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Hat wohl bald ausgedient: Das alte Personalwohnheim der Stadtklinik aus dem Jahr 1968. Für 120 Bewohner bedeutet der Um- oder Neubau wohl einen zwischenzeitlichen Umzug.

Nach Beschwerden lenkt Stadtklinik ein

Asklepios-Wohnheim: Sanierung oder Neubau

Im Februar hat der Tölzer Kurier Mieter-Beschwerden über das heruntergekommene Personalwohnheim der Asklepios-Kinik publik gemacht. Die Klagen hatten offenbar Erfolg. Nun denkt Asklepios über eine Sanierung oder sogar einen Neubau nach.

Bad Tölz – Das Personalhaus der staatlichen Prof.-Max-Lange-Klinik war 1968 gebaut worden und bietet den Klinik-Mitarbeitern seitdem Wohnraum in etwa 50 Appartements an. Im Frühjahr 2017 lebten dort rund 120 Bewohner. Allerdings unter Umständen, die teilweise jeder Beschreibung spotteten. Die zwei Lifte in dem fünfstöckigen Haus funktionierten nicht mehr, einer seit 10 Jahren. Die Hausgänge waren verschmutzt, die Außenflure von Tauben verdreckt. Die öffentlich zugänglichen Toiletten waren total „versifft“.

Beschwerden der Mieter, die derzeit etwa elf Euro warm für den Quadratmeter bezahlen, blieben bis zur Berichterstattung des Tölzer Kurier erfolglos. Dann wurden Gänge und Flure gereinigt, Türen und Lampen repariert und das öffentlich zugängliche WC geschlossen. Was immer noch nicht geht, sind die Lifte. Klinik-Sprecher Christopher Horn spricht davon, dass es sich bei der Reparatur „um eine größere Umbauaktion handeln würde, da neue Brandschutzauflagen zu erfüllen wären.“ In Anbetracht der jüngsten Überlegungen habe man dies nicht als sinnvoll erachtet.

So war‘s: Taubendreck in den Hausfluren.

Die jüngsten Überlegungen zielen auf eine „zukunftsfähige Lösung im Sinne der Bewohnerinnen und Bewohner“, wie es in einer schriftlichen Antwort des Konzerns auf die Anfrage des Tölzer Kurier heißt. Weiter ist zu lesen: „Der schlechte bauliche Zustand des Gebäudes ist uns bekannt.“ Es werde nun überlegt, ob man das Wohnheim abreiße und neu baue oder saniere. Dafür habe Anfang Mai eine Begehung mit einem Architekturbüro stattgefunden. Zeitgleich sei ein Gutachten zur Analyse der baulichen Substanz in Auftrag gegeben worden. Dazu gehöre auch eine Schadstoffuntersuchung. Auf das Ergebnis wartet der Klinik-Konzern nun.

Auf Nachfrage präzisiert Horn, dass man einen Neubau favorisiere. Und natürlich solle es sich auch wieder um eine Art Wohnheim handeln. In Zeiten, da es immer schwerer werde, Personal zu finden, könne das Angebot einer Wohnung nahe dem Arbeitsplatz ein ausschlaggebendes Argument sein. Zumal in einer Gegend, wo es schwer sei, bezahlbaren Wohnraum zu bekommen. Es gebe, sagt Horn, auch Mitarbeiter in der Stadtklinik, die kein Auto besitzen. „Die sind darauf angewiesen, möglichst nahe am Arbeitsplatz zu wohnen.“

Außer Betrieb: Die Lifte im fünfstöckigen Haus.

Gibt es eine Zeitschiene? Christopher Horn sagt „Derzeit: Nein“. Erst müsse man das Gutachten abwarten, dann könne man auch den Kostenaufwand für Asklepios einschätzen. Das werde rund zwei Monate dauern. Dann werde man weitersehen. „Es soll aber so schnell wie möglich weitergehen.“

Der Neubau wird dann auch auf den Tischen der Tölzer Stadträte landen, sagt Bürgermeister Josef Janker. Schließlich wurde das Areal in Erbpacht von der Stadt an Asklepios vergeben. „Und mit einem Neubau würde sich ja der Nutzerwert ändern.“

Wie wird man es mit der Miete halten, wenn neue Wohnungen errichtet werden? Horn mag sich dazu nicht äußern. Aber klar sei, dass man einen Anreiz bieten wolle für Klinikmitarbeiter und deshalb günstiger als rundherum sein müsse.

Und was passiert mit den aktuellen Mietern während des Um- oder Neubaus? Horn kann auch dazu nichts sagen. Es sei aber logisch, dass „diese wesentliche Frage“ geklärt und eine Art Zwischenlösung gefunden werden müsse.

Christoph Schnitzer

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