Amtsgericht

Auf einer Party gab‘s Faustschläge ins Gesicht

Weil er einem 20-Jährigen mehrfach ins Gesicht geschlagen haben soll, muss sich ein junger Mann aus dem Loisachtal vor Gericht verantworten. Die Schilderungen gehen weit auseinander.

Bad Tölz-Wolfratshausen Wegen eines verschütteten Getränks kam es zum Streit. Weil ein junger Mann aus dem Loisachtal einem 20-Jährigen mehrmals ins Gesicht geschlagen und ihn noch dazu mit einer Glasflasche bedroht haben soll, musste er sich vor dem Amtsgericht erklären. Nach dem Auftakt am Donnerstag wird die Verhandlung zu einem späteren Zeitpunkt mit weiteren Zeugen fortgesetzt.

Laut Anklageschrift sei wegen des „aggressiven Verhaltens“ des einschlägig vorbestraften Angeklagten ein Streit zwischen ihm und einer Gruppe von vier jungen Männern ausgebrochen. In dessen Verlauf soll der Angeklagte einem Unbeteiligten dreimal hintereinander unvermittelt ins Gesicht geschlagen und ihm, als dieser zu Boden ging, gedroht haben, mit einer Glasflasche, die er am Flaschenhals umklammerte, auf den Kopf zu schlagen.

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Der Angeklagte erinnerte sich an eine andere Szenerie. Auf der gut besuchten Party im Sommer des vergangenen Jahres habe er sich auf dem Rückweg von der Toilette befunden. „Es war ziemlich eng, weil so viele Leute da waren“, erklärte er. „Deshalb habe ich aus Versehen einen anderen Gast angerempelt.“ Dem sei deswegen das Getränk aus der Hand gefallen. „Ohne etwas zu sagen, hat er mir eine Watschn gegeben“, erinnert sich der Angeklagte. Nach einem kurzen, unhöflichen Disput, habe obendrein noch ein Freund des Getränkebesitzers versucht, dem Angeklagten ins Gesicht zu schlagen. „Er hat mich aber nur mit der Faust gestreift.“ Daraufhin habe er sich mit einem Faustschlag verteidigt. „Danach bin ich schnell weg gegangen. Ich wollte, dass sie mich in Ruhe lassen.“ Eine Drohung, jemanden mit einer Glasflasche zu verletzen, habe er nicht ausgesprochen.

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Das Opfer schilderte die Geschichte anders. Nachdem seinem Freund das volle Glas aus der Hand gefallen sei, habe er diesen bloß fragen wollen, was er denn noch trinken wolle. „Dann ging es aber ganz schnell: Ich habe gesehen, dass eine Faust auf mein Gesicht zukommt und kurz darauf wurde mir schwarz vor Augen.“ Zwar sei den Faustschlägen, die ihn auf der Nase und knapp darunter getroffen haben, eine Diskussion mit seinem Begleiter vorausgegangen. „Aber weder er noch ich haben ihm eine Watschn gegeben.“ Von den Schlägen trug er zwei abgesplitterte Zähne, blaue Flecken und schmerzhafte Schwellungen im Gesicht davon.

Sein Begleiter, der als Zeuge aussagte, beschrieb seine Erinnerungen ähnlich. Nachdem das Opfer zu Boden gegangen war, habe er außerdem gesehen, dass „der Angeklagte mit der Bierflasche in der Hand über meinem Freund stand, als wollte er ihn damit schlagen“. Beherzt habe er daraufhin seinen Freund verteidigt und den Angeklagten weggedrückt.

Nachdem sich das Opfer jedoch nicht an diese Drohhaltung erinnern konnte, beantragte dessen Anwalt, der Schmerzensgeld vom Angeklagten verlangt, die Verhandlung an einem anderen Termin fortzusetzen. Zur zweiten Runde vor dem Jugendrichter sollen weitere Zeugen des Disputs geladen werden, um zu klären, ob der 20-Jährige mit einer Glasflasche bedroht wurde.  dst

Rubriklistenbild: © dpa / Britta Pedersen

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