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Plädierten für eine überörtliche Vernetzung von Archivaren und Archivnutzern: (v. li.) Manuela Strunz (Stadtarchiv Bad Tölz), Friederike Hellerer und Gerd Hertlein (Kreisarchivpfleger Starnberg), Dr. Christoph Bachmann (Leiter Staatsarchiv), Landrat Josef Niedermaier und Simon Kalleder vom Stadtarchiv Wolfratshausen. 

Arbeitskreis soll gegründet werden

Archivare und Hobby-Forscher wollen sich besser vernetzen 

In Ortsarchiven, im Historischen Verein für das Oberland, im Verein für Heimatgeschichte und von engagierten Einzelpersonen wird viel für die Bewahrung des geschichtlichen Erbes geleistet. Allerdings ist die Arbeit der vielen engagierten ehrenamtlichen Forscher nicht überörtlich vernetzt. Das soll sich ändern.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Am Montagabend gab es im Tölzer Landratsamt ein vorbereitendes Treffen zur Gründung einer landkreisweiten Initiative unter dem Titel „Arbeitskreis Regionalgeschichte Tölzer Land“.

Die Terminwahl war nicht ganz glücklich, weil sich die Tölzer Sektion des Historischen Vereins zur gleichen Stunde zur traditionellen Nachbesprechung der Leonhardifahrt traf (" SEITE 3). Gleichwohl waren sich das sechsköpfige Podium und die 16 übrigen Teilnehmer aus den Gemeinden absolut einig, dass man auf Arbeitskreis-Ebene und „in kleinen Schritten“ eine landkreisweite Struktur und eine gemeinsame Online-Plattform für alle Archivare und Archivnutzer schaffen sollte. Dort sollen Fragen gestellt, Erfahrungen ausgetauscht und Informationen und Wissen zusammengefasst werden können.

Landrat Josef Niedermaier plädierte für diese „übergreifende Geschichts- und Archivarbeit“ auf der Basis einer strukturierten Form von Zusammenarbeit. „Ich bin dafür ganz offen“, betonte er. Zudem bot er an, bei einer Bürgermeister-Dienstbesprechung dafür zu werben, wenn es etwa darum geht, ein Budget für koordinierte Aktionen wie Themenführungen und Fachvorträge einzurichten. Die Vorteile eines Netzwerks betonte auch der Wolfratshauser Stadtarchivar Simon Kalleder. So könne vermieden werden, dass „mehrere Personen auf hohem Niveau parallel an einem Thema forschen, wenn nebenan bereits Erkenntnisse vorliegen, ohne dass man voneinander weiß“.

Christoph Bachmann, Leiter des Staatsarchivs München, bot seine Unterstützung an, zum Beispiel mit einem Vortrag zum Thema „Quellenkunde“. Er verwies auf die großartigen Möglichkeiten des Internets, wo es mittlerweile eine größere Zahl digitaler Archive und Portale gibt wie etwa www.Gateway-Bayern.de, das die Suche in diversen Datenbanken ermöglicht. Gleichermaßen nützlich wäre eine landkreisbezogene Homepage, wo man für jedermann zugänglich alles historische Wissen, alle Ortschroniken, Dissertationen und Facharbeiten einstellen und übersichtlich bündeln könne. Das Internet löst aber nicht alle Probleme. „Wikipedia ersetzt nicht den persönlichen Austausch“, sagte Bachmann. Deshalb plädierte er in diesem Sinne für die Schaffung von Arbeitskreisen.

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Der Starnberger Kreisarchivpfleger Gerd Hertlein und seine Nachfolgerin Friederike Hellerer berichteten über ihre Erfahrungen im Nachbarlandkreis. Dort werden inzwischen Studienfahrten, Fortbildungen, kleine Ausstellungen und ein Archiv-Stammtisch für Archivare und Archivnutzer angeboten.

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Da aller Anfang schwierig ist und Bemühungen leicht ins Stocken kommen, drückten Initiator Hias Krinner, der Königsdorfer Altbürgermeister Alfred Stangler und Vroni Müller (Ortschronik Gaißach) deshalb aufs Tempo und forderten „Nägel mit Köpfen“. Das soll auch geschehen: Baldmöglichst will sich der Kreis eine organisierte Struktur geben. Für das nächste Treffen mit Protokoll und Tagesordnung wurde der 27. Januar als Termin festgelegt. (rbe)

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