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So könnte der dreiarmige Turbo-Kreisel am Moraltverteiler aussehen: Er hätte rund 50 Meter Durchmesser und würde von allen Seiten eine zweispurige Zufahrt ermöglichen.

Nachgefragt in Gaißach und Lenggries

Auch Nachbarn wollen Turbokreisel

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Ein Turbokreisel am Tölzer Moraltverteiler: Dieser Wunsch von Bürgermeister Josef Janker hat zuletzt für Gesprächsstoff gesorgt. Mit Interesse wird die Diskussion auch in den südlichen Nachbargemeinden verfolgt.

Lenggries/Gaißach– Ein Turbokreisel am Tölzer Moraltverteiler: Dieser Wunsch von Bürgermeister Josef Janker hat zuletzt für Gesprächsstoff gesorgt – und für eine Meinungsverschiedenheit mit dem Staatlichen Bauamt Weilheim, das wie berichtet den Anbau weiterer Fahrspuren und die Beibehaltung der Ampellösung bevorzugt. Mit Interesse wird die Diskussion auch in den südlichen Nachbargemeinden verfolgt. Schließlich ist der Moraltverteiler ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt für alle Autofahrer aus Gaißach und Lenggries. Die jeweiligen Bürgermeister setzen Hoffnungen auf einen Turbokreisel.

„Es ist wichtig, dass es an dieser Kreuzung eine Verbesserung gibt“, sagt der Gaißacher Rathauschef Stefan Fadinger. „Aber was die bessere Variante ist, das müssen die Straßenplanungsexperten entscheiden.“ Auf alle Fälle könne ein leistungsfähiger Moraltverteiler eine Entlastung für Gaißach bringen, glaubt Fadinger. „Im Moment fahren ja viele Lenggrieser in Obergries oder spätestens in Untergries von der B 13 runter und dann über die Töl 16 weiter durchs Gemeindegebiet, durch Mühl und Dorf zum Gaißacher Berg“, schildert er. „Da geht es zu Hauptverkehrszeiten Auto an Auto.“ Von einer flüssigeren Verkehrslage am Moraltverteiler erhofft sich Fadinger, dass der Schleichweg-Verkehr abnimmt.

Er plädiert aber für ein „Gesamtkonzept“. Man müsse weiterdenken: Fließe der Verkehr vom Moratverteiler aus stärker und flüssiger auf die Tölzer Umgehung, dann herrsche wiederum hier mehr Verkehr. Fadinger erinnert an die alte Idee, bergauf bis zur Einmünding der Gaißacher Ortsverbindungsstraße eine zusätzliche Spur zu bauen. „Dieser Ansatz ist etwas in Vergessenheit geraten“, bedauert er.

Der Lenggrieser Bürgermeister Werner Weindl hat selbst gerade einen Vorstoß für einen Kreisverkehr unternommen. Wie berichtet hat die Gemeinde beim Staatlichen Bauamt einen Kreisel an der Einmündung der Bergbahn- in die Wegscheider Straße beantragt. „Da sind wir gerade noch am Kämpfen“, sagt Weindl.

Er sei „generell ein Verfechter von Kreisverkehren“ und befürworte daher vom Grunde her auch den Turbokreisel am Moraltverteiler. Wie leistungsfähig der sei, das hänge freilich vom Verhalten der Autofahrer ab. Bei zweispurigen Kreiseln hat Weindl beobachtet, dass viele deutsche Autofahrer immer die äußere Spur benutzen, egal, ob sie an der nächsten Ausfahrt abfahren wollen oder nicht. „Da kann man den Kreisverkehr gleich einspurig bauen.“ In Frankreich hingegen würden mehrspurige Kreisel „hervorragend funktionieren“. Die spezielle Form des Turbokreisels, die es in Bayern bisher noch nicht gibt, hat allerdings eine spezielle Verkehrsführung: Die Autofahrer müssen sich frühzeitig einordnen. Das müsse man sich genauer anschauen, meint Weindl. „Aber ich kann mir vorstellen, dass es wirklich was bringt.“  ast

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