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Mit einem spontan besorgten Kinder-Kescher stürzte sich Gabi Haneklaus in die Isar, um das verlorene Handy ihrer Freundin aus dem Wasser zu fischen. 

Nach Malheur

An der Isar: Applaus für Smartphone-Retterin

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Zwei Frauen starteten eine spontane Rettungsaktion für ein Smartphone. Die ältere von beiden ging dafür in die eiskalte Tölzer Isar - und fand zunächst das falsche Handy.

Bad Tölz – Es ist kurz nach halb elf an diesem Dienstagvormittag, als immer mehr Schaulustige auf der Tölzer Isarbrücke stehen bleiben. Sie blicken über das Geländer nach unten, manche grinsen, andere schauen besorgt. Dann aber klatschen sie in die Hände. Der Applaus gebührt Gaby Haneklaus. Die 66-Jährige hat gerade ein Smartphone aus dem Wasser gefischt. Ihrer Freundin Renate Schröter (58) war das Handy aus der Hand gerutscht, als sie ein Foto vom malerischen Tölzer Stadtzentrum machen wollte.

Die beiden Frauen aus Weinheim an der Bergstraße (Baden-Württemberg) sind auf einer Sechs-Tage-Tour: Los ging’s in Scharnitz, zu Fuß wanderten sie zum Isarursprung. Gerade mit den Rädern in Tölz angekommen, passiert das Malheur, von dem zwei Tölzer Einzelhändler profitieren sollen: Denn als das Smartphone im Wasser liegt, besorgen die Frauen zunächst zwei Dinge in der Marktstraße: knallblaue Badeschuhe und einen bunten Kescher, der eher als Kinderspielzeug gedacht ist.

Jubel auf der Brücke: Aber es ist das falsche Smartphone

Gaby Haneklaus, pensionierte Sportlehrerin, erklärt sich bereit, das Gerät aus dem Wasser zu bergen. „Ich war viel zu zittrig und aufgeregt“, sagt Renate Schröter. Sie steht jetzt oben auf der Brücke – und jubelt, als Haneklaus ein kleines, schwarzes Telefon aus der Isar hervorzaubert. Doch, wieder im Trockenen, ereilt die Frauen die bittere Erkenntnis: Es war das falsche Smartphone. Akku, SIM- und Speicherkarte fehlen. Da muss wohl jemand sein altes Handy in der Natur entsorgt haben.

So watet Haneklaus abermals minutenlang durch das elf Grad kalte Wasser. „Weiter links, Gaby“, schreit Schröter von oben. Sie sieht etwas glänzen im dunklen Strom. Ihre Freundin greift danach, wischt ein paar Algen ab und streckt das richtige Smartphone wie eine Trophäe nach oben. Ob es noch funktioniert oder wenigstens die SIM-Karte gerettet werden kann, wird sich zeigen. Die Frauen wollten das Gerät erst einschalten, wenn es getrocknet ist. 

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