+
Alle Beteiligten sind mit großem Eifer bei der Sache. Unser Bild zeigt, wie die Sänger und Musiker mit Musikschulleiter Harald Roßberger in der Aula des Gymnasiums proben. Alle Jugendlichen werden seit vielen Jahren musikalisch unterrichtet und haben schon Erfahrung. 

„Anatevka“-Aufführung von Gymnasium und Musikschule Tölz

Ein Mammut-Projekt nimmt Gestalt an

  • schließen

Bad Tölz - In zwei Monaten ist es soweit: Am 15. März feiert das Musical Anatevka Premiere im Tölzer Kurhaus. Es handelt sich um ein großes Gemeinschaftsprojekt von Tölzer Musikschule und Gabriel-von-Seidl-Gymnasium. Bei fünf Aufführungen stehen rund 80 Mitwirkende auf der Bühne. Die Proben laufen seit über einem Jahr.

Es ist ein Mammut-Projekt, das seinesgleichen sucht: Für die Tölzer Sing- und Musikschule ist es das größte Projekt, das bislang aufgeführt wurde, und auch fürs Gymnasium ist es laut Direktor Dr. Harald Vorleuter „ganz oben angesiedelt“: 45 Chorsänger, 20 Tänzer, 30 Darsteller und elf Orchestermitglieder studieren derzeit „Anatevka“ ein. Viele Rollen sind doppelt besetzt, weil man sich erstens gegen krankheitsbedingte Ausfälle wappnen will und zweitens so vielen Interessierten wie möglich die Gelegenheit geben will, ihr musisches Talent unter Beweis zu stellen. Deshalb werden bei den fünf Aufführungen die tragenden Rollen wechselnd besetzt. „Nicht zuletzt möchten wir die Schüler auch nicht überlasten“, sagt Vorleuter.

An dem Projekt, das auf einer Idee von Lehrerin Elisabeth Artmeier-Mogl fußt, sind Jugendliche der 9. bis 11. Jahrgangsstufe beteiligt. 80 Prozent von ihnen – und auch das ist außergewöhnlich – werden seit Jahren an der Musikschule unterrichtet, zum Beispiel in einem Instrumentalfach oder im Bereich Musiktheater. „Für sie ist es auch an der Zeit, mal etwas Großes anzupacken“, sagte Musikschulleiter Harald Roßberger beim Pressegespräch am Mittwoch.

Die Auswahl von Sängern und Musikern ist handverlesen, denn „Anatevka“ ist ein anspruchsvolles Musical: „Jede der zehn Solo-Stimmen hat ihre Herausforderung. Das kann man Amateuren nicht zumuten“, sagt Roßberger, zugleich musikalischer Leiter des Gesamtprojekts. Und auch die jungen Musiker sind erfahren genug, um solch eine Aufführung zu stemmen.

Regie führen Elisabeth Artmeier-Mogl und Markus H. Eberhard. „Die einzelnen Szenen haben wir einstudiert, jetzt beginnt die Zusammenführung“, sagt Eberhard. Es sei eine Herausforderung, Sänger, Tänzer und Musiker genau aufeinander abzustimmen. „Zur Live-Musik zu sprechen, ist gar nicht so einfach“, erklärt er eine der Schwierigkeiten für die Protagonisten. Und auch die Choreografie der Tänze müsse natürlich auf die Live-Musik des Orchesters abgestimmt werden. „Aber alle Beteiligten sind mit Feuer und Flamme bei der Sache.“

Es gibt Einzel- und Gemeinschaftsunterricht, in der Regel jeden Mittwochnachmittag. Dabei gehe es auch um die inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Inhalt des Musicals, sprich um die Vertreibung religiöser Minderheiten. Ein Thema, das auch bei der Uraufführung 1964 aktuell war.

Egal, ob zeitlich, organisatorisch, personell, finanziell oder technisch – was die beiden Schulen für „Anatevka“ leisten, bringt beide an die Grenzen dessen, was möglich ist. Die Fixkosten liegen bei fast 30 000 Euro, allein Aufführungsrechte und Notenmaterial schlagen mit 6000 Euro zu Buche. Hinzu kommen Kosten für Technik, Bühnenbild, Beleuchtung und Kurhausmiete. Es werde „schon gespart, wo es geht“, sagt Vorleuter und dankt zum Beispiel der Förderschule, die dem Gymnasium Headsets leiht. Trotzdem würde es ohne Unterstützung von Stadt, Landkreis und Bezirk, der Sparkasse und der Münchner Jugendmusikstiftung nicht gehen. „Unser Ziel ist, dass am Ende eine schwarze Null, vielleicht sogar noch mehr, da steht.“

Für die Jugendlichen, so Vorleuter weiter, sei vor allem eines ganz prägend: „Sie lernen, professionell zu arbeiten“, sagt der Pädagoge und listet auf: Disziplin, Pünktlichkeit, Konzentration und Teamarbeit. „Das ist Gold wert und unbezahlbar.“

Vorverkauf läuft

„Anatevka“ feiert am Mittwoch, 15. März, um 19 Uhr Premiere im Tölzer Kurhaus. Weitere Aufführungen sind am 17. und 18. März um 19 Uhr sowie am 19. März um 17 Uhr. Für Schulen gibt es am 17. März um 10 Uhr eine Sondervorstellung. Der Vorverkauf läuft. Der Eintritt kostet 9 bzw. 12 Euro. Karten gibt es im Gymnasium, in der Musikschule, bei der Tourist-Info, beim Tölzer Kurier und über München-Ticket.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Schlehdorf: Herzogstand heute in Wolken - es regnet gerade
Schlehdorf: Herzogstand heute in Wolken - es regnet gerade
„Summer Village“: Traum geplatzt
Die Tatsache, dass das „Summer Village“ nicht mehr stattfinden wird, stößt auf Bedauern. Auch die Veranstalter Peter Frech und Stephanie Hörmann sind traurig. Es sei …
„Summer Village“: Traum geplatzt
Termine des Tages: Das wird wichtig am Dienbstag
Termine des Tages: Das wird wichtig am Dienbstag

Kommentare