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Die Ehrenamtlichen aus allen Altersgruppen bei einem Treffen vor wenigen Monaten in der Tölzer Johanneskirche. Im Herbst wird ihnen die neue „Lutherrose“ verliehen.

Evangelisches Bildungswerk fördert Projekte

Auf dem Weg zur neuen „Lutherrose“

  • Christiane Mühlbauer
    vonChristiane Mühlbauer
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Bei einem Treffen in Bad Tölz sind vor Kurzem die ehrenamtlichen Projekte, die das Evangelische Bildungswerk derzeit im Dekanat fördert, weiter entwickelt worden.

Bad Tölz-Wolfratshausen –Wie berichtet, wurden im Herbst sechs Projekte in den Landkreisen Bad Tölz-Wolfratshausen und Miesbach ausgewählt, die einen gesellschaftlichen Bildungsauftrag erfüllen. Die Gruppen erhalten 1000 Euro Unterstützung sowie ein Jahr lang eine fachliche Begleitung, um konkret etwas auf die Beine stellen zu können. Es handelt sich um das „Inklusionscafé Miteinand’“ sowie das Projekt „Kino in der Kirche“ in Tölz, das „Nachdenk-Kino“ und das „Lern-Café“ in Holzkirchen, das Projekt „3D-Lab“ in Miesbach sowie um das Gemeinschaftsprojekt „Vernetzung der Foren“ mit Beteiligten aus Kochel, Geretsried und Ebenhausen. Im März gab es erneut ein Treffen in der evangelischen Kirche in Bad Tölz, um die Fortschritte festzustellen.

„Die Motivation ist bei allen sehr groß“, sagt Martin Reents, Vorsitzender des Evangelischen Bildungswerks und Coach des Tölzer Projekts „Café Miteinand“. Mittlerweile gebe es die Idee, dieses Inklusionsprojekt auch in Miesbach umzusetzen. Wie berichtet, bewirten in dem „Café“ im evangelischen Gemeindehaus seit November jeden Donnerstag Jugendliche mit Beeinträchtigungen Gäste. Allmählich werde es bekannter, auch deshalb, weil im Wahlkampf dort eine Veranstaltung stattfand. „Der Zulauf ist mittlerweile gut“, sagt Reents. Man bekomme sehr gute Rückmeldungen. „Viele sagen, durch die besondere Art sei es ein Ort, an dem man zur Ruhe kommt.“ Denn im Gegensatz zu einem „normalen Café“ komme es hier „nicht auf die Minute an“. Allerdings wären ein paar Stammgäste schön, er denkt da zum Beispiel an Kartenspiel-Runden oder Seniorentreffen. Größere Gruppen werden jedoch gebeten, sich vorher anzumelden. Als nächster Schritt soll den zwölf Ehrenamtlichen jetzt eine professionelle Küchenberatung zuteil werden. Es kommt ein Fachmann, der auf Inklusionsprojekte spezialisiert ist.

Gut angenommen wird auch das „Lern-Café“ in der Gemeindebücherei in Holzkirchen, das freilich wie andere Projekte auch während der Corona-Pandemie ruht. Im „Lern-Café“ treffen sich einmal in der Woche Senioren und Studenten mit Kindern aus benachteiligten Familien. Willkommen sind auch deren Eltern. Bei dem Treffen geht es nicht nur ums Lernen und Hausaufgaben machen, sondern auch ums Spielen. „Ziel ist es, die Persönlichkeit der Kinder zu stärken“, sagt Reents. Anfang Februar wurde mit der Arbeit begonnen. Bei den Treffen kamen bislang zwischen fünf und 15 Besucher. „Es wäre schön, wenn wir noch ein paar mehr Studenten mit ins Boot holen könnten, denn diese Generation hat für Kinder eine intensive Vorbildfunktion“, sagt Reents. Bei den Treffen gibt es auch Tee, Kaffee und Kuchen. Wenn das öffentliche Leben wieder in Fahrt kommt, können Interessierte jederzeit vorbeischauen, Eltern müssen ihre Kinder nicht anmelden.

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In Miesbach wurde ein 3D-Projekt in das Förderprogramm aufgenommen. Hier hatten zuvor Jugendliche für eine Fundraising-Aktion für das neue Gemeindehaus ein 3D-Modell entwickelt. Dabei entstand eine große Begeisterung. Nun können die jungen Erwachsenen ihr Interesse intensivieren und Neues lernen. Das wollen sie am 10. Mai nach dem Gottesdienst interessierten Besuchern präsentieren. „Die Gäste können sich dann über Software informieren und können sogar selbst ein 3D-Modell entwickeln“, sagt Reents. Die Jugendlichen seien mit großem Elan bei der Sache.

Ums professionelle Vernetzen bei Bildungsveranstaltungen geht es hingegen Erwachsenen aus Kochel, Geretsried und Ebenhausen. Hier sind die Kochler Pfarrerin Anna Ammon und Pfarrer Walter Steinbach aus Ebenhausen aktiv. Ziel ist, Veranstaltungen so zu konzipieren, dass sie effektiv an anderen Orten ebenfalls durchgeführt werden können. Dazu soll es einen Info-Abend in Bad Tölz geben, an dem auch Katholiken, die in der kirchlichen Bildungsarbeit aktiv sind, teilnehmen können. Als Gast ist Rigmar Osterkamp geplant. Er war Leitender Mitarbeiter des Ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung in München. Wer Interesse hat, teilzunehmen, soll sich bei einem der beiden Pfarrer melden. Allen Beteiligten wird dann bei der Dekanatssynode im Oktober für ihr ehrenamtliches Engagement die neue „Lutherrose“ verliehen.

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