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Seit September dient die Turnhalle des Rainer-Maria-Rilke-Gymnasiums als Gemeinschaftsunterkunft. Das Foto stammt von einem öffentlichen Besichtigungstermin im Vorfeld der Belegung.

Asyl-Entspannung: Kreis räumt Turn- und Stockschützenhalle

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Bad Tölz-Wolfratshausen – Im Landkreis kommen bis Ende April keine neuen Asylbewerber an. Das wirkt sich als erstes in Icking aus: Das Landratsamt kündigte an, die Belegung der Turnhalle am Rainer-Maria-Rilke-Gymnasium so bald wie möglich zu beenden.

Schon Anfang bis Mitte Mai, so Abteilungsleiter Wolfgang Krause, könnte die Halle wieder für den Schulsport beziehungsweise die Abiturprüfungen zur Verfügung stehen. Ebenfalls angestrebt ist die Räumung der Stockschützenhalle in Königsdorf sowie des Gemeindesaals in Münsing.

Die Regierung von Oberbayern hatte gestern bekannt gegeben, dass sie den Landkreisen bis Monatsende keine weiteren Asylbewerber zuweist. Schon in den Osterferien waren keine zusätzlichen Flüchtlinge in den Landkreisen angekommen.

Vor diesem Hintergrund habe das Landratsamt jetzt die Chance, die bereits anwesenden Asylbewerber auf Unterkünfte zu verteilen, „die weniger belastend für die Allgemeinheit sind“, so Krause. Die Ickinger Turnhalle diente seit Oktober als Gemeinschaftsunterkunft für rund 80 Asylbewerber. In welche anderen Quartiere im Landkreis diese Flüchtlinge verlegt werden, wird laut Krause noch geprüft. In Icking werde man die nötigen Plätze auf die Schnelle nicht auftun. Fest steht aber, dass diverse Unterkünfte im Landkreis Kapazitäten haben, weil sie sich nicht so schnell füllen wie kalkuliert – sei es die Wohnmobilsiedlung am Kranzer oder die bezugsfertige, aber noch gar nicht belegte Heilbrunner Leonardisklinik.

Krause ist davon überzeugt, dass nach dem Auszug der Asylbewerber aus der Ickinger Turnhalle keine größeren Sanierungsarbeiten nötig sein werden – vergleichbar mit Bad Tölz und Geretsried, wo in den Turnhallen auch keine nennenswerten Schäden festzustellen waren. „Der Aufwand dürfte überschaubar sein“, sagt Krause.

Bei den etwa 50 Personen, die in der Königsdorfer Stockschützenhalle wohnen, geht Krause davon aus, dass sie direkt in die neu errichtete Gemeinschaftsunterkunft im selben Ort umziehen können. Im Münsinger Gemeindesaal leben aktuell rund 30 Flüchtlinge. Auch bei ihnen ist unklar, wo sie künftig Quartier beziehen werden.

Und wie geht es insgesamt weiter? „Diese Frage kann niemand beantworten.“ Klar sei, dass das Landratsamt in der jetzigen Lage „nicht mehr fieberhaft jeden Tag nach neuen Unterkünften sucht“, so Krause. „Das fahren wir etwas zurück.“ Alle aktuellen Pläne zu Bau oder Inbetriebnahme neuer Quartiere werde der Landkreis aber umsetzen. Und dazu seien auch die Städte und Gemeinden angehalten. Krause geht zwar davon aus, dass die bislang angenommene Zahl von 5000 Asylbewerbern im Landkreis bis Jahresende nicht erreicht wird. „Aber es kann sein, dass wir diese Plätze bis Mitte oder Ende 2017 brauchen.“ Zudem gelte für alle Kommunen, dass auf Dauer bezahlbarer Wohnraum benötigt wird – für Einheimische ebenso wie für anerkannte Flüchtlinge. In dieser Hinsicht treibe die Stadt Bad Tölz ein „Referenzobjekt“ voran: Wie berichtet, baut sie auf der Flinthöhe eine Gemeinschaftsunterkunft, die später als günstiger Wohnraum für die Allgemeinheit dienen kann. 

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