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Bereitet gerade die Ausstellung zu 500 Jahre Reinheitsgebot vor: Museumsleiterin Elisabeth Hinterstocker. Bis zum Jubiläum des Bierbrauens sollen der nächste Schritt bei der Neugestaltung des Museums abgeschlossen sein.

Neukonzeption Stadtmuseum

Alter Inhalt, neues Gewand

Bad Tölz –  Sie haben für das Bauhaus Dessau gearbeitet, die Kinderakademie in Fulda und die KZ-Gedenkstätte Sachsenhausen. Jetzt wird sich das Gestaltungsbüro Haslbeck & Schneider aus München um die Neukonzeption des Stadtmuseums kümmern.

Seit einigen Jahren strebt das Museum in der oberen Marktstraße eine zeitgemäße Neupräsentation seiner Bestände an, um auch weiterhin im Wettbewerb bestehen zu können. Nachdem sich die Stadt und Ausstellungsmacher Peter Syr im November 2013 getrennt hatten (wir berichteten), geschieht dies nun unter der Leitung von Museumschefin Elisabeth Hinterstocker. Sie hat zusammen mit einer kleinen Arbeitsgruppe auch die Idee entwickelt, ein professionelles Gestalterbüro für Museen an Bord zu holen.

Gerade im Bereich Design, Multimedia, Marketing und Print-Technik seien in den vergangenen Jahren enorme Entwicklungen zu verzeichnen gewesen. Bei einem Wettbewerb mit drei deutschlandweit arbeitenden Büros wurde das Münchner Unternehmen Haslbeck & Schneider ausgesucht, berichtet Hinterstocker. Beteiligt war an der Wahl auch die Landesstelle für nichtstaatliche Museen in Bayern. Das ist nicht unwichtig, ist sie doch auch für die Förderung zuständig. Tölz bekommt heuer 30 000 Euro.

Mit den Münchnern wird nun der nächste Schritt bei der Neugestaltung des Museums getan. Bis 23. April sollen drei Raumeinheiten eröffnet werden, die sich – rechtzeitig zum Jubiläum 500 Jahre Reinheitsgebot – mit dem Thema Brauen befassen. Zusätzlich werden die Themen Brunnenbau, die Isar als Handelsstraße und der Ellbach als Lebensader von Tölz mit seinen Mühlen neu dargestellt. Apropos Bier-Jubiläum: Gibt es eine Zusammenarbeit mit Tölzer Brauereien? Hinterstocker kann sich durchaus Führungen und Verkostungen im Mühlfeld- und Binderbräu vorstellen. Das sei schon wünschenswert.

Das Büro Haslbeck & Schneider ist für einen, so Hinterstocker, „gewissen Purismus“ bekannt und verzichte auf zu viel Theatralik und Show. Es hat für das Bauhaus Dessau, die Kinderakademie Fulda und die KZ-Gedenkstätte Sachsenhausen gearbeitet, sei also recht vielseitig. Überzeugt hat am Konzept der Münchner, dass sie Erfahrung mit dem Konservatorischen haben.

Bei ihren Plänen hätten sie „große Rücksichtnahme für das Haus“ gezeigt, sagt Hinterstocker. So wird die alte Bausubstanz nicht nur bewusst gezeigt, sondern auch, wenn möglich, in die jeweils zu erzählende Geschichte eingebaut. Beispiel: Wenn’s ums Bier geht, wird auch die Historie des ehemaligen Bürgerbräu-Anwesens beispielhaft einfließen. Auch Gabriel von Seidl soll als roter Faden quer durch alle Ausstellungsbereiche immer wieder erfahrbar werden.

Und was kostet das alles? Elisabeth Hinterstocker sagt, dass die Stadt für die Neukonzeption des Museums jährlich 60 000 Euro zur Verfügung stellt. Dieses Budget reicht für die Umsetzung des Konzepts, zumal die Förderung der Landesstelle hinzukommt. Aus Energiespargründen gehört auch ein modernes LED-Beleuchtungskonzept. Die Museumsleiterin will sich hier um Bundeszuschüsse bemühen. Auch was UV- und Wärme-Strahlung betrifft, werden die Ausstellungsstücke so geschont.

Für die Neukonzeption des Museums ist auch eine Inventarisierung des etwa 20 000 Stück umfassenden Bestandes erforderlich. Das geschieht zurzeit und ist sehr aufwändig. Bisher wurden rund 6500 Objekte erfasst. Dafür wurde vom Museum ein neues EDV-Programm abgeschafft, das von der Landesstelle für nichtstaatliche Museen entwickelt wurde.

Christoph Schnitzer

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