Bis jetzt durfte er nur nichtöffentlich gezeigt werden: Der Plan mit dem Hotelbau (Nummer 2) links oben, dem Sportstudio (1) unten und den Wohnhäusern (3-7) rechts vom Gabriel-von-Seidl-Weg.

Arzbacher Straße

Anlieger machen mobil gegen Hotelprojekt

Die Anlieger des Hotelbauprojekts an der Arzbacher Straße machen mobil. In einem Brief an die Stadt kündigen sie juristische Schritte an. Sie fürchten zum einen Beeinträchtigungen für ihre Grundstücke, zum anderen bezweifeln sie die touristische Qualität des Hotelstandorts.

Bad Tölz – 13 Familien vom Isarleitenweg, Bockschützstraße, Adelheidstraße und Arzbacher Straße haben einen Brief an die Stadtverwaltung geschrieben, in dem sie den Bau eines 150-Zimmer-Hotels, von fünf Wohnhäusern, einem Sportstudio sowie dem Spa „Natura Tölz“ kritisieren. Sie fühlen sich beim Verfahrensprozess nicht ausreichend mit einbezogen. Es seien immer nur „fertige Konzepte präsentiert worden“.

Als Sprecher der Gruppe fungiert Andreas Graf von Schweinitz, der den Brief zusammen mit Klaus Rheinschmidt verfasst hat. Große Sorgen bereiten den Anliegern die Tiefgaragen, die quer über das 1,4 Hektar große Areal einen gewaltigen Betonriegel entstehen lassen. Das Oberflächen- und Schichtenwasser, das von der Wackersberger Leite herabdrücke, werde sich neue Wege suchen. Von Schweinitz berichtet von mehreren Nachbarn, die schon jetzt ab und an mit Grundwasserproblemen zu kämpfen hätten. „Das Areal heißt nicht umsonst Brünnlfeld“ erinnert der ehemalige Grünen-Stadtrat und Isarleiten-Anlieger Franz Mettal an bereits historisches Wissen um den problematischen Untergrund.

Dass eine Unterdükerung, wie sie die Stadt vorschlägt, ausreicht, glaubt von Schweinitz nicht und fordert umfassende Gutachten und Garantien seitens der Stadt, dass es keine Beeinträchtigungen für die Nachbarn geben wird. Die Untergrundproblematik werde auch für das Bauvorhaben „Spa Natura Tölz“ angenommen.

Grundsätzlich zweifeln die Anlieger am touristischen Erfolg des Hotelprojekts. Das abgespeckte Hotelkonzept lasse nun gar „kein erkennbares Alleinstellungsmerkmal“ mehr erkennen. Ganz generell liege der Standort zu nahe an der Umgehungsstraße. Die vier bis zehn Hubschrauberstarts pro Woche am benachbarten Krankenhaus begünstigten den Hotelbetrieb auch nicht.

Im Gespräch unterfüttert von Schweinitz die Vorwürfe. Die Zimmergröße von 21 Quadratmetern hält der Ingenieur für geradezu lächerlich klein, wenn man Bad, Flur und die Betten herausrechne. „Wer soll denn da länger Urlaub machen?“

Er selbst buche für seine Urlaube zunächst einmal ein Tophotel, wo man Platz habe, was geboten werde und die Kinder vieles machen können. Die schöne Landschaft komme oben drauf und sei eigentlich selbstverständlich. Dass der Hotelinvestor Arcus statt mit der üblichen 65 nur mit einer 45-Prozent-Auslastung zufrieden sei, wundert von Schweinitz nicht. „Klar reicht das, wenn ich das Ganze mit Eigentumswohnungen finanzieren kann.“

Befragt nach einer Reaktion der Stadt auf den Brief der Anlieger, hält sich Bürgermeister Josef Janker zurück. Die Anmerkungen seien bereits am 8. Februar von Seiten der Anlieger vorgetragen und von Investor und Planer beantwortet worden. Und: „Die angemahnte Beteiligung der Anlieger kann im Rahmen des Bebauungsplanverfahrens ausgeübt werden.“

Christoph Schnitzer

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