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Rund 80 Prozent der Tölzer Befragten leben in Mietwohnungen und suchen aus Platzgründen  nach einer neuen Bleibe.

Arbeitskreis stellt Umfrage zum Thema Wohnen vor

Gesucht in Tölz: Haus mit wenig Grund

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Die städtische Arbeitsgruppe Wohnen stellte nun die Ergebnisse ihrer Umfrage im Tölzer Stadtrat vor.

Bad Tölz – Zwei Monate lang hat die städtische Arbeitsgruppe Wohnen eine Befragung von Tölzern durchgeführt und nach Wünschen und Bedürfnissen gefragt. Es gab rund 150 Rückmeldungen. Da es sich meist um Vier- und Zwei-Personen-Haushalte mit Kindern (59 Prozent) handelte, rechnete AG-Sprecher Falko Wiesenhütter bei der Auswertung der Umfrage im Stadtrat mit rund 460 erreichten Personen. Es wurde Wert darauf gelegt, nicht den Bedarf von Münchner Wohnungssuchenden in Tölz herauszufinden, sondern nur den örtlichen.

Interessant vorweg: Rund 80 Prozent der Befragten leben in Mietwohnungen und suchen aus Platzgründen (34 Prozent) oder dem Wunsch nach einer anderen Wohnform (26 Prozent) nach einer neuen Bleibe. Bei etwa der Hälfte der Suchenden geht es nicht um Zukunftsvisionen, sondern um konkreten, akuten Bedarf. Wird die Suchfrist auf drei Jahre erweitert, sind es gar rund 90 Prozent.

Spannend fand Wiesenhütter die Aussage von 82 Prozent, dass bei einem Umzug die alte Immobilie nicht belegt bleibt oder verkauft wird, sondern neu vermietet wird. Fazit: „Umzug schafft Nachzug.“

Was wird gesucht? So gut wie keine Rolle spielen Erbpachtmodelle, die früher gern ein genutztes Instrument für günstiges Wohneigentum waren. 53 Prozent würden gerne eine Immobilie erwerben, knapp ein Drittel davon sucht Grundstücke. Bemerkenswert: Kein einziger der Befragten wünschte eine Fläche, die größer als 800 Quadratmeter ist. Im Durchschnitt wurde unter 500 Quadratmeter genannt. Aber: Nach wie vor ist das Einfamilienhaus (56 Prozent) das erklärte Traumziel der meisten Bürger, aber alternativ können sich viele ein Doppel- oder Reihenhaus vorstellen. 42 Prozent würden aber auch mit einer Mietwohnung vorliebnehmen. Die Größe sollte zwischen 1,5 bis 3 Zimmer und 50 bis 100 Quadratmeter liegen. „Große Wohnungen spielen kaum eine Rolle“, sagte Wiesenhütter.

Auch was die Finanzen betrifft, hatten die Befrager nachgehakt und herausbekommen, dass die „maximal akzeptierte Miete“ deutlich unter dem Marktpreis fürs Mietniveau am Neubau-Markt liegt. Barrierefreiheit war übrigens kaum ein Thema. Die meisten urteilten mit „wäre gut“, aber viele auch mit „nicht nötig“.

Alternativen Wohnformen stehen die Tölzer aufgeschlossen gegenüber. 41 Prozent finden Mehrgenerationenwohnen „toll“ und würden dort auch einziehen. Um ihre individuellen Wohnwünsche zu erfüllen, hält es fast die Hälfte für denkbar, mit anderen eine Baugemeinschaft zu bilden. Ökologisches Bauen ist 38 Prozent wichtig.

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15 Befragte stehen auch auf der insgesamt 96 Interessenten umfassenden Liste für das Bauprojekt Hintersberg. 60 davon kommen übrigens aus Tölz. Die Umfrageergebnisse stützen laut Arbeitsgruppe die Aussage, dass „Haus im Eigentum für Familie auf eher überschaubarer Grundstücksfläche“ gesucht wird. Beim Thema Hintersberg gab es auch einen Dissens in der Arbeitsgruppe. Franz Mayer (Grüne) hätte sich dort eine stärkere Durchmischung von Hauseigentum und Mietwohnungen vorstellen können. Das soll beim Wohnbauprojekt an der Arzbacher Straße mehr berücksichtigt werden, ist die Auffassung der AG-Mehrheit.

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Wiesenhütters Resümee ansonsten: Die Stadt setzt bei ihrer künftigen Wohnbaupolitik sowohl auf Wohneigentum und günstigen Mietwohnungsraum. Zum Thema Wohnen für Senioren konnten mangels schlechter Umfragebeteiligung dieser Gruppe keine vertieften Erkenntnisse getroffen werden.

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