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Das Frischzellenzentrum im Tölzer Badeteil bietet Diskussionsstoff.

Antrag zu Frischzellenzentrum

"Wir werden an der Nase herumgeführt"

Bad Tölz - Auf (fast) einhellige Ablehnung stieß ein Bauantrag von Klaus Dieter Burkhart, dem Betreiber des "Frischzellenzentrums" im Tölzer Badeteil.

Da musste Bürgermeister Josef Janker dann doch lachen: Er war im weiten Rund der einzige, der für einen Bauantrag stimmte. Alle anderen waren strikt dagegen. So etwas gibt es selten. „Das ist ja ein konstruktives Misstrauensvotum“, nahm es Janker von der humorvollen Seite.

Humorvoll waren die Äußerungen der Ausschussmitglieder freilich nicht gemeint, die sich ziemlich drastisch über den Antrag von Klaus Dieter Burkhart äußerten. Der Unternehmer hatte vor einigen Jahren am Zollhausweg am Fuß des Kogels ein Frischzellenzentrum erbaut. Weil dadurch betuchte Klientel nach Tölz kommen soll, hatte die Stadt das Vorhaben enorm unterstützt. Das ebenfalls geplante Unterkunftsgebäude ist freilich noch nicht errichtet (wir berichteten).

Stattdessen hatte der Bauherr nachträglich ein Garagen- und Lagergebäude bauen lassen. Letzteres habe er unbedingt für den medizinischen Bedarf benötigt, erläuterte Bauamtsleiter Christian Fürstberger die Chronologie der Ereignisse. In der jüngsten Bauausschuss-Sitzung lag nun zum zweiten Mal ein Antrag vor, diesen medizinischen Lagerraum in eine Ferienwohnung umzuwandeln. Ein erster Vorstoß war abgelehnt worden. Nun versuchte es Burkhart mit einer auf fünf Jahre begrenzten Nutzungsänderung. Grund: Er benötige die Wohnung, solange sein Suitenhaus nicht gebaut sei.

„Erst braucht er ganz dringend diesen Lagerraum. Dann soll daraus eine Ferienwohnung werden. Da werden wir an der Nase herumgeführt“, fasste es Fürstberger zusammen. Zweiter Bürgermeister Andreas Wiedemann (FWG) mokierte sich über die Idee, anspruchsvolle Gäste in einem zur Ferienwohnung umgebauten Lagerraum unterzubringen. Im Übrigen sei so ein Umbau auch gar nicht in fünf Jahren refinanziert. „Das ist nicht glaubwürdig.“ Er empfahl dem Bauwerber, gleich den Hotelbau anzugehen und seine Gäste bis dahin entweder wie bisher in Tegernsee oder gleich in hiesigen Ferienwohnungen unterzubringen. Selbst der gewöhnlich sehr geduldige Robert Paintinger (CSU) befand: „Ganz sauber ist das nicht.“ Das fanden auch alle anderen Räte und stimmten bis auf Josef Janker dagegen.

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