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Marihuana-Dolden, wie sie in der Wohnung einer Tölzerin gefunden wurden (Symbolfoto).
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Marihuana-Dolden, wie sie in der Wohnung einer Tölzerin gefunden wurden (Symbolfoto).

Amtsgericht

Tölzerin muss für Marihuana ihres Ex-Freunds büßen

  • vonRudi Stallein
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Wegen unerlaubten Besitzes von Betäubungsmitteln wurde jetzt eine Tölzerin (34) verurteilt. Die Polizei hatte ihn ihrer Wohnung Marihuana gefunden.

Bad Tölz/Wolfratshausen – Die Frau auf der Anklagebank hat offenbar die falschen Freunde. Aber dazu auch richtig viel Glück. Obwohl sie gleich zwei offene Bewährungen mit sich herumschleppt, wurde die Tölzerin erneut straffällig – und verließ den Gerichtssaal mit einer weiteren Bewährungsstrafe von sechs Monaten.

Womöglich wirkte sich ein gehöriges Maß an Naivität für die 34-Jährige strafmildernd aus. Die Anklage lautete auf unerlaubten Besitz von Betäubungsmitteln. Sie habe gewusst, „dass es da war, aber es war nicht meins“, beteuerte die staatlich anerkannte Kosmetikerin, dass die etwas mehr als 18 Gramm Marihuana, die von der Polizei am 6. März dieses Jahres gegen 7.30 Uhr in ihrer Wohnung gefunden wurden, ihrem damaligen Freund gehörten. Am Sachverhalt änderte das jedoch nichts. „Wenn es offen rumliegt, haben Sie die Verfügungsgewalt – und dann ist es Besitz“, gab der Vorsitzende Richter Nachhilfe in Rechtskunde. „Blöd, richtig blöd“, ärgerte sich die Angeklagte, die einräumte, es früher wild getrieben zu haben.

„Sie hat einfach Pech mit den Leuten, mit denen sie sich umgibt“

Davon zeugen 21 Einträge im Bundeszentralregister, die sie binnen 15 Jahren sammelte. Ihr Bewährungshelfer stellte der Angeklagten ein grundsätzlich positives Zeugnis aus, „wenn wir hier nicht wieder sitzen würden“. Auch Verteidiger Andreas Sander wähnt seine Mandantin „auf einem positiven Weg“ und betonte: „Sie hat einfach Pech mit den Leuten, mit denen sie sich umgibt.“ Von der letzten Begegnung mit ihrem Ex – ein paar Tage vor der Verhandlung – trug die 34-Jährige ein gebrochenes Nasenbein davon.

Marihuana wurde zufällig bei Wohnungsdurchsuchung gefunden

Das Marihuana war übrigens ein Zufallsfund. An jenen Tag Anfang März, als die Polizei mit einem Durchsuchungsbeschluss vor der Wohnung der Angeklagten stand, ging es um eine völlig andere Sache: Die Frau sollte Ausweis und Aufenthaltstitel eines früheren Lebensgefährten unterschlagen haben. Als der neue Freund die Tür öffnete (die Frau war zu der Zeit in der Arbeit), habe sie gleich den „Geruch von Marihuana“ bemerkt, berichtete eine Polizistin. Auf dem Heizkörper seien auf einem Tempo-Taschentuch mehrere Marihuana-Dolden gelegen. Die Ausweispapiere wurden nicht gefunden.

Während die Staatsanwältin eine Vollzugsstrafe von acht Monaten („für eine nochmalige Bewährung gehen mir die Argumente aus“) beantragte, ließ Richter Helmut Berger Milde walten. Er setzte die Strafe von sechs Monaten „gerade noch einmal zur Bewährung“ aus (mit 80 Sozialstunden als Auflage), gab der Angeklagten aber zu bedenken: „Irgendwann ist alles mal zu Ende, dann müssen Sie wieder einrücken.“ Der mitangeklagte Ex-Freund war zur Verhandlung nicht erschienen. Auf Antrag der Staatsanwältin wurde sein Verfahren abgetrennt und Haftbefehl erlassen.  

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