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Gesunkene Zuweisung im Tölzer Land

Asylbewerber: Aktuelle Lage „kein Signal fürs ganze Jahr“

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Bad Tölz-Wolfratshausen – Es ist ein kurzer Moment, um Luft zu holen. „Aber wir sollten nicht dem Irrtum verfallen, dass dasein Signal fürs ganze Jahr ist.“ So kommentierte Sozialamtsleiter Thomas Bigl in der jüngsten Kreistagssitzung die gesunkenen Zuweisungen von Asylbewerbern.

Wie berichtet muss der Landkreis derzeit nur noch 27 Flüchtlinge pro Woche unterbringen. Ende Januar waren es noch doppelt so viele.

Bigl warnte davor, sich zurückzulehnen. „Momentan erfüllt der Landkreis seine Quote, weil uns die 300 Leute aus den Erstaufnahmeeinrichtungen in den Turnhallen angerechnet werden.“ Die Belegung soll allerdings diesen Monat enden. „Das ist schön für die Hallen, aber nicht für die Quotenerfüllung.“ Die geringere Zuweisung sorgt allerdings dafür, „dass wir mit unserer Bautätigkeit etwas Zeit gewonnen haben“, so Bigl. Wie berichtet sind derzeit unter anderem Containeranlagen an den Realschulen in Bad Tölz und Geretsried geplant. Die seien auch dringend nötig, „denn wir rechnen weiterhin damit, dass bis Ende des Jahres 5000 Flüchtlinge bei uns leben werden“.

Thomas Bigl, Leiter des Landkreis-Sozialamts

Und auch die Gemeinden müssten ihre Bemühungen, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, unbedingt fortsetzen. Denn im Landkreis gibt es beständig 100 bis 150 Fehlbeleger. Das sind Asylbewerber, die bereits eine Anerkennung haben, aber noch in den Flüchtlingsunterkünften wohnen, weil sie keine bezahlbare Alternative finden. „Das sind potenzielle Obdachlose“, sagte der Sozialamts-Leiter. Und die wären nicht mehr Problem des Landkreises, sondern das der Städte und Gemeinden. Theoretisch. Praktisch lässt sie der Landkreis in den Unterkünften bleiben, bis eine Wohnung gefunden ist. „Auch Sie haben nun etwas mehr Zeit, um vielleicht klüger zu bauen“, wandte er sich an die Bürgermeister.

Mitte Februar lebten 1679 Flüchtlinge – inklusive Fehlbelegern – zwischen Icking und der Jachenau. Möglicherweise sind es sogar ein wenig mehr. „Wir zählen regelmäßig mehr Asylbewerber als die Regierung“, wunderte sich Bigl.  

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