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Die Zukunft des Bichler Hofs sorgt in Bad Tölz für viel Diskussionsstoff.

Flugblatt zum Bürgerbegehren Bichler Hof 

Anonymer Spott im Briefkasten

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Auf einem Flugblatt werden die Initiatoren des Bürgerbegehrens zum Bichler Hof als Rindviecher dargestellt. Franz Mayer als Betroffener spricht von einem Einschüchterungsversuch.

Bad Tölz– Einen offenbar humoristisch gemeinten Beitrag zur Diskussion um den Bichler Hof fanden am Dienstag viele Tölzer im Briefkasten. Auf einem Flugblatt werden zwei der Initiatoren des laufenden Bürgerbegehrens, Franz Mayer und Andreas Büchl, als Rindviecher darstellt und die Empfänger zur Abstimmung aufgerufen: „Sind Sie dafür, dass Franz M. und Andreas B. auf die grüne Wiese am Bichler Hof umgesiedelt werden?“

Wie berichtet hatte eine Gruppe von Tölzern kürzlich das Bürgerbegehren gestartez. Hintergrund: Bauunternehmer Hubert Hörmann will das ehemalige landwirtschaftliche Anwesen am Hang des Buchbergs zu einem 80-Betten-Hotel umbauen. Zur Querfinanzierung ist der Bau und Verkauf von 22 Doppelhaushälften auf dem Areal vorgesehen. Das Bürgerbegehren will erreichen, dass die Stadt die Flächen nur dann von landwirtschaftlichem Grund in Bauland umwandelt, wenn sie im Gegenzug selbst ein Drittel der Fläche erwirbt, um dort bezahlbaren Wohnraum für Einheimische zu schaffen.

Offizielle Vertreter des Bürgerbegehrens sind Andreas Wild, Rosemarie Beyer und Andreas Büchl. Zur Zielscheibe des Spotts werden in dem Faltblatt aber nur Büchl sowie Grünen-Stadtrat Franz Mayer, der sich ebenfalls für das Ziel stark macht. Auf dem recht professionell gestalteten, auf Hochglanzpapier gedruckten Flyer sind Comicfiguren von Rindern abgebildet, gekennzeichnet als „Franz M.“ und „Andreas B.“. Auf der anderen Seite ist ein Foto von zwei Rindern zu sehen, die Schilder um den Hals tragen mit der Aufschrift: „Mia suacha billigen Wohnraum auf der grünen Wiese am Bichler Hof.“ Die Urheber des Faltblatts sind nicht ersichtlich.

Auch Franz Mayer fand das Faltblatt im Briefkasten. Aus seiner Sicht ist die Aktion „unter der Gürtellinie“ und „nicht akzeptabel“. Er nimmt an, dass die Verfasser des Flugblatts die Initiatoren des Bürgerbegehrens einschüchtern wollen. „Ich kann nur hoffen, dass die Menschen das auch so erkennen: Statt auf Sachargumente wird hier auf persönliche Diffamierung gesetzt.“ Anzeige zu erstatten, plant Mayer nicht. „Das würde ich gerne, aber solange ich nicht beweisen kann, wer dahinter steckt, bringt das nichts.“

Vom Tölzer Kurier direkt darauf angesprochen, erklärten am Dienstag sowohl Investor Hörmann als auch dessen Tochter Stephanie Hörmann, nichts von dem Flugblatt zu wissen und auch nicht die Urheber zu sein. Wie sie sagten, hatten sie den Flyer zum Zeitpunkt der Anfrage noch nicht gesehen, da sie sich nicht in Bad Tölz aufhielten.

Im Flugblatt werden die Empfänger gebeten, ihren Stimmzettel im Tölzer Rathaus abzugeben. Von der Stadt Bad Tölz stamme die Wurfsendung aber „selbstverständlich nicht“, sagt Bürgermeister Josef Janker. Er erklärt: „Diese Aktion ist rundweg abzulehnen. Jemanden zu verunglimpfen, das geht gar nicht, und es anonym zu tun, geht auch nicht. Wenn jemand gegen das Bürgerbegehren ist, soll er sich dazu bekennen und das mit Argumenten unterfüttern.“

Ist so eine Wurfsendung strafbar? „So etwas ist im Einzelfall schwierig zu entscheiden – auch für die Gerichte“, sagt der Tölzer Polizeichef Bernhard Gigl. Es gelte, die Meinungsfreiheit auf der einen und die persönliche Würde der Betroffenen auf der anderen Seite abzuwägen. Was außerdem im Raum stehe, sei eine Ordnungswidrigkeit nach dem Presserecht. Denn bei öffentlich zugestellten Sendungen sei es Pflicht, ein Impressum anzugeben.

Inhaltlich will sich Hörmann zum Bürgerbegehren übrigens nicht öffentlich äußern. Er stellt nur klar: „Ich habe den Bichler Hof als Privatmann gekauft und wollte dort mit meiner Frau einziehen.“ Falls der Umbau zum Hotel nicht gewünscht sei, „habe ich gar kein Problem damit“. Auf das Hotelprojekt sei er in keiner Weise angewiesen. Ein Drittel des Grunds an die Stadt abzutreten, sei jedenfalls „zu 100 Prozent keine Option“.

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