Amtsgericht

Von schweren Vorwürfen bleibt nicht viel

Bad Tölz/Wolfratshausen - Ein Tölzer (19) musste sich wegen versuchten Raubs und gefährlicher Körperverletzung vor dem Jugendrichter verantworten. Am Ende blieb von den Vorwürfen nicht viel.

An Ende lautete das Urteil auf 32 Sozialstunden. Zudem verordnete Jugendrichter Urs Wäckerlin b beim Angeklagten ein einjähriges Alkohol- und Drogenverbot.

Denn zuviel Alkohol war wohl ursächlich für die Aktionen, zu denen sich der damals 18-Jährige in der „Nacht der blauen Wunder“ im Oktober 2015 hatte hinreißen lassen. Mit einem heute nicht mehr zu identifizierenden Begleiter war der Angeklagte am Spielplatz Taubenloch mit drei jungen Burschen aneinandergeraten. Nach einigen Flaschen Bier verlagerte sich das Geschehen unter die Isarbrücke. Dort mündete der Streit in eine Prügelei, bei der einem 16-Jährigen das Nasenbein gebrochen wurde und dessen gleichaltriger, am Boden liegender Freund von dem Angeklagten und seinem Begleiter gegen den Kopf getreten worden sein soll. Zuvor hätten die zwei Angreifer versucht, dem Trio Geld abzunehmen.

Die Aussagen der drei Geschädigten brachten wenig Licht ins Dunkel. Der Angeklagte räumte ein, dass er mit einem der Opfer gerangelt hatte. Fußtritte stritt er ebenso ab, wie Faustschläge ins Gesicht. Und Geld verlangt hätten er und sein Begleiter auch nicht.

In der Verhandlung machte der Tölzer einen geläuterten Eindruck. „Ich habe mich geändert, trinke keinen Alkohol mehr und lasse die Finger von Drogen“, beteuerte der 19-Jährige. Damals habe er eine schwierige Phase durchgemacht, ergänzte Josephin Bettzüge. „Aber er hat er eingesehen, dass das Leben so nicht weitergehen kann“, sagte die Jugendgerichtshelferin. Sie sehe den jungen Mann, der sich seither viel im sozialen Bereich engagiert hat und im kommenden Frühjahr eine neue Ausbildung beginnen will, „auf einem positiven Weg“.

Während der Staatsanwalt wegen des „brutalen und massiven Vorgehens“ einen viertägigen Arrest als Strafe beantragte, konnte Richter Wäckerlin angesichts vieler Ungereimtheiten und Widersprüche in den Aussagen der Beteiligten nur eine versuchte Körperverletzung ausmachen. „Er hat versucht, ihn zu schlagen. Aber selbst sein Gegner hat ausgesagt: Der Schlag ging wohl vorbei.“ Hinsichtlich des Raubs sah Wäckerlin „die Voraussetzung für einen strafbefreienden Rücktritt“ gegeben.

Rudi Stallein

Rubriklistenbild: © IMAGO

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