrunde. Aus seiner Sicht ist es daher naheliegend, dass sich die Raiffeisenbank im Oberland nun dem Crowdfunding zuwendet – sprich dem Prinzip, dass viele Einzelne einen finanziellen Beitrag leisten, um eine Investition zu ermöglichen.

Start des neuen Angebots war am Montag, am Dienstag stellten Klaar und die federführende Mitarbeiterin Tanja Volpert es in einem Pressegespräch vor. Es soll Vereinen und gemeinnützigen Organisationen die Umsetzung von Vorhaben ermöglichen, die der Region einen Nutzen bringen. Drei Projekte im Landkreis sind zum Auftakt dabei.

Für die Kindersportschule („Kiss“) des TV Bad Tölz will deren Leiter Christian Haas einen Bewegungsparcours anschaffen. „Er ist für alle Altersgruppen in der ,Kiss‘, also Kinder und Jugendliche zwischen zwei und 14 Jahren, geeignet“, sagte er. Balancieren, klettern, rutschen, springen: All das können die Mädchen und Buben auf dem Parcours – was ganz dem Grundgedanken der „Kiss“ entspricht, Bewegungsanreize zu schaffen und Grundfertigkeiten zu schulen.

Den Kauf eines Fahrradanhängers haben sich die Isarwinkler Radsportfreunde auf die Fahnen geschrieben. Der Verein, der sich dem Radeln von der „Einkehrtour“ bis zur Marathonstrecke widmet, hat 152 Mitglieder, davon 36 Kinder und Jugendliche, wie Vorsitzender Bernd Soffer erläuterte. Ein Teil der Mädchen und Buben nehme an Wettbewerben teil. Dort mitsamt „unserem relativ sperrigen Sportgerät“ hinzukommen, werde mit einem Anhänger deutlich leichter.

Der Madlverein Ascholding schließlich, der aus Termingründen nicht beim Pressegespräch vertreten war, plant die Anschaffung von Defibrillatoren und die entsprechende Schulung der Ascholdinger Bürger.

Kostenpunkt bei allen drei Projekten: je 5000 Euro. Auf der Internetseite der Raiffeisenbank machen die Vereine nun Werbung dafür – die Isarwinkler Radsportfreunde sogar mit einem kleinen Film inklusive Animation mit Legofiguren. Diese Darstellungsform ist laut Klaar auch bestens geeignet, um sie über Facebook und andere soziale Netzwerke weiterzuverbreiten.

Diese Reklame ist den Vereinen auch anzuraten. Denn in einem ersten Schritt müssen sie je 50 Unterstützer gewinnen, die per Mausklick signalisieren, dass sie das Projekt gut und sinnvoll finden. „So sehen wir schon einmal, ob etwas bei den Menschen überhaupt akzeptiert wird“, sagte Klaar.

Dann folgt die Finanzierungsphase: Alle Interessierten können für das Projekt spenden. Die Raiffeisenbank hält ein Budget von 20 000 Euro bereit, um die jeweilige Spendensumme zu verdoppeln – mit bis zu 2500 Euro pro Vorhaben. 90 Tage beträgt die Frist, innerhalb derer die erforderliche Summe zusammenkommen muss. Das Besondere: Wird der nötige Betrag nicht erreicht, bekommen alle Spender ihr Geld zurück – Klaar spricht vom „Alles-oder-nichts-Prinzip“. Gelingt die Umsetzung dagegen, erhalten die Geldgeber vom Verein ein individuelles Dankeschön – je nach Höhe der Spende etwa ein selbst gemaltes Bild von den Kindern der „Kiss“ oder eine Fahrradtour mit den Radsportfreunden.

Für Manfred Klaar besteht der besondere Charme des Crowdfundings darin, dass die Spender und auch die Raiffeisenbank ganz konkret wissen, wofür ihr Geld verwendet wird. „Das ist etwas ganz anderes, als wenn ein Verein XY an uns mit einem Spendengesuch herantritt und sagt: ,Geld können wir immer gebrauchen.‘“

Weitere Infos

gibt es auf der Internetseite www.oberlandbank.viele-schaffen-mehr.de. Dort können Vereine und Organisationen auch ihre Projekte anmelden. Sie dürfen einen Wert zwischen 500 und 2000 Euro haben.

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