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Wie sahen eigentlich die Mühlen am Ellbach aus? Hier werden historische Zeichnungen von Sigmund Egenberger gezeigt. Die Bilder werden von (v. li.) Stefan Haslbeck, Anne Schneider und Elisabeth Hinterstocker sortiert.

Neugestaltung eines weiteren Teilbereichs

Anstoßen im Stadtmuseum

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Bad Tölz - Zu diesem Anlass gibt es sogar ein besonderes Bier: Das Tölzer Stadtmuseum präsentiert am Samstag einige seiner neugestalteten Räume.

Noch werden Objekthalterungen gebohrt, Metallplatten an Spezialmagneten befestigt und die Vitrinen bestückt. Doch am Samstagnachmittag ist alles fertig: ab 15 Uhr präsentiert Museumsleiterin Elisabeth Hinterstocker mit ihrem Team einen weiteren neugestalteten Bereich im Tölzer Stadtmuseum.

Zuletzt war im Jahr 2011 das erste Projekt der Neugestaltung vorgestellt worden, damals noch mit Planer Peter Syr. Nach der Trennung entschied sich der Stadtrat für eine Zusammenarbeit mit dem Gestaltungsbüro Haslbeck und Schneider sowie einer Fortsetzung der Arbeit mit Kulturwissenschaftler Stephan Bammer aus Lenggries und der Landesstelle für nichtstaatliche Museen. Über einen Zeitraum von zehn Jahren stehen 600 000 Euro für die Neugestaltung des Museums zur Verfügung.

Museumsleiterin Hinterstocker hat sich zusammen mit ihrem Team den Themen Deichelbau (das sind hölzerne Wasserleitungen), Mühlen am Ellbach, Landkartendruck, Floßhandel und dem Brauwesen in Tölz angenommen. „Im 18. Jahrhundert gab es in Tölz 22 gewerbliche Brauereien, zudem eine Klosterbrauerei bei den Franziskanermönchen“, sagt Hinterstocker. Das Bestehen des Reinheitsgebots jährt sich heuer bekanntlich zum 500. Mal. Das wird natürlich auch in Tölz gefeiert – und zwar mit einem Museumsbier, das es nur zu diesem Anlass in Zusammenarbeit mit dem Mühlfeldbräu gibt.

Das Thema Flößerei wird derzeit zwar schon in der Ausstellung angeschnitten, jetzt kommt aber noch der Bereich Handel hinzu. Die Isarflößer transportierten ihre Waren bis ans Schwarze Meer – eine gefährliche Reise. Als eine Besonderheit wird unter anderem ein Flößeraltar zu sehen sein.

„Die Neukonzeption basiert auf Objekten, die sich im Bestand des Museums befinden“, sagte Historiker Dr. Christof Botzenhart, stellvertretender Vorsitzender des Historischen Vereins und Dritter Bürgermeister der Stadt, beim Gespräch mit unserer Zeitung.

Neue Formen der Vermittlung für Kinder

Die „neue Neugestaltung“ wird reduzierter ausfallen als jene, die Erst-Gestalter Peter Syr seinerzeit umgesetzt hatte. Stets mit Filmen, Tönen und Sinnes-Objekten zu arbeiten, habe sich generell in der Museumsarbeit nicht so bewährt, wie man das damals diskutiert hatte, so Hinterstocker. Manches habe die Besucher auch schlichtweg überfrachtet und sei bei Führungen störend gewesen, etwa eine unterschiedliche Geräuschkulisse von Raum zu Raum. Auf solche Elemente wird jetzt nicht verzichtet, aber sie werden behutsamer eingesetzt, im Bereich Brauwesen ist es zum Beispiel ein kurzer Film. „Eine stärkere Betonung des Objekts ist sinnvoll“, sagt auch Historiker Botzenhart. „Es ist ja schließlich auch das Unikat, das im Mittelpunkt steht.“

Für Kinder werden neue Formen der Vermittlung geboten. Nach einer pädagogisch gerechten Führung dürfen sie dann „themenbezogen etwas mit den Händen machen“, sagt Hinterstocker.

Wenn die Besucher ab Samstag durch die neuen Räume schlendern, werden sie nicht mitbekommen, dass in anderen Bereichen schon weitergearbeitet wird. 2017 stehen die Themen Metallverarbeitung, Handel (Glas, Gerber, Lebzelter) und bedeutende Persönlichkeiten im Mittelpunkt: Thomas Mann, Gabriel von Seidl und Otto Honigmann. Letzter war Besitzer des Café Kogel und zog vor 100 Jahren als Fotograf durch den Himalaya. 2017 kommt zudem die Thomas-Mann-Gesellschaft zur Jahrestagung nach Tölz.

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