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Ein Bild aus vergangenen Tagen: Das im August 2015 geschlossene Alpamare samt Hotel-Komplex.

Badeteil

Vorgeplänkel für die juristische Auseinandersetzung

Bis Juni gilt noch die Veränderungssperre für das Jodquellenhof- und Alpamare-Areal. Bis dahin muss die Stadt ihre touristischen Pläne für das insgesamt 2,3 Hektar große Areal präzisiert und den in Angriff genommenen Bebauungsplan „Sondergebiet Bäderviertel“ vorgelegt haben.

Bad Tölz – Die Stadt will im Zentrum des Badeteils bekanntlich vor allem eine Hotelnutzung. Die unter einer Holding zusammengefassten Eigentümer (Jodquellenhof, Freizeitcenter Breitscheid und Alpabob GmbH), hinter der die Familie Hoefter steht, möchte Wohnungen bauen. In der jüngsten Sitzung des Bauausschusses wurden die Einwendungen besprochen.

Von Hoefter-Seite waren allein 18 Seiten gekommen, deren Inhalt darauf hinausläuft, dass man keine wirtschaftliche Zukunft mehr im Tölzer Tourismus sieht und infolgedessen auch keinen Hotelbetrieb für sinnvoll erachtet. Bauamtsleiter Christian Fürstberger gab kräftig Kontra in der Sitzung. Er wies zum Beispiel darauf hin, dass Hoefters Klage, dass rund um das Alpamare-Areal nur noch Wohnbebauung bestehe, nicht zuletzt von ihm selbst verschuldet sei – indem Anton Hoefter nämlich das frühere Haus Otto und die Villa Fiori an einen Bauträger verkauft habe. Fürstberger stimmte die Räte darauf ein, dass die umfangreichen Einwände der Hoefter-Partei nichts als Vorgeplänkel einer juristischen Auseinandersetzung seien.

Gespräche gibt es zwischen Stadt und Jod AG momentan übrigens nicht. Nach Abschluss des Verfahrens will man sich aber auf jeden Fall wieder an den Verhandlungstisch setzen, sagte Zweiter Bürgermeister Andreas Wiedemann (FWG), der immer noch die Hoffnung hegt, dass „wir keine Verhältnisse wie in Bad Heilbrunn bekommen“.

Die Hoefter-Seite hatte am Beispiel Jodquellenhof deutlich machen wollen, dass sich ein Hotelbetrieb in Tölz nicht mehr rechne. Der Jodquellenhof, konterte Fürstberger, sei leider ziemlich abgewohnt gewesen und das Preis-Leistungs-Verhältnis habe nicht mehr gestimmt. Logisch, dass so ein Hotel keine Zuwächse mehr erziele und auch nicht übernommen werde.

Kurdirektorin Brita Hohenreiter setzte noch eins drauf. Wenn ein vermeintliches Tophaus wie der Jodquellenhof über einen österreichischen Lebensmitteldiscounter Zimmer vertrieben habe, dann müsse man sich schon fragen, ob das der richtige Vertriebsweg gewesen sei, und ob man als Hotelier alles richtig gemacht habe.

Hohenreiter setzte sich auch sonst sehr kritisch mit den Anmerkungen der Jod AG und Anton Hoefter auseinander und konnte deren Übernachtungs- und Bettenstatistik überhaupt nicht nachvollziehen. So seien beispielsweise die Jugendherberge und das Bahnsozialwerk aus den Tölzer Zahlen herausgerechnet worden. „Warum tun die das?“ fragte sich Hohenreiter. „Beide Häuser stehen allen Gästen offen.“

Den Vorwurf der Jod AG-Seite, die Stadt Tölz unternehme nichts zur Tourismusförderung, hatte zuvor schon Fürstberger zurückgewiesen. „Da wird alles negiert, was wir getan haben.“ In der Wilhelmstraße

(Haus Otto, Anm. d. Red.) „sind wir über den Tisch gezogen worden“, erinnerte Camilla Plöckl an die hausgemachten Fehler der Stadt bei der Zusammenarbeit mit Hoefter. Sie sei froh, dass die Stadt mit dem „Bebauungsplan Bäderviertel“ nun ein großes touristisches Potenzial fördere.

Das Wort „behutsam“, das Plöckl gebrauchte, griff auch Andrea Grundhuber (Grüne) auf, als sie mit Blick auf 15 Meter Wandhöhe die Baumassen der künftigen Hotelbauten in Frage stellte. Grundhuber und Peter Priller stimmten als einzige gegen diesen nächsten Schritt im Bebauungsplanverfahren.

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