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Fisch des Jahres 2011 - Die Äsche

Am Einbach in Bad Tölz

Äschen starben wegen Krankheit – Rätselhafter Stoff gefunden

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Auffallend hoch war die Zahl an verendeten Äschen zuletzt im Einbach. Wie berichtet hatten mehrere Spaziergänger bemerkt, dass vermehrt tote Fische in dem kleinen Gewässer trieben.

Bad Tölz– Das Wasserwirtschaftsamt (WWA) hatte Untersuchungen angestellt, nun liegen die Ergebnisse vor. „Unsere erste Vermutung wurde bestätigt“, sagt Robert Kapa, Biologe am WWA. Demnach haben sich die Tiere mit einem Erreger infiziert, der die Krankheit Furunkulose auslöst. „Die Symptome sind offene Verletzungen, die von innen ausbrechen“, sagt Kapa. An diesen Stellen setzen sich dann oft sogenannte Sekundärerreger – in dem Fall Pilze – fest. „Was wir bei den Äschen im Einbach gefunden haben, ist eine Art Schimmelpilz“, erklärt der Experte. Ist der Befall sehr stark, so dass Kopf, Rumpf und Schwanz betroffen sind, verenden die Tiere.

Die Äschen waren vermutlich nach dem Ende der Laichzeit geschwächt und somit anfällig für die Krankheit – vielleicht auch eine Erklärung dafür, warum die Zahl der toten Fische wieder zurückgegangen ist und es andere forellenartige Arten, die dort leben, nicht getroffen hat. Ein paar Fragezeichen bleiben laut dem Biologen: So tritt Furunkulose eigentlich eher zu anderen Jahreszeiten auf, wenn die Temperaturen um einiges höher sind.

Und dann wurde bei der Untersuchung des Wassers im Einbach eine Stoffgruppe gefunden, „die dort nicht hingehört“, sagt Kapa. Noch ist nicht bekannt, ob dieser Stoff giftig ist und möglicherweise die Äschen zusätzlich geschädigt hat. „Wir müssen erst recherchieren.“ Neben Wasserproben werden auch Proben der verendeten Tiere untersucht. Kapa: „Sollte sich herausstellen, dass der Stoff, der dort nicht hingehört, für das Äschensterben mitverantwortlich ist, würde die Detektivarbeit beginnen.“ Dann müsse geklärt werden, wo dieser Stoff herkommt. 

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