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Kommt am 3. November zum Vortrag nach Tölz: Polarforscher Arved Fuchs.

Interview

Arved Fuchs lädt zu Reise von Bad Tölz in die Polarlandschaften ein 

Arved Fuchs erreichte als erster Mensch den Nord- und Südpol innerhalb eines Jahres zu Fuß. In Bad Tölz berichtet er bald von Abenteuern und wunderschönen Landschaften.

Bad Tölz – Arved Fuchs erreichte als erster Mensch den Nord- und Südpol innerhalb nur eines Jahres zu Fuß. Unvergessen ist seine Winter-Umrundung von Kap Horn mit dem Faltboot und seine Durchquerung des patagonischen Inlandeises. Am Sonntag, 3. November, kommt Fuchs im Rahmen der Reihe „Live Outdoor & Adventure“ zu einem Vortrag ins Tölzer Kurhaus. Im Interview mit unserer Zeitung erzählt Fuchs, was die Besucher erwartet.

Herr Fuchs, geboren sind Sie in Bad Bramstedt. Seit Ende der 1970er-Jahre begeben Sie sich auf Expeditionen in die eisigsten Gebiete der Welt. Was reizt Sie an der Antarktis?

Mich reizt nicht nur die Antarktis, sondern die Ozeane und Polarregionen insgesamt. Als ich anfing, Expeditionen zu unternehmen, war ich nahezu allein unterwegs. Es war wirklich die Reise ins Unbekannte, das große Abenteuer. Heute beschäftigen mich mehr die negativen Veränderungen durch den Klimawandel, denen diese Polarlandschaften ausgesetzt sind.

Arved Fuchs zeigt bei Vortrag in Bad Tölz Verwundbarkeit des Planeten

Seit vielen Jahren sind Sie beruflich als Polarforscher tätig. Was kann man sich darunter genau vorstellen?

Ich bin kein Wissenschaftler. Ich organisiere und leite Expeditionen, zu denen ich Wissenschaftler einlade, damit sie ihre Feldforschung betreiben können. Darüber hinaus dokumentieren wir deren Arbeit. Es geht mir aber auch besonders darum, den Menschen die Schönheit und Ästhetik, aber auch die Verwundbarkeit unseres Planeten zu zeigen.

Welche Voraussetzungen muss man für solche Polarexpeditionen mitbringen?

Man braucht viel Erfahrung und ein gutes Team, das zusammensteht, besonders in schwierigen und gefahrvollen Situationen. Zudem gehören Disziplin und eine soziale Kompetenz dazu. Wir leben auf engstem Raum – Selbstdarsteller, Hasardeure oder Nörgler passen da nicht rein.

Bericht vom „Kap des Schreckens“ bei Vortrag von Arved Fuchs im Kurhaus Bad Tölz

Sie sind bei Ihren Expeditionen auch viel mit Schiffen unterwegs. Wie sieht ein typischer Expeditionsalltag auf dem Schiff aus? Beziehungsweise gibt es auf hoher, eisiger See überhaupt so etwas wie einen Alltag?

Alltag ist immer da, wo man sich gerade befindet. Für uns ist es völlig normal, bei Schneetreiben und Eisgang an Deck unseres Segelschiffes zu stehen. Das gehört für uns zum Alltag dazu. Für den außenstehenden Betrachter hingegen wirkt das völlig entrückt. Auch auf einer Skiexpedition oder an Bord eines Segelschiffes gibt es eine gewisse Routine. Aber dennoch ist jeder Tag anders.

Lesen Sie auch: Was bei der Outdoor- und Adventure-Reihe in Bad Tölz noch alles geboten ist

Was war die größte Herausforderung oder Gefahr, auf die Sie während einer Expedition spontan gestoßen sind?

Ich mag die Festlegung auf das „Schönste“, auf das „Gefährlichste“ oder die „größte Herausforderung“ nicht. Auf jeder Expedition gibt es schwierige Situationen – aber auch absolute Highlights. Hier eine Rangfolge anzulegen wäre unsinnig und würde dem jeweiligen Erlebnis nicht gerecht werden.

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Die Bürger aus Bad Tölz kennen im Winter Schnee und Eis sehr gut – aber eben auf den Bergen und nicht in den Weltmeeren. Auf was für Eindrücke kann man sich bei Ihrem Vortrag in Tölz einstellen?

Schnee und Eis haben in der Antarktis eine ganz andere Bedeutung als bei uns. Winter ist die dominierende Jahreszeit, der antarktische Kontinent ist zu über 90 Prozent mit Eis bedeckt. Es ist schlichtweg eine andere Dimension – und eine unglaublich beeindruckende und wunderschöne Landschaft. Das Erlebnis geht einem einfach unter die Haut, ob man will oder nicht. Dieser Faszination können sich nur wenige Menschen entziehen. Zugleich geht es aber nach Patagonien und zum stürmischen Kap Horn mit der berüchtigten Drake Passage. „Kap des Schreckens“ nannten die alten Seeleute das Kap. Auch Rückblicke früherer Expeditionen, die ich dort unternommen habe, werden Teil des Vortrags in Tölz sein.

Infos zum Auftritt

Seinen neuen Vortrag „Kap Horn – Antarktis – Segeln im Reich der Stürme“ mit spektakulären Foto- und Videoaufnahmen stellt Abenteurer und Polarforscher Arved Fuchs am Sonntag, 3. November, im Kurhaus Bad Tölz vor. Fuchs präsentiert alte und neue Unternehmungen und zeigt erstmalig historisches Filmmaterial. Die Multivisionsshow nimmt den Betrachter mit an Bord, zeigt ihm die Enge des Schiffes, die alltägliche Routine und in besonderen Aufnahmen wird der Zuschauer auf seine Seefestigkeit getestet. Beginn ist um 19.30 Uhr, Einlass um 19 Uhr. Tickets zu 20,50 Euro gibt’s über Veranstalter Steffen Heyn online auf www.wunderfalke.de.

Felicitas Bogner

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