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Entspannung und Entschleunigung soll das „Natura Tölz“ bieten.

Architekten-Wettbewerb fürs „Natura Tölz“

Auf der Suche nach dem perfekten Spa

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Bad Tölz – Wie wird das Spa „Natura Tölz“ aussehen? Antworten soll ein jetzt gestarteter Architekten-Wettbewerb bringen. Doch dass der Siegerentwurf auch umgesetzt wird, ist nicht gesagt.

Über Sinn und Zweck, Konzept und Kosten, ja selbst über den möglichen Eintrittspreis (im Schnitt 21,30 Euro) fürs geplante Spa „Natura Tölz“ ist schon viel diskutiert worden. Ein konkretes Bild davon hatte bei all dem aber noch niemand vor Augen. Denn wie die Architektur des Wellness-Tempels einmal aussehen wird, ist völlig offen. Das soll sich jetzt ändern. Am Ende des Architekturwettbewerbs, den die Stadt gerade gestartet hat, werden die Bürger verschiedene Modelle des Spas besichtigen können – von denen eines vermutlich umgesetzt wird.

Über den aktuellen Stand des Wettbewerbs informiert Rathaus-Sprecherin Isabella Wolfgruber. Demzufolge ist eine Teilnehmerzahl von 21 vorgesehen. Sechs davon stehen bereits fest. Die Stadt hat in Abstimmung mit den Projektentwicklern der Firma Redserve solche Büros eingeladen, von denen man weiß, dass sie die nötige Erfahrung im Bäderbereich sowie mit öffentlichen Bauten haben. So kann die Stadt sicher sein, dass auf jeden Fall ein Grundstock von sechs passenden Bewerbern dabei ist. Auf dieser Liste stehen drei österreichische (aus Reutte, Wien und Lustenau) sowie drei deutsche Büros (aus München, Velbert/Nordrhein-Westfalen und Stuttgart).

Für die freien 15 Plätze im Wettbewerb können sich noch bis 4. Juli europaweit alle interessierten Büros bewerben. Falls es mehr als 15 sind, entscheidet das Los, wer mitmachen darf. „Es ist sehr schwer einzuschätzen, wie viele sich melden“, sagt Wolfgruber. „Denn es ist kein alltägliches Projekt. Man muss sich zutrauen, eine solche Anlage zu bauen. Die Wasserflächen sind eine Herausforderung, dafür muss man die richtigen Leute an der Hand haben.“ Eine weitere Hürde sei, dass die Bewerber die Unterlagen auf Deutsch einreichen müssen. „Es wäre auch schön, wenn sich ein junges Büro rantraut, Büros aus Tölz können sich ebenfalls bewerben“, sagt Wolfgruber. „Aber darauf haben wir keinen Einfluss.“

Der nächste Schritt im Verfahren: ein Ortstermin der Teilnehmer in Bad Tölz am 26. Juli. Dabei bekommen die Architekten die örtlichen Gegebenheiten zu Gesicht, und man klärt im direkten Gespräch mit Vertretern der Stadt die Anforderungen.

Generell aber gelte: „Wir wollen so viel Freiraum wie möglich lassen, gerade um die Kreativität zu fördern“, sagt Wolfgruber. Was erfüllt sein muss: Die Konzepte sollen „eine neuartige, unverwechselbare Struktur der Erholung und Entschleunigung vorsehen“. Zudem ist vorgegeben, dass die vom Tölzer Orthopäden Dr. Werner Klingelhöffer eingebrachte Grundausrichtung nach der Kinesiologie und den fünf chinesischen Elementen Feuer, Wasser, Erde, Metall und Holz in fünf Saunabereichen umgesetzt werden muss. Nicht zuletzt gelte es, „den Charakter von Bad Tölz und des Oberlands zu respektieren“. Hierbei bleibe es jedem überlassen, wie er diesen „Charakter“ interpretiere, so Wolfgruber. Ob man nun zum Beispiel auf oberbayerische Architekturelemente oder die Integration von Isar und Altstadt-Aussicht setze: „Da kann sich jeder kreativ austoben.“

Bis Mitte September müssen die Teilnehmer ihr jeweiliges Modell des „Natura Tölz“ abgeben. Eine siebenköpfige Jury tritt im Oktober zusammen, um über die Vorschläge zu befinden, die Architektur, Innenarchitektur und Grünraumgestaltung umfassen und selbstverständlich das vorgegebene Budget von 11,5 Millionen Euro berücksichtigen müssen.

Das Preisgericht besteht aus den Architekten Christoph Ahammer, Helmut Dietrich, Bernhard Peck und Herbert Meyer-Sternberg, der „Wellnessconsulterin“ Sylvia Glückert, dem Zweiten Bürgermeister Andreas Wiedemann sowie dem städtischen Bauamtsleiter Christian Fürstberger. „Der Stadtrat wird beratend eng einbezogen“, so Wolfgruber.

Vier Preise vergibt die Jury am Ende: Der Gewinner erhält 35 000 Euro, der Zweite 24 000 Euro, 16 000 Euro gibt’s für den dritten, 10 000 Euro für den vierten Rang. Das ergibt für die Stadt allein 85 000 Euro Kosten an Preisgeldern – weitere Posten für Arbeitszeit der Rathaus-Mitarbeiter und Entlohnung der Berater von Redserve noch nicht eingerechnet.

Für diese Ausgaben erhofft man sich, dass der Wettbewerb auch ein Modell erbringt, nach dem gebaut werden kann. Dabei ist nicht gesagt, ob der Sieger- oder ein anderer Entwurf umgesetzt wird. „Das letzte Wort hat die Stadt als Auftraggeber“, sagt Rathaus-Sprecherin Isabella Wolfgruber. Die Bürger bekommen die eingereichten Modelle übrigens erst nach Abschluss des Wettbewerbs in einer Ausstellung Ende Oktober zu Gesicht.

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