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Was ist aus unserem Biotop geworden? Die „Waldkäuzchen“ erkunden gemeinsam mit Kinderpflegerin Petra Eirainer die Natur. 

Arche-Noah-Kindergarten

Tölzer „Waldkäuzchen“ erkunden die Natur

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Seit etwa eineinhalb Jahren machen „Waldkäuzchen“ das Gebiet hinter Bad Tölz in Richtung Wackersberg unsicher. Ein Besuch bei der Waldgruppe des Arche-Noah-Kindergartens.

Bad Tölz – Mit wachen Augen laufen die Kinder durch den Wald. Warum haben manche Bäume so seltsame Markierungen? Was kann man vom Jägerstand aus alles sehen? Und was machen eigentlich die Kaulquappen im eigenen Biotop, jetzt, wo es Winter ist? An diesem Tag sind nur sieben Kinder dabei. Das liegt aber keinesfalls am kalten, regnerischen Wetter. Nein, die Vorschulkinder machen heute einen Ausflug. Normalerweise sind 14 Kinder anwesend. Es könnten aber auch noch mehr sein, ein bis zwei Plätze in der Gruppe sind noch frei.

Die Waldgruppe des Tölzer Arche Noah-Kindergartens gibt es seit September 2016. Anders als bei Waldkindergärten besteht bei den „Waldkäuzchen“ eine feste Bindung ans „Haupthaus“, sagt Monika Obermüller. Die Pädagogin leitet die Gruppe, zusammen mit einer weiteren Erzieherin, einer Kinderpflegerin und einer Praktikantin kümmert sie sich um die Kleinen. Die Vorschulkinder unternehmen beispielsweise gemeinsam mit den Vorschulkindern der anderen „Arche-Noah“-Gruppen Ausflüge, es gibt gemeinsame Gottesdienste, Bibelwochen und Feste. Ab und zu mussten die Waldkinder auch schon in die Räumlichkeiten am Schützenweg ausweichen. „Wir hatten in diesem Kindergartenjahr schon ein paar Mal solch’ einen Sturm, dass wir nicht raus konnten“, sagt Obermüller.

Warum wurde die Waldgruppe eigentlich gegründet? „Naturpädagogik ist wichtiger denn je“, sagt Obermüller. Als ausgebildete Kräuterpädagogin sind ihr auch die heimischen Gewächse sehr wichtig. „Wir binden diese mit ein, beispielsweise am Kochtag.“ Zudem werde man dem Bewegungsdrang der Kinder gerecht, im hügeligen Waldstück bei Bad Tölz erhalten schon die Jüngsten innerhalb kürzester Zeit eine gute Kondition. „Aber wir stärken auch das Sozialverhalten“, sagt Obermüller. Am Anfang könne man mit den Dreijährigen natürlich noch keine weiten Strecken gehen. „Wir orientieren uns immer am Schwächsten in der Gruppe.“

Obermüller schwärmt von dem abwechslungsreichen Gelände, das ihr mit den Kindern zur Verfügung steht. Der Landwirt, dem das Gebiet gehört, hat es der Kindergruppe gerne zu Verfügung gestellt – weil er vom Projekt überzeugt ist, sagt Obermüller. Neben dem Jägerstand und dem Biotop gibt es auch ein Rinnsal, das nach Regen zum kleinen Bach anschwillt und eine „Schlucht“. Der Morgenkreis findet bei jedem Wetter im Freien statt.

Dann ist aber Zeit zum Essen. Monika Obermüller und Kinderpflegerin Petra Eirainer gehen in den neuen Bauwagen, der ganz auf die Bedürfnisse der Kinder ausgerichtet ist. Hier können sie sich an kalten oder regnerischen Tagen aufwärmen. Nach dem Essen steht Basteln auf dem Programm.

Die Tage sind fest strukturiert. Montags ist Geschichten- und Erzähltag, Dienstag wird gebastelt, am Mittwoch ist Vorschultag. Am Donnerstag kochen die Kinder am offenen Feuer und am Freitag ist Experimentier- und Erlebnistag. „Wir erkunden dabei das Gelände und entdecken immer wieder etwas Neues“, sagt Obermüller.

Begeistert ist sie sowohl von ihrem Team – „alle sind engagiert und mit Herzblut dabei“ – als auch von den Kindern. „Ich habe noch nie gehört ,mir ist langweilig’, obwohl unsere Waldkinder ja eigentlich keine Spielsachen zur Verfügung haben.“ Es wird einfach mit den Materialien gespielt, die herumliegen. „Die Kinder werden hier für die Natur sensibilisiert.“

Tag der offenen Tür: 

Der Arche Noah-Kindergarten bietet am Samstag, 27. Januar, einen Tag der offenen Tür an. Von 10 bis 14 Uhr können die Räumlichkeiten an der Schützenstraße besichtigt werden. Ab 11.30 Uhr können interessierte Eltern auch die Waldgruppe besuchen.

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