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Symbolbild

Amtsgericht

Quad-Ausflug endet mit Rippenbrüchen

Bad Tölz-Wolfratshausen – Dem Veranstalter einer Quad-Tour wurde fahrlässige Körperverletzung vorgeworfen. Nun hat ihn das Amtsgericht freigesprochen.

Es sollte ein vergnüglicher Männerausflug werden, als sechs Freunde bei strahlend blauem Himmel zu einer geführten Quadtour durch den Isarwinkel und in die Eng aufbrachen. Am Ende des Tages landete einer von ihnen mit sechs gebrochenen Rippen und einer Lungenquetschung im Krankenhaus. Auf gerader Strecke war die Maschine des Münchner Hoteliers (50) ausgebrochen und in einen Graben geschossen. Nun musste sich der Tourveranstalter wegen des Unfalls, der sich am 31. Oktober 2015 ereignete, vor Gericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft legte dem 57-Jährigen fahrlässige Körperverletzung durch Unterlassen zur Last. Der Mann wurde am Ende freigesprochen.

Die Gruppe war nach einer Brotzeit in der Kaiserhütte bei Hinterriß auf dem Weg zum Sylvensteinsee, als es passierte. „Ich habe keine Lenkbewegung gemacht. Aber auf einen Schlag ging es zur Seite weg“, schilderte der Geschädigte in der Verhandlung den Unfallhergang. Sein Quad, ein vierrädriges Fahrzeug, das an eine Mischung aus Motorrad und Auto erinnert, fuhr gegen einen Baumstamm. Der Fahrer flog über den Lenker in den Graben, das Quad hinterher. „Er ist auf gerader Strecke gefühlt im rechten Winkel von der Straße geschossen“, bestätigte ein hessischer Urlauber, der mit seinem VW-Bus der Kolonne hinterhergefahren war.

„Ich würde sagen: Ja“, antwortete der Motorradhändler auf die Frage des Richters, ob er glaube, dass „da womöglich etwas mit der Lenkung nicht in Ordnung war“. Diese Einschätzung teilte ein Freund des Geschädigten. Er hatte das Fahrzeug gefilmt und einen Defekt an der Lenkstange bemerkt. „Für mich war klar, dass das der Fehler war, der zum Unfall geführt hat“, sagte der Diplom-Physiker, der den Fall bei der Polizei zur Anzeige brachte.

Dem ermittelnden Beamten sind Unfälle mit den von Anfängern schwer zu beherrschenden Quads nicht fremd. „Meist sind die Dinger an der Felswand zerschellt, dann sind keine Schäden nachweisbar“, erklärte er, warum es bei früheren Unfällen keine Untersuchungen gegeben hatte. Ein Sachverständiger stellte an der Maschine zahlreiche Mängel fest, die nur teilweise auf den Unfall zurückzuführen waren, wie vom Angeklagten vermutet worden war. „Der technische Zustand ist sehr, sehr bescheiden“, fasste der Gutachter seinen Bericht zusammen. Allerdings sei der Unfall auf „ein Zusammenspiel vieler Faktoren“ zurückzuführen. Und dazu gehöre allem Anschein nach auch ein Fahrfehler, womöglich nur eine kleine Unachtsamkeit, des Geschädigten.

Aus diesem Grund sprach Richter Helmut Berger den Angeklagten vom Vorwurf der fahrlässigen Körperverletzung frei. „Ein Verschulden ist nicht zweifelsfrei nachweisbar. Die festgestellten Mängel waren nicht unfallursächlich – man konnte noch mit der Maschine fahren“, begründete Berger sein Urteil. Dem Tourveranstalter empfahl er jedoch, künftig deutlich mehr Zeit auf das Einweisen und Einfahren seiner Kunden zu verwenden, um das Unfallrisiko zu verringern. Und er hoffe, „dass ein Umdenken stattfindet, hinsichtlich dessen, was man da herleiht.“  Rudi Stallein

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